Das Projekt „Hybrides Elektrolöschfahrzeug für die Berliner Feuerwehr“ (BENE-Förderkennzeichen 1213-B4-N), welches intern kurz als Projekt „eLHF“ (elektrisches Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug) geführt wird, ist ein durch das Berliner Programm für Nachhaltige Entwicklung (BENE) gefördertes Vorhaben. Das Programm wird aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung kofinanziert, wodurch das Projekt „eLHF“ direkt durch Mittel der Europäischen Union unterstützt wird.Das übergeordnete Ziel des Projektes „eLHF“ ist die Beschaffung und die modellhafte Erprobung eines innovativen Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeuges (LHF), das mit einem elektrischen Antrieb für den Fahrbetrieb und für den Betrieb der Löschtechnik ausgestattet werden soll.

„Der Fuhrpark der Berliner Verwaltung wird Schritt für Schritt auf emissionsärmere Fahrzeuge umgestellt“, sagt Stefan Tidow, Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz. „Wir wollen zeigen, dass selbst große Feuerwehrfahrzeuge elektrisch betrieben werden können. Von der Entwicklung eines hybriden E-Feuerlöschfahrzeugs erwarten wir uns eine Vorbildwirkung auch über Berlin hinaus. Feuerlöschfahrzeuge mit Elektroantrieb tragen dazu bei, dass Berlin klimaschutzfreundlicher, sauberer und gesünder wird. Wir fördern eine Innovation, um künftig in Berlin sagen zu können „Nicht nur schnell wie die Feuerwehr, sondern auch emissionsarm wie die Feuerwehr.“

Jährlich werden zu über 30.000 Einsätze speziell ausgestattete und in besonderem Maße Belastungen ausgesetzte Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeuge alarmiert. Sie stehen den Einsatzkräften bei der Menschenrettung, der Brandbekämpfung, der technischen Hilfeleistung und dem Katastrophenschutz zur Verfügung. Ohne diese Fahrzeuge können die Sicherheit für die Menschen und der Schutz für die Sachwerte in Berlin nicht gewährleistet werden. Bislang wurden die bis zu 14 Tonnen schweren Fahrzeuge für den Fahrbetrieb und zur Nutzung von Nebenantrieben mit Dieselverbrennungsmotoren ausgestattet. Die Nutzung dieser Motorentechnik führt derzeit jedoch zu einem hohen Schadstoffausstoß und hat während des Betriebs der Fahrzeuge eine erhebliche Lärmbelastung zur Folge.

Ziel des Projektes „eLHF“ ist es, den Regeleinsatzdienst des Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeuges zu mehr als 80% in einem rein elektrischen Betriebsmodus darzustellen. Hierfür soll in erster Linie ein im Fahrzeug verbauter Batteriespeicher genutzt werden. Dieser wird in der Bereitschaftszeit des Fahrzeugs auf der jeweiligen Feuerwache über ein Schnellladesystem geladen. Der Batteriespeicher soll die Einsatzfahrten und den Betrieb der gesamten Löschtechnik – wie die Feuerlöschkreiselpumpe und die Druckluftschaumanlage – auf der Einsatzstelle rein elektrisch sicherstellen.

Die Berliner Feuerwehr übernimmt mit diesem Projekt Verantwortung für den Klima- und Umweltschutz in urbanen Gebieten und bringt die Forschung und die Entwicklung elektrischer Antriebe von Feuerwehrfahrzeugen voran. Das eLHF wird gegenüber anderen Feuerwehrfahrzeugen eine Schadstoffreduktion von Ruß, Kohlenstoffdioxid- und Stickoxidausstoß erwirken und damit eine erheblich geringer schadstoff- und lärmbelastete Umgebung in den Fahrzeughallen und auf Einsatzstellen schaffen. Der elektrische Antrieb, verbunden mit der Nutzung von Ökostrom trägt zum Klimaschutz in Berlin bei.

Durch die Nutzung elektrischer Antriebssysteme besteht die Möglichkeit, die Fahrzeugarchitektur von Feuerwehrfahrzeugen völlig neu zu denken. Insbesondere sind Verbesserungen hinsichtlich der Ergonomie und der Kommunikation zu erwarten. Die Nutzung von Elektromotoren sorgt auf den Einsatzstellen für eine Lärmreduzierung, sodass nicht nur eine bessere Kommunikation vor Ort, sondern auch einen Verbesserung der Arbeitsklimas erzielt werden kann.

Das Projekt birgt zudem das Potenzial, Lösungen für ein spezielles hochkomplexes Anwendungsfeld der Elektromobilität darzustellen, welches sich insbesondere durch hohe Betriebs- und Einsatzsicherheit sowie Katastrophenschutzfestigkeit auszeichnet.Geplant ist, das Fahrzeug exemplarisch in drei Zeitabschnitten auf drei unterschiedlichen Feuerwachen im Berliner Stadtzentrum zur Erprobung in Dienst zu stellen. Dadurch sollen Erkenntnisse aus dem Einsatz elektrischer Antriebe für den Fahrbetrieb und die Löschtechnik gesammelt und ausgewertet werden. Kann das mit einem alternativen Antrieb versehene Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug erfolgreich in den Einsatzablauf integriert werden, ist die Umstellung aller Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeuge die Perspektive.

