Erdbeben Venezuela: THW-Einheit zurückgekehrt

von | Juli 3, 2026 | Einsätze | 0 Kommentare

Bonn/Caracas, 03.07.2026. Nach rund einwöchigem Auslandseinsatz sind heute 48 Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) aus Venezuela nach Deutschland zurückgekehrt. Sie hatten nach verheerenden Erdbeben in der Region rund um die venezolanische Hauptstadt Caracas im Auftrag der Bundesregierung nach Verschütteten gesucht. „Die großflächigen Zerstörungen, die vielen Vermissten und das tropische Klima im venezolanischen Katastrophengebiet haben unsere Einsatzkräfte vor große Herausforderungen gestellt. Als Botschafterinnen und Botschafter für unser Land haben sie erneut bewiesen, dass Deutschland weltweit Menschen in Not tatkräftig hilft“, lobt THW-Präsidentin Sabine Lackner den Einsatz der Ehrenamtlichen.

Nur wenige Stunden nach der Landung in Venezuela am frühen Samstagmorgen vor einer Woche begannen die THW-Kräfte der Schnell-Einsatz-Einheit Bergung Ausland (SEEBA) mit der Suche nach verschütteten Personen. Im Rahmen der Koordination der internationalen Hilfe hatte das THW einen Einsatzabschnitt in der Küstenstadt Caraballeda in der Region La Guaira zugeteilt bekommen. Zuerst suchten die ehrenamtlichen Expertinnen und Experten der SEEBA eingestürzte Gebäude mit ihren Rettungshunden nach Hinweisen auf Menschen unter den Trümmern ab. Anschließend setzten sie mit technischen Ortungsgeräten die Suche fort. Insgesamt überprüften sie auf diese Weise zahlreiche Einsatzstellen.

Trotz intensiver Suche konnten die ehrenamtlichen THW-Kräfte an keiner Einsatzstelle lebende Menschen aus den Trümmern retten. Doch für viele Angehörige ist die Gewissheit von großer Bedeutung, wenn die Rettungsteams keine Lebenszeichen mehr feststellen können und damit feststeht, dass sich keine Lebenden mehr in den Gebäuden befinden. Da die Suche nach Überlebenden angesichts der seit dem Erdbeben verstrichenen Zeit und der hohen Temperaturen nahezu keine Aussicht mehr auf Erfolg hatte, beendete die SEEBA am Mittwoch ihren Einsatz in Abstimmung mit den venezolanischen Partnern.

Parallel zu den Sucharbeiten koordinierten THW-Kräfte mit spanischen Einsatzkräften in einem Einsatzabschnitt die Arbeit der internationalen Kräfte. Zehn Einheiten arbeiteten in diesem Bereich alle identifizierten Einsatzstellen systematisch ab. 
Einen Teil ihrer Einsatzausstattung überließ die SEEBA dem venezolanischen Roten Kreuz. Zelte, Stromerzeuger und weiteres Material mit einem Gesamtgewicht von fünf Tonnen werden nun von einem Feldhospital vor Ort genutzt. Weiterhin hat ein lokales Krankenhaus vom THW Medikamente übernommen.

Mit zwei weiteren Einsatzkräften unterstützt das THW seit einer Woche die deutsche Botschaft in Caracas. Unter anderem beurteilten sie die Stabilität beschädigter Gebäude, beispielsweise der deutschen Botschaft. Außerdem übergaben sie Hilfsgüter aus Deutschland an lokale Partner. Darüber hinaus unterstützten sie die logistische Abwicklung der Einsätze anderer deutscher Teams wie der Johanniter Unfallhilfe (JUH), die mit einem medizinischen Soforthilfe-Team ebenfalls in der Region im tätig ist. Die Unterstützung der Botschaft vor Ort bei der Koordination der deutschen Hilfe durch das THW wird in Kürze erfolgreich beendet.

„Ich bin den ehrenamtlichen THW-Kräften sehr dankbar dafür, dass sie diese anstrengende und kräftezehrende Arbeit auf sich genommen haben“, betont THW-Präsidentin Sabine Lackner. Sie wünscht „allen THW-Einsatzkräften, die bereits zurückgekehrt sind oder in den kommenden Tagen zurückkehren, dass sie in den kommenden Tagen die Erholung finden, die sie mehr als verdient haben.“

Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte, die das THW in das südamerikanische Land entsandt hatte, stammten aus Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Der Einsatz des THW in Venezuela wird vom Auswärtigen Amt finanziert, den strategischen Lufttransport führte die Bundeswehr durch..

Das THW ist die ehrenamtlich getragene Einsatzorganisation des Bundes. Das Engagement der bundesweit rund 88.000 Freiwilligen bildet die Grundlage für die Arbeit des THW im Bevölkerungsschutz. Mit seinen Fachleuten, seiner Technik und seinen Erfahrungen ist das THW im Auftrag der Bundesregierung weltweit gefragt, wenn Notlagen dies erfordern. Neben bilateralen Hilfen gehören dazu auch technische und logistische Aufgaben im Rahmen des Katastrophenschutzverfahrens der Europäischen Union sowie im Auftrag von VN-Organisationen. Mehr Informationen zum Engagement des THW im In- und Ausland finden Sie hier: www.thw.de.

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