E-Logistikfahrzeug von Rosenbauer

von | Okt 10, 2020 | Fahrzeuge, News | 0 Kommentare

Das neue Logistikfahrzeug von Rosenbauer vereint ein hochflexibles Aufbaukonzept mit einem neuen, innovativen Elektro-Fahrgestell. Es ist das erste Feuerwehrfahrzeug auf einem vollelektrisch angetriebenen Serienchassis, dem Volvo FL Electric. Die FL-Baureihe kam 1985 auf den Markt, wird heute in der dritten Generation gebaut und kommt in der Version bis 16 t zulässigem Gesamtgewicht vor allem im lokalen Verteilverkehr zum Einsatz. Seit dem Vorjahr gibt es das Chassis auch mit E-Antrieb und Rosenbauer ist der erste Feuerwehrausstatter weltweit, der darauf ein Einsatzfahrzeug realisieren konnte.

 

Reinrassiger E-Lkw
Der Antriebstrang des neuen Logistikfahrzeuges besteht aus einem kompakten Elektromotor und einem 2-Gang-Getriebe, dessen erster Gang auch in steilem Gelände das Anfahren mit maximalem Drehmoment (425 Nm) erlaubt. Die Leistung des E-Motors beträgt 165 kW (Dauerleistung) und erreicht in der Spitze bis zu 200 kW. Zudem fungiert der Motor als Generator, der die kinetische Energie, die normalerweise beim Bremsen verloren geht, in elektrische Energie umwandelt und an die Traktionsbatterien zurückspeist. Bis zu sechs 600-V-Batterien (Lithium-Nickel-Mangan-Kobalt-Akkumulatoren) mit einer Kapazität von jeweils 50 kWh können im Chassis verbaut werden und sorgen für eine Reichweite von rund 300 km. Aufgeladen werden sie entweder über die bordeigenen Ladegeräte mit Wechselstrom oder an externen Gleichstrom-Ladestationen, der Ladevorgang beträgt bei 6 Batterien 1,5 bzw. 10,5 h (schnell/normal) und bei vier Batterien weniger als eine Stunde bzw. 6,5 h (schnell/normal)1).

Vollelektrischer Feuerwehreinsatz
Das Rosenbauer Logistikfahrzeug hat vier Batterien an Bord, die ausreichend Energie für einen durchschnittlichen Logistikeinsatz mit An- und Abfahrt, Einsatzstellenbeleuchtung (Blitzleuchten, Umfeldbeleuchtung, LED-Innenbeleuchtung) sowie die elektrische Versorgung von Funkgeräten, Laptops, Handscheinwerfer, Ladegeräten etc. liefern. Das Fahrzeug verfügt über ein Rosenbauer CAN-Bus-System, die gesamte Beleuchtung, die Rückfahrkamera und das Heckmikrophon können über ein in der Mittelkonsole des Fahrerhauses verbautes 10“-Display geschaltet werden. Steckdosen sind sowohl im Fahrerhaus als auch an mehreren Stellen im Aufbau verbaut.

Flexibles Aufbaukonzept
Der feuerwehrtechnische Aufbau besteht aus drei Teilen, einem Werkstattraum mit Arbeitsfläche, zwei Geräteräumen und einem geräumigen Logistik- bzw. Laderaum. Der Leichtaufbau ist aus Aluminium-Sandwichplatten mit Verstärkereinlagen gefertigt und mit einer Höhe von 2,1 Metern (Innenlichte) über die gesamte Länge aufrecht begehbar. Der Zugang zum Werkstattraum erfolgt über eine Tür mit ausziehbarer Treppe auf der rechten Fahrzeugseite. Die Geräteräume sind mit Rollläden, die Gerätetiefräume mit Klappen staubdicht verschlossen, welche im geöffneten Zustand als Auftrittsklappen dienen. Für die sichere Lagerung und eine optimierte Entnahme der in den Geräteräumen gehalterten Ausrüstung steht das komplette Programm des Rosenbauer Systembaukastens COMFORT mit Auszügen, Schubladen, Drehfächern usw. zur Verfügung. Im Logistikraum sind zwei Regale verbaut und werden vier Standard-Rollcontainer transportiert, die über ein spezielles Schienensystem mit Arretierung gesichert sind. Die Be- und Entladung erfolgen über eine Ladebordwand mit einer Tragkraft von 1.500 kg. 

Bis zu sechs Rollcontainer finden im heckseitigen Laderaum des vollelektrisch betriebenen Fahrzeuges Platz, welches aufgrund des flexiblen Aufbaukonzeptes nicht nur in der vorliegenden Konfiguration, sondern auch mit anderer Raumaufteilung und -ausstattung gefertigt werden kann. So lassen sich je nach Anforderung der Feuerwehren verschiedenste Logistikkonzepte umsetzen und zum Beispiel auch Gerätewagen, wie sie in Deutschland genormt sind, realisieren.

Neue Rollcontainer RTE RC Profile
So wie das Fahrzeug selbst sind auch die Rollcontainer (RTE RC Profile) eine komplette Neuentwicklung aus dem Hause Rosenbauer. Sie bestehen aus einer robusten und stabilen Rahmenkonstruktion aus eloxierten Aluminiumprofilen verbunden mit Eckverbindern und können bis zu einem Gesamtgewicht von 700 kg beladen werden. Es gibt sie je nach Transportzweck in Plateau- und Rahmenbauweise, mit Deckelblech und Fachböden, weiteren Zubehörteilen (Staplerkufen, Kranösen, Zugöse, Geradeauslauf-Feststeller, LED-Beleuchtung) sowie zwei oder vier gebremsten Lenkrollen. Die Bedienung erfolgt über eine einzelne Griffstange, die nur leicht nach unten gedrückt werden muss, um den Container zu bewegen. Lässt man den Griff wieder los, werden automatisch die Bremsen aktiviert und der Container stoppt (Totmannbremse).

Grundsätzlich können die Rollcontainer individuell beladen werden, sie sind aber auch in fertig zusammengestellten Funktionseinheiten erhältlich: Gitterbox, Saugstelle (mit Tragkraftspritze, Saugschläuchen und Zubehör), Strom/Licht (mit Stromerzeuger, Verteiler und LED-Flutlichtscheinwerfern), Löschangriff (für Druckschläuche, Strahlrohre und Pulverlöscher) oder Wasserschaden (mit Tauchpumpen und zugehörigem Equipment), um nur einige der zahlreichen Varianten zu nennen.

Logistisches Gesamtsystem
Rollcontainer und feuerwehrtechnischer Aufbau verbinden sich zu einem Gesamtsystem mit ungeahnter Variabilität, welches sich ideal für die logistische Einsatzstellenversorgung eignet. Dazu kommt erstmals ein vollelektrischer Antrieb mit ausreichend Leistung und hoher Verfügbarkeit (einfacher Motor, wenige bewegliche Teile, längere Serviceintervalle), der ohne Schadstoffausstoß und nahezu geräuschlos  – im Leerlauf ist der FL Electric fast 40 dB (!) leiser als ein Volvo FL mit Dieselmotor1) – betrieben werden kann. Mit diesem Fahrzeug können die Umwelt und die Gesundheit der Einsatzkräfte gleichermaßen geschont werden. Rosenbauer zeigt damit einmal mehr, wie neueste Technologien sinnvoll in den Feuerwehralltag der Zukunft integriert werden können.
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