Premiere in Wien: Zum ersten Mal wird ein Bundesfeuerwehrjugendleistungsbewerb in der österreichischen Bundeshauptstadt ausgetragen. Die besten Bewerbsgruppen aus allen neun Bundesländern sowie aus Südtirol messen sich nach monatelangem Training in unterschiedlichen Disziplinen. Nun steht fest, wer die österreichische Feuerwehrjugend bei den internationalen Wettkämpfen im Jahr 2019 in der Schweiz vertreten darf. Das letzte Augustwochenende steht alle zwei Jahre traditionell ganz im Zeichen der Feuerwehrjugendbewerbe auf Bundesebene. Insgesamt 52 Gruppen (50 Burschen- und Mädchengruppen sowie „gemischte Gruppen“ aus Österreich und zwei Gruppen aus Südtirol) qualifizierten sich bei den jeweiligen Landesbewerben für die Bundesbewerbe. Neben Geschwindigkeit, Geschicklichkeit und Ausdauer sind Teamfähigkeit sowie mentale Stärke für ein herausragendes Ergebnis ausschlaggebend.

„Die Jugendlichen trainieren sehr lange und sehr hart, um so weit zu kommen. Neben der Schule und der Freizeit treffen sie sich mehrmals die Woche, um hier mitmachen zu können. Jeder Handgriff muss sitzen, jede Bewegung ist genau einstudiert, um erstens keine Fehler zu machen und zweitens, eine Spitzenzeit hinzulegen“, schildert Bundesfeuerwehrrat Manfred Eibl, als Referatsleiter zuständig für die rund 26.000 Jugendlichen zwischen 10 und 16 Jahren der österreichischen Feuerwehrjugend.

Natürlich ist das Training – gerade in den Wochen vor dem Bewerb – sehr intensiv. Allerdings darf der Spaßfaktor nicht zu kurz kommen. „Die Burschen und Mädchen sind hochmotiviert und zeigen bei diesen Bewerben was sie können. Ein wesentlicher Teil ist aber, dass die Feuerwehrjugendmitglieder – bei allem Wettkampfgeist – auch Spaß haben, Kameraden treffen, sich austauschen und neue Freundschaften knüpfen. Dieses Miteinander zeichnet unsere Feuerwehren aus“, freut sich Feuerwehrpräsident Albert Kern über den Nachwuchs.

Die Sieger

Oberösterreich stellte mit den Plätzen 1 bis 7 einmal mehr seine Vormachtstellung innerhalb der österreichischen Feuerwehrjugend unter Beweis. Zum Bundeschampion 2018 kürte sich (wie auch bereits 2016) der amtierende Weltmeister, die Jugendgruppe „Bad Mühllacken“.  Die Zeit von 43,28 sec. beim Hindernislauf und 65,09 sec. beim Staffellauf (jeweils 0 Fehlerpunkte) führte zum Bundessieg. Platz 2 belegte der amtierende Vizeweltmeister „St. Martin im Mühlkreis“ (44,01 sec./0 FP/64,51 sec./0 FP). Den dritten Platz eroberte die Gruppe „Waldneukirchen“ (47,69 sec./0/64,36/0).„Guggenberg“ (4), „Leonstein“ (5), „Hinterberg“ (6) und „Allerheiligen/Lebing“ auf Platz 7 komplettieren das hervorragende Ergebnis für den oberösterreichischen „Feuerwehrnachwuchs“. Dahinter platzierten sich „Hollenthon“ (NÖ), Lamprechtshausen (Salzburg) und Schwabegg (Kärnten) auf den Rängen 8 bis 10.Bei den Mädchengruppen ging der Sieg ebenfalls nach Oberösterreich. „Mitteregg/Haagen/Sand“ war vor „Irschen“ (Kärnten) und „St. Martin bei Lofer“ (Salzburg) erfolgreich.Für die Internationale Jugendfeuerwehrbegegnung in der Schweiz im nächsten Jahr sind somit Bad Mühllacken, St. Martin im Mühlkreis und Waldneukirchen sowie die Mädchengruppe aus Mitteregg/Haagen/Sand (alle Oberösterreich) qualifiziert.

