Rosenbauer Gerätewagen-Gefahrgut

von | Mai 11, 2020 | Fahrzeuge, News | 0 Kommentare

Produktionsstandorte der Chemie- und Pharmaindustrie sind eine besondere Herausforderung für eine Feuerwehr: Wo unterschiedlichste Chemiekalien, Materialien, Drücke und Temperaturen aufeinander treffen, ist nicht nur besondere Vorsicht geboten, sondern auch spezielles Wissen und besondere Ausrüstung gefragt, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Aus diesem Grund setzt die Infraserv Höchst-Gruppe an ihrem Standort in Frankfurt am Main seit kurzem auf einen Gerätewagen Gefahrstoff (GW-G) von Rosenbauer.

Im Einsatz an einem der erfolgreichsten Chemiestandorte Europas

Die Infraserv Höchst-Gruppe ist Betreiber verschiedener Industrieparks sowie Produktionsstätten und Entsorgungsanlagen der chemischen Industrie. Größter seiner Art in Deutschland ist dabei der Industriepark Höchst in Frankfurt am Main. Mit einer Fläche von etwa vier Quadratkilometern ist er sogar einer der größten Chemie- und Pharmastandorte in ganz Europa. Auf dem riesigen Areal stellen verschiedene Unternehmen ihre Produkte her – darunter allseits bekannte Namen wie BASF, Bayer oder Novartis.

Infrastrukturanbieter: von Energie bis Gefahrenabwehr

Parkbetreiber Infraserv stellt für die Firmen, die auf dem Gelände ihre Produkte erzeugen,  die gesamte Infrastruktur zur Verfügung. Dazu zählen die Versorgung mit Energie in unterschiedlicher Form, Entsorgungs- und Sicherheitsleistungen, das Gebäude-Management, aber auch Logistik- und Aus- und Weiterbildungsleistungen. Nicht zuletzt ist der Industrieparkbetreiber aber auch für die Gefahrenabwehr verantwortlich. Infraserv unterhält deshalb neben einem medizinischen Versorgungszentrum auch eine eigene Werkfeuerwehr.

Teil des Hilfeleistungssystems TUIS

Diese ist auch Teil des Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystems TUIS, das von Unternehmen der chemischen Industrie aus Deutschland und Österreich betrieben wird: Kommt es zu einem Transportunfall mit Chemikalien, bietet TUIS nicht nur Beratungsbeistand, sondern über seine eingegliederten Werkfeuerwehren auch technische Hilfe am Unfallort mit den notwendigen Spezialgeräten. Kommt es beispielsweise in Reichweite des Industrieparks Höchst zu einem solchen Unfall, rückt die Werkfeuer aus und ist kompetenter Partner der lokalen Rettungskräfte.

Abnehmer spezieller Fahrzeuge

Die Werkfeuerwehr eines Industrieparks ist kein Kunde, der nur nach alltäglichen Produkten verlangt. Zwar befinden sich im Infraserv-Fuhrpark in Frankfurt auch ein AT und zwei Universallöschfahrzeuge von Rosenbauer. An das vor 10 Jahren gelieferte Dekontaminationsfahrzeug erinnert sich Thomas Sandmair, zuständiger Konstrukteur bei Rosenbauer, aber bis heute noch genau. Und da es mit so vielen Besonderheiten aufwarten kann, dürfte das unlängst ausgelieferte Spezialfahrzeug für den Umgang mit Gefahrstoffen (GW-G) ihm ähnlich gut in Erinnerung bleiben.

Von Vertikallift und Druckluftkompressor…

Auf einem Mercedes-Benz Actros 2551 6×2 Fahrgestell mit gelenkter Hinterachse und 5,80 Meter Radstand wurde von Rosenbauer ein Aufbau installiert, mit dem die Werkfeuer für Notfalleinsätze im Chemiepark perfekt gerüstet ist. Dazu zählt unter anderem eine Stickstofflöschanlage mit 4 Flaschen zu je 50 Liter Fassungsvermögen und ein spezieller Ort für die Gefahrengutschläche: Sind diese nach einem Einsatz kontaminiert, werden sie separiert von der restlichen Ausrüstung auf dem Dach transportiert. Um sie problemlos dort unterzubringen, wurde am Heck statt einer Ladeordwand ein Vertikallift verbaut, der eine Hubhöhe von 2,20 Meter erreicht. So ist der Dachzugriff komfortabel möglich. Wie außergewöhnlich dieses Feature ist, macht Thomas Sandmair klar, wenn er sagt, dass er in seiner langen Zeit bei Rosenbauer so einen Lift erst einmal zuvor für einen Kunden habe verbauen dürfen.

Darüber hinaus gibt es im Fahrerhaus hinter den Sitzen für Fahrer und Beifahrer einen eigenen Arbeitsplatz zur Atemschutzüberwachung am Einsatzort. Eine weitere Besonderheit hat auch mit Druckluft zu tun, jedoch nicht für den Löschtrupp: Ein eigener Kompressor erzeugt Pressluft für externe Werkzeuge, die damit angetrieben werden. Elektrische Geräte können natürlich über den Einbaugenerator oder über einen zweiten, tragbaren Stromerzeuger mit Energie versorgt werden.

…bis Hygienewand und Werkbank

Um Schutz vor starker Sonneneinstrahlung und leichtem Regen zu bieten, wurden seitlich Markisen angebracht. Für ausreichende Helligkeit bei Einsätzen im Dämmerlicht oder bei Nacht sorgt der FLEXILIGHT LED Lichtmast. Ein anderes Beispiel für die besondere Ausstattung dieses Fahrzeugs ist die sogenannte Hygienewand, die von einem 400 Liter großen Wassertank gespeist wird: Hier können sich Einsatzkräfte die Hände waschen oder im Notfall sogar duschen.

Weitere funktionale Details sind extrem stabile Ausziehschränke, die Wolfgang Obermayr, der zuständige Beladetechniker, gut verständlich als »Apothekerschränke« bezeichnet. Sie erlauben es, mit einem Blick ein sehr breites Werkzeugsortiment zu erfassen und ermöglichen zudem einen schnellen Zugriff. Auch nicht vergessen werden darf der ausziehbare Arbeitsplatz rechts vorne: Hier ist sogar eine Werkbank mit hölzerner Arbeitsplatte integriert, um Anpassungen oder Reparaturen an Werkzeugen vor Ort vornehmen zu können.

www.rosenbauer.com

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