Am 16.05.2025 gegen 23:25 Uhr alarmierte die Landesalarm – und Warnzentrale (LAWZ) Salzburg den Löschzug Niederalm zu einem Wohnhausbrand in der Salzachtalbundesstraße. Löschzugskommandant und späterer Einsatzleiter OBI Franz Schönleitner, wohnhaft unweit des Schadensobjektes, konnte beim Verlassen seines Wohnhauses bereits Brandgeruch und Hilfeschreie wahrnehmen.Umgehend nach Alarmeingang rückte Tank Niederalm zur Einsatzadresse ab Beim Eintreffen an der Einsatzstelle konnte durch den Einsatzleiter folgende Lage festgestellt werden:
Rund zehn Personen hatten sich auf den Balkon im ersten Obergeschoss gerettet, weitere Personen waren im zweiten Obergeschoss eingeschlossen. Durch den ausgedehnten Zimmerbrand im Erdgeschoss und damit verbundener Rauchentwicklung, war diesen Personen der Rettungsweg abgeschlossen. Ein Fenster des betroffenen Raumes war durch die Hitzeeinwirkung geborsten, der Brand drohte auf die Fassade überzugreifen. Eine massive Rauchausbreitung auf alle Stockwerke wurde festgestellt.
Personenrettung über Leitern, Brandbekämpfung unter Atemschutz
Tank Niederalm wurde beauftragt die Personenrettung über tragbaren Leitern durchzuführen. Ein Atemschutztrupp übernahm die Brandbekämpfung mittels Hochdruckrohr über das geborstene Fenster im Erdgeschoss. Die inzwischen eingetroffenen weiteren Einsatzkräfte (Pumpe Niederalm) stellten einen Atemschutzrettungstrupp und bereiteten die Überdruckbelüftung vor. Um die Löschwasserversorgung sicherstellen zu können, wurde eine Zubringleitung von einem 200 Meter entfernten Hydranten hergestellt. Weitere Feuerwehrkräfte kümmerten sich um die Betreuung der zahlreichen, geretteten Bewohner sowie die Klärung ob noch Personen als vermisst galten. Optimal genutzt werden konnte hier eine gegenüberliegende Tankstelle.
Insgesamt wurden 21 Personen (darunter 2 Kinder) aus dem Gebäude gerettet, 10 Personen über Fenster und die Balkone mit Leitern sowie weitere Personen, die in ihren Wohnungen eingeschlossen waren, mit Fluchtfilterhauben durch die Atemschutztrupps. 16 Personen mussten vom Roten Kreuz in die umliegenden Krankenhäuser eingeliefert werden. Insgesamt wurden 38 Personen registriert, welche sich beim Brandereignis im Gebäude aufhielten.
Erhöhung der Alarmstufe
Da die Feuerwehr Anif aufgrund einer Veranstaltung nicht einsatzbereit war, entschloss sich der Einsatzleiter über die LAWZ Salzburg die Feuerwehr Grödig zu alarmieren. Die nach kurzer Zeit mit den Einsatzfahrzeugen Tank, Rüstlösch und Last an der Einsatzstelle eingetroffene Feuerwehr Grödig konnte umgehend mit der Abarbeitung der ersten Einsatzaufträge beginnen. Das Rote Kreuz forderte weitere Rettungswägen an, um eine optimale Behandlung mit anschließender Überstellung in die umliegenden Krankenhäuser gewährleisten zu können.
Offene Türen
Der Brand konnte durch die Atemschutztrupps rasch unter Kontrolle gebracht werden. Nach weiterer Erkundung der Brandwohnung wurde festgestellt, dass die Eingangstür nicht geschlossen war. Durch diesen Umstand konnte sich der Rauch im gesamten Gebäude und den Stiegenhäusern ungehindert ausbreiten. Auch bei weiteren, darüberliegenden Wohnungen war durch offenstehende Wohnungstüren eine ungehinderte Rauchausbreitung möglich (Kaminwirkung). Die systematische Entrauchung mittels Druckbelüftung wurde gestartet und von Atemschutztrupps aus Niederalm und Grödig durchgeführt.
Folgemaßnahmen
Durch die sofortige Ermittlung der Exekutive (auch anhand der Angaben der Atemschutztrupps), wurde ein Fahrradakku als vermeintliche Brandursache festgestellt. Der anwesende Amtsleiter der Gemeinde Anif erlies vorübergehend eine behördliche Sperrung wegen der starken Verrußung und möglicher CO- Gefahr in dem betroffenen Gebäude. Es wurde eine Notunterkunft für die Bewohner im Seniorenwohnheim Anif organisiert. Die Kommunikation zwischen den Einsatzkräften und den Bewohnern war aufgrund der vorhandenen Sprachbarriere schwierig.
Einsatzdaten:
Alarmierung – 23:25 Uhr,
Tank Niederalm am Einsatzort eingetroffen und Brand bestätigt – 23:32 Uhr,
Tank Grödig eingetroffen – 23:40 Uhr,
Brand unter Kontrolle – 23:47 Uhr,
Brand aus und 21 Pers. aus dem Haus gerettet – 00:00 Uhr,
zwei Katzen gerettet – 00:11 Uhr,
die letzten Pers. ins Krankenhaus abtransportiert – 00:37 Uhr,
16 Pers. ins SWH überstellt – 01:00 Uhr,
Einsatzende für den LZ- Niederalm – 01:45 Uhr.
Eingesetzte Kräfte:
Tank, Pumpe und Bus Niederalm, 31 Einsatzkräfte
Tank, Rüstlösch und Last Grödig, 27 Einsatzkräfte
AFK 4 Flachgau BR Karl Schnöll-Reichl
Polizei mit 3 Fahrzeugen, Rotes Kreuz mit 7 Einsatzfahrzeugen
Einsatzleiter: OFK Stv. OBI Franz Schönleitner
Franz Schönleitner