Schlussfeier am Rathausplatz

Der Marsch der 520 Jugendlichen, der Delegationsleiter und Bewerter vom Heldenplatz über den Ring zur feierlichen Siegerverkündung am Rathausplatz führte mit einer Löschbereitschaft der Berufsfeuerwehr Wien sowie mit Flughafenfeuerwehrfahrzeugen an den anwesenden Ehrengästen, allen voran Wiens Landeshauptmann und Bürgermeister Dr. Michael Ludwig sowie an den Präsidialmitgliedern des ÖBFV, neben Feuerwehrpräsident Albert Kern die Vizepräsidenten und Landesfeuerwehrkommandanten, vorbei. Vor der herrlichen Kulisse des Wiener Sommerkinos, dessen Infrastruktur Dank der Stadt Wien Marketing für diese Feier genutzt werden konnte, und hunderten Schlachtenbummlern, wurden die Siegergruppen verkündet sowie die Urkunden und Preise überreicht.

Bürgermeister Dr. Michael Ludwig zeigte sich, ob des geballten ehrenamtlichen Engagements, beeindruckt: „Die Leistungen, die die Jugendlichen gezeigt haben, und die Bereitschaft sich freiwillig in den Dienst der Sache zu stellen, kann einen jeden Menschen nur beeindrucken. Die Kompetenz und der Verdienst für die Sicherheit Österreichs jetzt und in Zukunft hat wahrlich eine Bühne am Rathausplatz verdient und ich bin stolz, dass Wien als Plattform für diese wahrliche Leistungsschau der Feuerwehrjugendlichen dienen konnte.“

„Urleiwandes“ Wien

Das Organisationsteam des Landesfeuerwehrverbandes Wien hat in jahrelanger Vorbereitung eine unvergessliche und einmalige Veranstaltung auf die Beine gestellt. Neben dem Bewerb wurde auch ein umfangreiches Rahmenprogramm organisiert. So hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, Sehenswürdigkeiten der Stadt Wien mit den kostenlos zu nutzenden öffentlichen Verkehrsmitteln zu besuchen, zahlreiche Einsatzfahrzeuge der Wiener Hilfs- und Einsatzorganisationen kennen zu lernen und am Ferienspiel der Stadt Wien teilzunehmen.

Das Stadion des FC Stadlau im 22. Wiener Gemeindebezirk Donaustadt stellte perfekte Bewerbsbedingungen zur Verfügung, die Wiener Linien unterstützten diese Veranstaltung mit einer Gratis-Öffi-Nutzung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Auch die Stadt Wien unterstützte diese 22. Bundesfeuerwehrjugendleistungsbewerbe maßgeblich. So konnten beispielsweise die Jugendlichen in verschiedenen Volksschulen untergebracht werden. Zahlreiche namhafte Großsponsoren, allen voran die Wiener Städtische Versicherung und der Energiekonzern Lukoil, sorgten zusätzlich für die finanzielle Unterstützung dieses Großprojektes.

„Viele Sponsoren und Partner – allen voran die Stadt Wien selbst – haben uns bei der Realisierung des 22. Bundesbewerbs unterstützt. Ohne diese Kooperationen wäre eine solche Veranstaltung für eine einzelne Feuerwehr weder finanziell noch organisatorisch denkbar. Neben dem, an unser ehrenamtliches Organisationsteam zu richtenden, großen Dank, gilt diesen Institutionen und Persönlichkeiten unsere ausdrückliche Hochachtung“, erklären die für die Gesamtdurchführung verantwortlichen Brandräte Ing. Thomas Hebelka und Ing. Werner Turetschek von der Feuerwehrjugend und dem Katastrophenhilfsdienst Wien einhellig, denen die Erleichterung ob des reibungslosen Ablaufs der Schlussfeier und des Bewerbs deutlich anzumerken war.

Der nächste Bundesfeuerwehrjugendleistungsbewerb finden übrigens im Jahr 2020 in Traiskirchen in Niederösterreich statt.

 

Fotocredit: Franz Fink

BR Andreas Rieger, MA

 

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