München: Starke Schutzbekleidung mit viel Innovation

von | Feb 11, 2021 | Geräte, News, Schutzausrüstung | 0 Kommentare


Die neue persönliche Schutzausrüstung ist ein technisches Wunderwerk mit hohem Wiedererkennungswert im typischen „Münchner Design“.Die Berufsfeuerwehr wird ab dem 1. März mit der neuen Schutzausrüstung zu Einsätzen im Münchner Stadtgebiet ausrücken. Dann werden 4.200 neue Einsatzjacken, 5.700 Einsatzhosen, 3.000 Rettungsgurte und 3.000 Flammschutzhauben in der Landeshauptstadt unterwegs sein – aber natürlich niemals gleichzeitig. 15 „Münchner Kindl“ schmücken jede neue Schutzausrüstung, unter anderem auf Kragen und Hosenträger.
Seit Jahresbeginn tragen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Tagesdienstes bereits die schicke neue Dienstkleidung im Büro. Die Kleidung der Freiwilligen Feuerwehr wird voraussichtlich ab April umgestellt.Um die bestmögliche Ausrüstung zu erhalten, hat die Münchner Feuerwehr einen ungewöhnlichen Weg beschritten. Nach umfangreichen Tests von Schutzanzügen „von der Stange“ beauftragte die Branddirektion ein technisches Beratungsbüro mit der Entwicklung der bestmöglichen Schutzausrüstung zwischen Komfort und Schutz. Und im leicht wiedererkennbaren, in Feuerwehrkreisen sogenannten „Münchner Design“.


Das beste Material auf dem Markt
Die figurbetonte Kombination aus Brandschutzjacke und -hose wurde mit Hilfe vieler aktiver Feuerwehrleute aus den Erfahrungen und typischen Belastungen des Feuerwehr-Alltags entwickelt. Das führte zu einem hohen Tragekomfort bei allen Bewegungs- und Einsatzarten. Die High-Tech-Membran des GORE® PARALLON® System 600 vermeidet Hitzestress bei gleichzeitiger Wärmeisolation; bietet eine Nässesperre, die Löschwasser und Chemikalien abhält, und schützt dadurch vor Verbrühungen. Die Molekularstruktur der Membran filtert außerdem
krebserregende Stoffe, kontaminiertes Blut und Krankheitserreger heraus und dient damit gleichzeitig der Gesundheitsvorsorge.
Mit der Produktion der Schutzbekleidung wurden zwei führende Hersteller für Feuerwehrschutzbekleidung in Europa beauftragt: die österreichische Firma TEXPORT und das deutsche Unternehmen S-GARD. Während TEXPORT die Brandschutzhose fertigt, stellt S-GARD die Jacke mit dem integrierten Rettungs-Gurtsystem (IRS) her.


Münchner Design
Seit jeher ist die Münchner Feuerwehr stolz auf den Wiedererkennungswert ihrer Uniformen. Diese Tradition wird auch bei der neuen Generation der Schutzausrüstung weitergeführt. Figurbetont, im vertrauenserweckenden Dunkelblau sowie den Stadt- und Feuerwehr-Farben Gelb und Rot und verziert mit dem Stadtwappen, dem Münchner Kindl. Der gelbe Abriebschutz im Schulterbereich ist beispielsweise dem alten Koller nachempfunden. Die roten Besätze finden sich nicht nur bei der Dienstkleidung im Büroalltag wieder – auch die Schnalle des integrierten Rettungsgurt-Systems ist im gleichen Rotton gehalten. Die schrägzulaufenden Leuchtstreifen geben der neuen Münchner Schutzkleidung auch im Dunkeln ihren dynamischen Look.
Und das Münchner Design schmückt dazu eine pfiffige Neuerung, auf die sich Feuerwehrleute schon lange freuen: Einer Spezialtasche am unteren Hosenbein für Holzkeile, die Feuerwehrleute häufig kniend benötigen, um damit Türen aufzuhalten.


Form und Funktion
Bei vielen Features ergänzen sich Form und Funktion nahtlos: Der körpernahe Schnitt erschwert es Rauchgasen an Ärmeln und Hosensäumen einzudringen und kreiert gleichzeitig den modernen Look. Er wird weitergeführt von der Schulterlinie über die hüfthohe Schutzhose im Jeans-Schnitt, deren Sitz über den Schnellzug des Hosenträgers und der verstellbaren Hüftbreite kontrolliert wird. Am Fußteil der Hose dient ein Reißverschluss als Einstiegshilfe und Beinweitenverstellung. Die Patten aller Taschen sind so mit einem griffigen Abriebschutz verdickt, dass sie sich leicht beim Einsatz mit Arbeitshandschuhen öffnen lassen.


In jede Hose und Jacke ist ein kleiner RFID-Chip eingenäht. Das hilft nicht nur dabei, die jeweilige Schutzausrüstung nach dem Reinigen seinem Besitzer oder seiner Besitzerin einfacher zuzuordnen. Sondern damit lässt sich auch die Häufigkeit der Wäschen und somit der Verschleiß und der Zeitpunkt der Ausmusterung ermitteln.



Gut zu wissen:
• Feuerwehrleute lieben Abkürzungen. Die neue persönliche Schutzausrüstung heißt im Insider-Jargon daher „PSA“.
• Insgesamt 91.350 Quadratmeter Stoff (Oberstoff und Spezialstoff) wurden für die neue Schutzausrüstung vernäht.
• Jeder PSA wurden knapp acht Meter Reflexband (7,80m) verpasst. Insgesamt mehr als 37 Kilometer!
• Insgesamt ein Meter und 20 Zentimeter an Hosenträgern wurden pro Einsatzhose vernäht, knapp dreieinhalb Kilometer rotes Gummiband insgesamt.
• 15 „Münchner Kindl“ schmücken jede neue Schutzausrüstung. Ab dem 1. März werden insgesamt 84.400 Hoheitsabzeichen auf der Kleidung der Berufsfeuerwehr im Einsatz sein.
• 9.180 Kilometer Nähfaden halten die neue Schutzausrüstung zusammen. Für jede Einsatzjacke wurden 1,1 Kilometer Faden vernäht und die Nähte mit 30 Meter Spezialband versiegelt.
• Feuerwehrleute müssen sekundenschnell in ihre Schutzausrüstung schlüpfen: 28.200 Druckknöpfe, knapp 43 Kilometer Klettband und 16,5 Kilometer Reißverschlussband helfen dabei.

Team der Pressestelle

http://de www.feuerwehr-muenchen.de

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