Im Rahmen des Projekts wird mit dem Betrieb des elektrisch betriebenen Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeuges gleichzeitig auch die notwendige Ladeinfrastruktur für den Betrieb des Fahrzeuges zur Verfügung gestellt und getestet.Hierzu werden leistungsfähige Schnellladesysteme analysiert, ausgewertet und anschließend den Anforderungen entsprechend beschafft.

berliner-feuerwehr.de

Rosenbauer Deutschland, ein Unternehmen des Rosenbauer Konzerns, und die Berliner Feuerwehr werden in den kommenden zwei Jahren gemeinsam ein hybrides Elektrolöschfahrzeug entwickeln. Zu diesem Zweck haben heute Vertreter beider Seiten eine sogenannte „Innovationspartnerschaft“ vereinbart, die das Projekt „eLHF“ (elektrisches Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug) durchführen und nach erfolgreichem Probebetrieb entsprechend Fahrzeuge beschaffen wird. Das Projektbudget beläuft sich auf zirka 1,8 Mio €; 90 Prozent davon sind Fördermittel aus dem Berliner Programm für Nachhaltige Entwicklung, das wiederum der Europäische Fonds für regionale Entwicklung und das Land speisen, der Rest sind eigene Haushaltsmittel der Berliner Feuerwehr. Der „Concept Fire Truck“ (CFT) von Rosenbauer bildet die technologische Basis für das eLHF.

Die Innovationspartnerschaft ist im europäischen Vergaberecht eine besondere Form des Vergabeverfahrens. Ziel ist es, ein innovatives Produkt zu entwickeln und dieses anschließend zu erwerben. Ausgangspunkt für die abgeschlossene Ausschreibung der Berliner Feuerwehr waren die steigenden Anforderungen in Sachen Umweltschutz und die komplexen Abgassysteme konventioneller Fahrgestelle, die die Gestaltung und den Betrieb von Löschfahrzeugen zunehmend negativ beeinflussen. Das hybride Projektfahrzeug soll folglich zur Erreichung der Berliner Klimaschutzziele beitragen, konkret eine Schadstoffreduktion um rund 14 t/a CO2 gegenüber einem herkömmlichen, dieselbetriebenen Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug realisieren, und über eine katastrophenschutzsichere Konstruktion verfügen. Das Lastenheft sieht zudem reduzierte Lärmemissionen sowie eine Verbesserung des betrieblichen Gesundheitsschutzes, der technischen Verfügbarkeit und der Kommunikation vor.

„Mit dem Projekt ‚eLHF‘ möchten wir eine zeitgemäße Antwort auf die komplexen Anforderungen an die Löschfahrzeugtechnik erarbeiten und einen Weg zur Integration neuer umweltgerechter Antriebstechnologien in den Einsatzdienst der Feuerwehr entwickeln“, sagt Karsten Göwecke, Ständiger Vertreter des Landesbranddirektors von Berlin. „Hierbei steht neben dem Ziel der Reduzierung von klima- und gesundheitsgefährdenden Emissionen durch die Einsatzfahrzeuge, auch die Betriebssicherheit und Ergonomie im Fokus. Das Projekt ‚eLHF‘ ermöglicht es uns, das Löschfahrzeug in sich völlig neu zu denken und Lösungen für die zukünftigen Herausforderungen der Feuerwehr in ein zukunftssicheres Fahrzeugkonzept einfließen zu lassen.“

„Die Innovationspartnerschaft mit der Berliner Feuerwehr bedeutet für unseren ‚Concept Fire Truck‘ einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Serienreife“, sagt Dieter Siegel, CEO von Rosenbauer International, „Wir schaffen auf diese Weise ein optimiertes Vorserienfahrzeug, das auf Herz und Nieren getestet ist, und bauen gleichzeitig Know-How auf, wie es idealerweise in den Realbetrieb integriert wird. Ich freue mich, dass die traditionsreiche Berliner Feuerwehr hier die Rolle eines Inkubators übernimmt und gleichzeitig einer der ersten Praxisanwender des ‚Feuerwehrfahrzeugs der Zukunft‘ sein wird.“

Weltweiter Markt für neuartige CFT-Technologie auf rund 3.200 Fahrzeuge bis 2030 geschätzt
Der „Concept Fire Truck“ von Rosenbauer wurde im Jahr 2016 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Konzeptstudie antizipiert die großen Megatrends wie Klimaerwärmung, demografischer Wandel und Urbanisierung sowie die damit verbundenen Herausforderungen für die Feuerwehren. Durch den Einsatz von Elektroantrieben konnte eine völlig neuartige Fahrzeugarchitektur geschaffen werden, die hundertprozentig auf diese Zukunftsszenarien abgestimmt ist und funktional wie ergonomisch neue Maßstäbe setzt. Hauptanwendungsgebiet für die CFT-Technologie ist zunächst das kommunale Löschfahrzeug, sie soll aber in weiterer Folge auch auf andere Fahrzeugtypen übertragen werden. Der „Concept Fire Truck“ ist insbesondere bei den Mitgliedsstädten der „C40 Cities Climate Leadership Group“ auf Interesse gestoßen, die im Klimaschutz eine Vorreiterrolle übernehmen wollen; Gespräche mit weiteren Modellregionen laufen.

Rosenbauer schätzt den weltweiten Markt für die innovative CFT-Technologie auf rund 3.200 Fahrzeuge bis 2030, in Europa könnten 2025 bereits 700 bis 800 Stück im Einsatz sein.

www.rosenbauer.com

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