Braunau am Inn – Atemschutzeinsätze gehören zu den gefährlichsten Aufgaben im Feuerwehrdienst. Immer wieder berichten Medien über Menschen, die aus verrauchten Wohnhäusern und Treppenhäusern gerettet werden müssen. In solchen Lagen arbeiten auch die Einsatzkräfte selbst an der Grenze des Zumutbaren: giftige Brandgase, Nullsicht, Hitze und Einsturzgefahr verlangen den Atemschutzgeräteträgern alles ab. Um unter diesen Bedingungen professionell helfen zu können, braucht es eine exzellente Ausbildung, das sprichwörtlich „blinde“ Beherrschen der Gerätschaften und eine sehr gute körperliche Fitness.
Genau hier setzt die Atemschutzleistungsprüfung (ASLP) des Oö. Landes-Feuerwehrverbandes an. Bei zwei Abnahmeterminen – am 15. und 22. November 2025 – stellten sich in Braunau bei der Feuerwehr Braunau insgesamt über 170 Feuerwehrmitglieder aus dem Bezirk Braunau einer intensiven Überprüfung ihres Wissens und Könnens in den Stufen Bronze, Silber und Gold. Insgesamt konnten 166 Leistungsabzeichen überreicht werden: 96 in Bronze, 48 in Silber und 22 in Gold.
„Die Atemschutzleistungsprüfung ist kein Bewerb für Pokale, sondern ein Instrument zur Qualitätssicherung“, betont Bezirksfeuerwehrkommandant OBR Franz Baier. „Unsere Atemschutztrupps sollen zeigen, dass sie auch unter Zeitdruck und Stress ruhig, überlegt und nach klaren Standards arbeiten. Davon profitieren im Einsatzfall alle – die Bevölkerung und unsere eigenen Leute.“
Bereits Wochen vor den beiden Terminen liefen in den Feuerwehren im Bezirk Braunau intensive Vorbereitungen: mehrfache Wiederholungen der standardisierten Handgriffe, Theorieeinheiten zu Atemgiften, Taktik und Gerätekunde sowie körperliches Training. Zugelassen werden nur Feuerwehrmitglieder mit abgeschlossener Grundausbildung, absolvierter Atemschutzausbildung, gültigem Tauglichkeitsuntersuchung und bestandenem Atemschutz-Leistungstest.
Die Leistungsprüfung selbst gliedert sich in mehrere Stationen: Eine schriftliche Wissensüberprüfung, die normgerechte Aufnahme und Funktionskontrolle der Geräte, eine realitätsnahe Einsatzübung unter Nullsicht sowie die fachgerechte Pflege, Wartung und Dokumentation nach dem „Einsatz“. In der höchsten Stufe Gold kommt eine zusätzliche Station zur technischen Überprüfung von Maske und Atemschutzgerät an einem Prüfgerät mit genauer Eintragung der Messwerte hinzu. Bewertet wird nicht die schnellste Zeit, sondern das saubere, sichere und standardisierte Arbeiten im Team.
Beim ersten Turnus am 15. November traten 32 Gruppen mit insgesamt 92 Trupps zur Leistungsprüfung an (69 in Bronze, 16 in Silber und 7 in Gold). Eine Gruppe in Bronze verfehlte trotz aller Bemühungen das Ziel. Eine Woche später, beim zweiten Turnus am 22. November, stellten sich 29 weitere Trupps mit 81 Teilnehmern den Anforderungen; drei Gruppen – zwei in Silber und eine in Gold – mussten die Leistungsprüfung ohne Abzeichen beenden.
Unterstützt wurden die Abnahmen an beiden Tagen von jeweils 19 Bewerterinnen und Bewertern, die die Stationen leiteten, die Leistungen fair und streng beurteilten und den Trupps im Anschluss ein fachliches Feedback gaben. Die Feuerwehr Braunau sorgte als durchführende Feuerwehr für einen reibungslosen organisatorischen Ablauf.
Mit den nun abgelegten 166 Atemschutz-Leistungsabzeichen ist der Bezirk Braunau im Bereich Atemschutz noch besser auf zukünftige Einsätze vorbereitet. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer bringt das Erlernte wieder in die eigene Feuerwehr ein und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit im gesamten Bezirk.
Hauptbrandinspektor d.F.
Gerald Badegruber
Bezirks-Fachbeauftragter Öffentlichkeitsarbeit


