Großflächiger Waldbrand in der Marktgemeinde Bad Eisenkappel

von | Mai 12, 2020 | Einsätze | 0 Kommentare

Am 09.05.2020 wurde die FF Bad Eisenkappel zu einer Rauchentwicklung im Ortsteil Leppen in der Marktgemeinde Eisenkappel-Vellach alarmiert. Nach und nach wurde klar, dass es sich um einen Waldbrand handelte, der sich rasch auf 25 Hektar ausbreitete. Kurz darauf hin wurde seitens der Landesalarm- und Warnzentrale (LAWZ) ein großflächiger Alarm ausgelöst. Der Einsatz sollte über das Muttertagswochenende gehen und drei Tage lang andauern.

Tag 1 – rasche Brandausbreitung

Neben den Feuerwehren im Abschnitt Jauntal und Umgebung wurde auch die Flugeinsatzstelle des Innenministeriums aktiviert, die mit ihren zwei Hubschraubern binnen kürzester Zeit vor Ort war. Das Waldbrandunterstützungselement Kärnten-Ost bestehend aus den Feuerwehren Ferlach und Unterbergen, sowie die Feuerwehr-Flughelfer aus den Bezirken Völkermarkt und Klagenfurt-Land rückten ebenfalls aus. Die größten Probleme waren der Wassermangel und der aufkommende Wind. Ein Pendelverkehr musste eingerichtet werden. Zu diesem Zwecke wurden weitere Feuerwehren aus den Bezirken Klagenfurt-Land und Völkermarkt mit den Tanklöschfahrzeugen alarmiert. Die Koordination des Pendelverkehrs musste von den Verantwortlichen vor Ort präzise durchgeführt werden, um Behinderungen auf den engen Bergstraßen und Verzögerungen bei der Brandbekämpfung zu vermeiden. Mittlerweile wurde bei Erkundungsflügen eine betroffene Fläche von ca. 25 Hektar festgestellt. Zwei Gehöfte mit acht Bewohnern wurden auf Anordnung der Bezirkshauptmannschaft aus Sicherheitsgründen evakuiert.

Weitere Luftunterstützung notwendig

Über die Landesalarm- und Warnzentrale wurden weitere Hubschrauber angefordert. Eine Maschine des Innenministeriums aus Graz traf noch am Abend in Eisenkappel ein. Eine AB212, eine Alouette III und eine S70- Black Hawk des Bundesheeres, sowie der 3000 Liter-Löschwasserbehälter der FF Kapfenberg wurden angefordert. Nach Einsetzen der Dunkelheit wurden der Flugdienst und die Brandbekämpfung eingestellt. Die Feuerwehren rückten zum Großteil ab, die örtlich zuständige Feuerwehr Bad Eisenkappel blieb mit weiteren fünf Feuerwehren aus der näheren Umgebung als Brandwache vor Ort. Insgesamt standen am ersten Tag ca. 240 Mann der Feuerwehren aus den beiden genannten Bezirken im Einsatz.

Fortführung am Muttertag, 10.05.

In den frühen Morgenstunden des Muttertages wurde ein Erkundungsflug durchgeführt und von der Landesalarm- und Warnzentrale zwischen 05:30 Uhr und 07:00 Uhr insgesamt 33 Feuerwehren zur Brandbekämpfung und Durchführung des Pendelverkehrs alarmiert. Weiters wurden die Feuerwehren mit MRAS-Ausrüstung im Bezirk Völkermarkt nach alarmiert. Im Laufe des Vormittages wurde der Halbzug des KAT-Zuges 5 aus dem Bezirk Wolfsberg mit 69 Mann und 13 Fahrzeugen in Marsch gesetzt. Die Waldböden wurden umgegraben und die darin enthaltenen Glutnester abgelöscht. Parallel dazu erfolgte der Löscheinsatz aus der Luft. Als besonders Hilfreich stellte sich dabei der Einsatz der S70 Black Hawk mit dem 3000 Liter Löschwasserbehälter dar. Eine Schlüsselrolle nahm dabei der Flugdienst des Kärntner Landesfeuerwehrverbandes mit Flughelfern aus den Bezirken Klagenfurt-Land und Völkermarkt ein. Die Flughelfer sorgten dafür, dass das Löschwasser vom Hubschrauber aus punktgenau über den Brandherden abgeworfen wurde. Der Brand konnte bis am Abend von den 322 anwesenden Einsatzkräften weitgehend unter Kontrolle gebracht werden.

