Zugunglück auf Südbahnstrecke noch rechtzeitig verhindert

von | Dez 6, 2020 | Einsätze | 0 Kommentare



Durch die bahneigenen Warn- und Sicherheitssysteme, konnte in der heutigen Nacht vom Samstag 05.12. auf Sonntag 06.12.2020 auf der Südbahnstrecke in NÖ im Bezirk Baden ein schweres Zugunglück verhindert werden. Ein Personenzug befand sich gerade auf der Fahrt in Richtung Wr. Neustadt als der Triebwagenführer von seiner Leitstelle eine Notfallwarnung erhielt. Ein Geleis-Überwachungssystem hat Alarm ausgelöst. Daraufhin leitete der Triebwagenführer des Personenzuges eine sofortige Notbremsung ein und konnte den Zug kurz vor dem Bahnhof Kottingbrunn auf der Strecke zum Stillstand bringen. Wenig später fuhren mehrere auf seinem Geleis entgegenkommende Güterwagen auf den stehenden Personenzug auf. Diese Güterwagen sind zuvor, aus bislang unbekannter Ursache, vom Abstellbereich nahe dem Bahnhof Leobersdorf weggerollt.



Durch das richtige Handeln aller Beteiligten konnte zumindest ein größerer Schaden verhindert und vor allem jedoch Menschenleben gerettet werden. Der Personenzug wäre eigentlich dort in diesem Streckenabschnitt mit hoher Geschwindigkeit unterwegs gewesen. In diesem Zug befanden sich zum Glück nur 7 Fahrgäste.

Die Freiwillige Feuerwehr Kottingbrunn wurde gegen 23.25 Uhr zur Unterstützung der ÖBB für die Ausleuchtung der Unfallstelle, sowie für die Hilfe beim Aussteigen der Fahrgäste angefordert. Nach Absprache mit dem eingetroffenen ÖBB Einsatzleiter, ließ der Feuerwehreinsatzleiter Kommandant Christopher Pischem eine Beleuchtung aufbauen und eine Rettungsplattform im Bereich eines Wagons des Personenzuges in Stellung bringen, dass die Fahrgäste sicher aussteigen können. Sechs Fahrgäste konnte dann so den Zug selbständig verlassen, eine Person die jedoch körperlich beeinträchtig war, musste mittels Spineboard (spezielles Rettungsbrett) und einer Korbschleiftrage (Rettungswanne) von den Feuerwehreinsatzkräften, sowie dem nachgeforderten Rettungsdienst aus dem Zug über eine Böschung gerettet werden. Anschließend wurde diese Person dann vom Rettungsdienst zur weiteren Abklärung in ein Spital abtransportiert. Die anderen sechs unverletzten Fahrgäste transportierte die Feuerwehr Kottingbrunn mit einem Mannschaftstransportfahrzeug zum Bahnhof nach Wr. Neustadt.

Die Polizei nahm dem Vorfall auf und noch in der Nacht wurde mit den Verantwortlichen der ÖBB nach dem möglichen Grund, warum die abgestellten Güterwagen nahe vom Bahnhof Leobersdorf weggerollt sind, nachgegangen. Der alarmierte Hilfszug der ÖBB traf nach Mitternacht vor Ort ein, um die Güterwagen und den Geleisbereich vor Ort auf Beschädigungen zu kontrollieren, sowie die weiteren Schritte einzuleiten. Der Bahnverkehr wird/wurde über das zweite Geleis während der Rettungs- bzw. Erhebungsarbeiten im Schritttempo an der Unfallstelle vorbeigeleitet. 

Stefan Schneider; EOBI
www.bfkdo-baden.com

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