Probleme im Deutschen Feuerwehrverband (DFV), der die Interessen aller 1,3 Millionen deutschen Feuerwehrleute vertritt: Fünf von sieben Vizepräsidenten fordern den Rücktritt von Präsident DI Hartmut Ziebs.

Offenbar geht es um folgende Dinge: schon in den vergangenen Wochen waren immer wieder Gerüchte über große Unzufriedenheit über die Arbeit des Verbandschefs laut geworden. Kritikpunkte waren angekündigte und nicht umgesetzte Maßnahmen sowie der Führungsstil von Ziebs gewesen. Weiters dürfte eine Personalentscheidung – ein Mitarbeiter erhielt neue Aufgaben – die Diskussion angefacht haben.

Besonders angekreidet wird dem Präsidenten der Umstand, dass er sich gegen rechtsnationale Tendenzen stark gemacht hat. Gegenüber dem Feuerwehrmagazoin äußerste er sich dazu: „Ich äußere mich gegen rechtsnationale Tendenzen und werde das auch weiter tun, denn ich halte diese für gefährlich. Dabei geht es nicht um Politik, sondern gesellschaftliche Entwicklungen. Und gerade die freiwillige Feuerwehr gehört zur Demokratiebewegung.”

Immer wieder zu lesen ist, dass Ziebs zu zu progressiv sei. So stellte er mit Dr. Müjgan Percin erstmals eine Frau mit türkischen Wurzeln als Bundesgeschäftsführerin ein (deren Nicht-Feuerwehrmitgliedschaft wird jetzt von manchen problematisch gesehen). Er thematisierte die Auswirkungen des Klimawandels für die Feuerwehren durch zunehmende Waldbrände sowie Unwettereinsätze, machte sich beim Thema Integration stark und positionierte sich klar gegen Rechtsextremismus und gegen eine Vereinnahmung der Feuerwehren durch die Rechte.

Kommentar

FEUERwehrOBJEKTIV hat Präsident Ziebs zuletzt bei der REAS in Montichiari als sympathischen und kompetenten Vertreter der Feuerwehren erlebt, der sich mit vollem Einsatz dieser Aufgabe widmet. Verfolgt man die – mehrfach auch von uns publizierten – Schwerpunkte des DFV, muss man diese als progressiv und zukunftsorientiert bezeichnen. Viele dieser Ziele gelten auch für Österreich oder sollten auch hier angegangen werden.

Dass die Feuerwehr gegenüber ihren „Kunden“, sprich den Betroffenen von Bränden, Unfällen oder Katastrophen, politisch neutral gegenüber stehen muss, ist Selbstverständlichkeit! Doch gilt es radikale politische Strömungen und Tendenzen aus den Feuerwehren aktiv draußen zu halten!

Die Feuerwehr in Österreich wie Deutschland blickt auf eine mehr als 150jährige bürgerlich-liberal-demokratische Entwicklung zurück. Darauf darf man stolz sein und daraus kann man auch WERTE für heute ableiten – und den Anspruch stellen, auch gesellschaftlich Position zu beziehen.

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