Am 26. April 1986 kam es im Atomkraftwerk von Tschernobyl zum bisher schwersten Unfall in der Geschichte der Kernenergie. Zwei Explosionen zerstörten einen der vier Reaktorblöcke und schleuderten radioaktives Material in die Atmosphäre, das weite Teile Russlands, Weißrusslands und der Ukraine verstrahlte.Im sogenannten RBKM-Reaktor oder Siedewasser-Druckröhrenreaktor in Tschernobyl diente Grafit als Moderator. Hier liegt der entscheidende Nachteil: Grafit ist brennbar. Zwar werden die Brennstäbe mit Wasser gekühlt, in Tschernobyl wurde die Wasserzufuhr ausgeschaltet. Die Brennstäbe erhitzten sich innerhalb weniger Sekunden auf etwa 2.000 Grad. Das Grafit fing an zu brennen. (https://www.facebook.com/bundesheer/posts/bhistoy-einsatz-vor-35-jahren-nach-dem-reaktorunfall-in-tschernobyl-am-26-april-/4011816875571408/)
Der Reaktorunfall war in der rund 60jährigen Geschichte des Sonderdienstes Strahlenschutz des NÖ Landesfeuerwehrverbandes der größte und längstdauernde Einsatz. Drei Tage nach dem Ereignis wurden auch in Österreich erhöhte Strahlenwerte gemessen (radioaktiver Fallout). Daraufhin gab es einen Voralarm für die Strahlenschutzgruppen zwecks Messeinsatz an den Grenzen. Der Strahlenschutzdienst war damals in Gruppen in nahezu allen Bezirken aufgestellt, aber nicht auf so eine Flächenlage – auch in Hinsichtauf Logistik, Vesorgung und besonders Ablösen vorbereitet. Der Einsatz begann am 3. Mai: an den Grenzübergängen (und auf der Donau) wurden Fahrzeuge, Züge und schiffe auf radioaktive Kontamination untersucht und bei Bedarf dekontaminiert. 16 Strahlenschutzgruppen mit 226 Mitgliedern haben rund 10 000 Messungen an rund 4000 Fahrzeugen, fast 6000 Eisenbahnwaggons und 140 Schiffen durchgeführt. Der Einsatz dauerte 17 Tage und wurde in Zusammenarbeit mit Bundesheer, Exekutive und Behörden abgewickelt. Quelle und Repros: Brandaus 1986.