Montag, 11.05. – Nachlöscharbeiten voll im Gange

Am frühen Morgen des 11. Mai wurde die Fläche zur Erkundung abgeflogen und die Lage der Glutnester registriert. Der KAT-Zug 4 des KLFV bestehend aus Feuerwehren der Bezirke Feldkirchen und St.Veit an der Glan rückte mit 25 Fahrzeugen und 103 Mann an. Gleichzeitig wurden 21 Feuerwehren des Bezirkes zu den Nachlöscharbeiten alarmiert. Der Waldboden musste mit Schanzwerkzeugen großflächig umgegraben werden um die Brandherde und rund 240 Glutnester, die teilweise bis zu einem halben Meter tief lagen, komplett abzulöschen. Die Wasserversorgung erfolgte wiederum mittels Hubschrauber und Pendelverkehr von Tanklöschfahrzeugen. Bis zum Abend hin konnte der Brand abgelöscht werden, die ersten Feuerwehren rückten vor 18 Uhr bereits wieder ab. „Brand Aus“ wurde dennoch nicht gegeben, es kommen immer wieder Winde auf, es bestand die die Gefahr eines Wiederaufflammens. Die Fläche sollte am darauffolgenden Tag von den Feuerwehren und vom FLIR-Hubschrauber des Innenministeriums nochmalig auf Glutnester kontrolliert werden.

Einsatzleitung und Führungsunterstützung

Die Einsatzleitung und dazugehörige Führungsunterstützung wurde von den Funktionären des Bezirkes Völkermarkt und Mitgliedern des Flugdienstes gebildet. Ortsfeuerwehrkommandant OBI Konrad Szabo, Abschnittsfeuerwehrkommandant ABI Ing. Helmut Malle, Bezirksfeuerwehrkommandant OBR Helmut Blazej, Bürgermeister Franz-Josef Smrtnik und der behördliche Einsatzleiter Bezirkshauptmann Mag. Gert-André Klösch bildeten die Gesamteinsatzleitung vor Ort. Die fliegerische Einsatzleitung seitens der Feuerwehr wurde von HBI Ing. Stefan Wernig sichergestellt, auch Landesfeuerwehrkommandant LBD Ing. Rudolf Robin und sein Stellvertreter LBDS Dietmar Hirm machte sich ein Bild der Lage vor Ort. Die Koordination der Einsatzkräfte und der Funkverkehr wurden von einer Führungsunterstützung abgewickelt.

Resümee

Die teilweise steile Lage der betroffenen Flächen, der immer wieder aufkommende Wind und der akute Wassermangel forderten die Einsatzkräfte. Insgesamt standen 25 Hektar Waldfläche auf bis zu 1100 m Seehöhe in Brand, drei Hubschrauber der Flugpolizei und drei Hubschrauber des Bundesheeres waren vor Ort um aus der Luft zu löschen und Erkundungsflüge durchzuführen. Zur Koordination der Löschwasserabwürfe waren täglich bis zu zehn Flughelfer notwendig. 686 Feuerwehrmitglieder aus insgesamt 86 Feuerwehren mit 145 Fahrzeugen aus den Bezirken Völkermarkt, Klagenfurt-Land, Wolfsberg, Feldkirchen, St.Veit an der Glan und Villach-Land standen über drei Tage lang im Einsatz. Insgesamt wurden 503 Kubikmeter Löschwasser mit Tanklöschfahrzeugen auf den Berg transportiert.

Im Einsatz standen
FF Abtei, FF Aich, FF Altendorf, FF Bach, FF Bad Eisenkappel, FF Bleiburg, FF Eberndorf, FF Edling, FF Feistritz ob Bleiburg, FF Ferlach, FF Gablern, FF Gallizien, FF Gattersdorf, FF Globasnitz, FF Grafenstein, FF Griffen, FF Kapfenberg, FF Kühnsdorf, FF Loibach, FF Mieger, FF Miklauzhof, FF Peratschitzen, FF Rechberg, FF Replach, FF Ruden, FF Rückersdorf, FF Schwabegg, FF Stein im Jauntal, FF St. Jakob im Rosental, FF St. Margareten im Rosental, FF St. Margarethen ob Töllerberg, FF St. Michael ob Bleiburg, FF St. Stefan unterm Feuersberg, FF St. Stefan bei Haimburg, FF Tainach, FF Timenitz, FF Unterbergen, FF Unterferlach, FF Völkermarkt, FF Zell Freibach, FF Zell Pfarre
KAT-Zug Mitglieder aus den Bezirken Wolfsberg, Feldkirchen und Völkermarkt
Polizei mit mehreren Streifen
Flugpolizei mit 3 Hubschraubern
Bundesheer mit drei Hubschraubern

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