Waldbrandübung im Wienerwald

von | Apr 8, 2019 | News, Wissen & Ausbildung | 0 Kommentare

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Schauplatz Cobenzl am Wiener Stadtrand: Die Berufsfeuerwehr Wien übt für den Ernstfall. Gleich zu Beginn der neuen Woche ging es im 19. Bezirk rund. Die Berufsfeuerwehr Wien war mit 50 Kräften auf der Jägerwiese im Einsatz. Allerdings handelte es sich nicht wirklich um einen Notfall, sondern um eine groß angelegte Übung. Angenommen wurde das Szenario eines ausgedehnten Waldbrandes, der so entlegen ist, dass Löschfahrzeuge nicht überall zufahren können.

Außerdem war nicht genug Löschwasser vorhanden, so die Annahme. Obwohl es in Wien noch nie einen derart großen Waldbrand gegeben hat, will die Berufsfeuerwehr Wien auch darauf bestens vorbereitet sein. Denn wenn einmal keine Löschwasserversorgung beim Brandgeschehen verfügbar ist, bedarf es Alternativen. In diesem Fall benötigte es Unterstützung aus der Luft. Dazu arbeitete die Berufsfeuerwehr Wien mit dem österreichischen Bundesheer zusammen, das seine Helikopter nicht nur im Ernstfall zur Verfügung stellt, sondern auch für die heutige Übung. Zum Einsatz kamen die beiden Hubschraubertypen Sikorsky 70 – auch bekannt als Blackhawk – und die kleinere Aluette 3.Die Übung sollte besonders realitätsnah ablaufen, deshalb wurden unterschiedliche Szenarien angenommen: Zum einen wurde eine Schülergruppe im Wald von den Flammen eingekesselt. Aufgabe der beiden Helikopter war es, die Schüler – gespielt von Figuranten – unbeschadet aus der Gefahrenzone zu befördern. Dabei wurden die Figuranten mittels Seil an Bord der Hubschrauber gezogen und zu einem Sammelplatz geflogen, wo sie von der Berufsrettung Wien versorgt wurden. Die Berufsrettung Wien wurde dabei von den Wiener Rettungsdiensten „Vier für Wien“ unterstützt: Rotes Kreuz, Arbeiter Samariterbund, Maltester und Johanniter. Ein weiteres Szenario handelte von einem Forstarbeiter, der beim Arbeiten von einem fallenden Baum schwerverletzt und eingeklemmt wurde. Auch ihn galt es zu retten. „Gerade weil einige Bereiche des Cobenzl mit Löschfahrzeugen schwer zu erreichen sind, ist das Gebiet besonders gut für solche Übungen geeignet“, erklärt Branddirektor DI Dr. Gerald Hillinger. „Wir gehen davon aus, dass hier sehr wenig Löschwasser zur Verfügung steht. Gemeinsam mit dem Österreichischen Bundesheer wird mit den Hubschraubern Löschwasser in diesen Bereich gebracht. In diesem Fall kam das Wasser direkt aus der Donau oder aus Wasserbehältern im Brandbereich, die das Bundesheer mit dem Donauwasser befüllt. Die Ränder des Brandes werden dann direkt mit dem Helikopter benetzt. Zusätzlich löschen Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr Wien den Brand „klassisch“ mit Schlauchleitungen.“Hohes Interesse von Politik und VerwaltungDie spektakulären Szenen lockten auch Vertreterinnen und Vertreter aus Wiens Politik und Stadtverwaltung auf den Cobenzl. Feuerwehrstadtrat KR Peter Hanke sah sich die simulierten Löscharbeiten aus nächster Nähe an. Er weiß um die Bedeutung solcher Übungen für Wien: „Es geht hier um Menschen, die aus dem Gefahrenbereich gebracht werden müssen sowie um Eindämmung des Brands. Deshalb ist es so wichtig, dass die unterschiedlichsten Organisationen gut miteinander kommunizieren, zusammen arbeiten und ihre Prozesse abstimmen. Das benötigt viel Übung, aber man sieht auch heute wieder, wie gut Feuerwehr, Rettung und Bundesheer gemeinsam funktionieren. Als Feuerwehrstadtrat macht es mich stolz, dass wir für Ausnahmezustände gewappnet sind und sich die Wienerinnen und Wiener darauf verlassen können.“An der Übung nahmen 200 Einsatzkräfte teil, darunter 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr Wien, 20 Einsatzkräfte des Katastrophenhilfsdienstes des Wiener Landesfeuerwehrverbandes sowie 15 Flughelfer des Niederösterreichischen Landesfeuerwehrverbandes Flugdienst Mitte.

MA 68 – Feuerwehr und Katastrophenschutz
www.wien.gv.at/rk

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