BBG: Vom Konzept zur Realisierung

von | Mrz 27, 2024 | Fahrzeuge, News | 0 Kommentare

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Die FF Kierling ist eine von sieben Feuerwehren der Stadt Klosterneuburg und für rund 3200 Einwohner zuständig. Der Ort liegt an der B14 und ist durch Wohnsiedlungen, die teils recht hoch auf steilen Wienerwaldhängen liegen, geprägt. Die rund 60 Aktiven decken ein übliches „Leistungsspektrum“ an Einsätzen ab, welches einerseits städtisch und andererseits durch große Wald- und Wiesenflächen geprägt ist. Darüber hinaus ist die FF Atemschutzstützpunkt (Atemluftfahrzeug) für die ganze Stadtgemeinde. Die Erneuerung des Fuhrparks wurde mit einem Gesamtkonzept gestartet, welches Kommandant ABI Mag. Alexander Gutenthaler mit einer Arbeitsgruppe erstellte. FEUERwehrOBJEKTIV sprach mit Fahrmeister FT Dipl.-Ing. Thomas Huber darüber und wird das Projekt bis zur Auslieferung begleiten.

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Planung

Im Rahmen der NÖ Feuerwehrausrüstungsverordnung gibt es einen Stationierungsplan für die Stadt Klosterneuburg. An taktischen Fahrzeugen sind dabei je ein Hilfeleistungsfahrzeug 1 und 3 für die FF Kierling vorgesehen.

„Bereits in der Planungsphase des HLF 1, welches 2021 in Dienst gestellt wurde (FO hat berichtet) haben wir für den zukünftigen großen Bruder mitgedacht. So sollten beide Fahrzeuge die gleiche Anordnung der Atemschutzgeräte in der Kabine (2 gegen, 1 mit der Fahrtrichtung) aufweisen und Werkzeug möglichst vereinheitlicht werden“, betont Huber: „Bereits bei den ersten Planungen war klar, dass das HLF 3 viele technische Komponenten enthalten wird, da wird damit die Funktionen des TLFA 2000 und des Rüstfahrzeuges mit Kran abdecken wollten. Somit musste beim Tankinhalt ein wenig gespart werden, was wiederum im Rahmen des Konzeptes mit den Nachbarn unkompliziert ist.“

Im Zuge der Vorabreiten kristallisierte sich der allradgetriebene und stark motorisierte Scania P420 4×4 XT mit Rosenbauer AT Facelift-Aufbau als optimal für Kierling heraus. Um ja keine Fehler zu machen, fanden mit einem vergleichbaren Fahrzeug eine umfangreiche Befahrung des Einsatzgebietes statt.

BBG statt Ausschreibung

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Für die Beschaffung wurde die einfache Lösung über die Bundesbeschaffung GmbH gewählt. Da die gewünschte Kombination auf der Beschaffungsplattform abrufbar ist, war den Verantwortlichen schnell klar, diesen Weg zu gehen und sich dadurch eine Ausschreibung zu ersparen und trotzdem das gewünschte Produkt zu einem Fixpreis zu erhalten. Warum soll man sich Arbeit machen, wenn Produkt und Preis passen?

„Auf die Rahmenvereinbarung folgte die Konkretisierung mit unseren durchaus innovativen Vorstellungen – und jetzt ist das Fahrgestell schon mal in Österreich“, freut sich der Feuerwehrtechniker.

Die wichtigsten Features

4050mm Radstand und ein optimaler Einschlag ermöglicht alle Gassen des Einsatzgebietes gut zu befahren und der 420PS-Motor sorgt für genug Beschleunigung auch auf steilen Passagen.

Der 2400l Wassertank ermöglicht die vollständige Nutzung des Raumes zwischen den Geräteräumen 1 und 2. Der Tank liegt zwischen GR 3 und 4 und ermöglicht dank „Rucksack über der Pumpe eon Volumen von 2400 Litern.

DI Huber berichtet weiter: „Eingebaut werden eine  Normaldruckpumpe N35 und eine Rotzler Treibmatic-Seilwinde mit 55 kN Zugkraft. Auf den Lichtmast konnten wir dank der starken Umfeldbeleuchtung verzichten. Als für das Einsatzaufkommen nicht notwendig erachtet haben wir eine automatisierte Schaumzumischung und einen Frontabgang. Statt eines Dachwerfers kommt ein tragbarer Monitor.“

Die Kabine ist für eine Besatzung von 1:7 ausgelegt, wobei vier Pressluftatmer verbaut sind: Fahrzeugkommandant, zwei gegen, eines mit der Fahrtrichtung.

Ein durchgehender Action Tower ist ebenfalls gegen die Fahrtrichtung angeordnet.

Aus der Beladung

Neben der richtlinienkonformen Beladung wird es eine umfangreiche Bedarfsausrüstung geben:  Da die OIB-Richtlinie von 12 Metern Rettungshöhe ausgeht, hat man sich für eine dreiteilige Schiebeleiter entschieden, auf dem Dach wird es eine Steckleiter mit Zubehör sowie eine große Dachkiste mit Holz, Latten, Pfosten, Pölzrohren, Wasserwerfer und Korbtrage geben.

Die Stromversorgung wird klassisch mit einem vorhandenen Generator RS 14 auf Absenkvorrichtung im GR 4 sichergestellt. Kernstück ist das hydraulische Rettungsgerät.

Geräte: Rangierroller, Greifzug, Südbahnwind, hydraukische Heber und Anschlagmittel Hebekissen in einer Tragetasse, diverse Akkugeräte (Makita 18V System), hydr. Türöffner, Motortrennsäge, Handmembranpumpe, Akku-Lüfter Supervac V16, Dichtmaterial, Auffangwanne, Bindemittel

Da bei vielen Bauten ein zweiter Flucht/Rettungswege fehlt, wird auch ein Sprungkissen beschafft.

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Zusammenfassung

Bei der FF Kierling wird das Einsatzspektrum zukünftig durch die zwei Hauptfahrzeuge HLF 1 und HLF 3 abgedeckt. Viel Ausrüstung ist bei beiden HLF gleich bzw. am gleichen Ort gelagert oder die Fahrzeuge ergänzen einander.

Dazu Huber abschließend: „Mit diesem realistischen Konzept sind wir flexibel –aufgestellt und können gut die Tageseinsatzbereitschaft sicherstellen. Wir hoffen, das Fahrzeug im Herbst in Dienst stellen zu können!“

FEUERwehrOBJEKTIV wird dann über die im BBG-Vertrag fixierte Rohbaubespechung berichten!

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