150 Aussteller auf 15.000 m2, 9.000 Besucher, wovon mehr als 600 am Informations- und Weiterbildungsprogramm teilnahmen, und zehn Jungunternehmen im Finale um den ersten Startup Award: Das war Civil Protect 2018, die gestern in der Messe Bozen zu Ende ging. Die sechste Auflage der Fachmesse für Rettung, Bevölkerungs- und Brandschutz bot drei Tage lang einen Treffpunkt und einen umfassenden Einblick in das Netzwerk der Rettungskräfte.

Sicherheit geht jeden an. Civil Protect erwies sich einmal mehr als gelungener Mix aus geballter Information für Branchenfachleute und spannendem Erlebnis für das Publikum: Interessierte Bürger konnten besonders im Test Bereich hautnah miterleben, was alles im Hintergrund passiert, damit im Notfall schnell und kompetent Hilfe geleistet werden kann. Die verschiedenen Einsatzkräfte und öffentlichen Institutionen nutzten die Gelegenheit nicht nur, um sich zu präsentieren, sondern auch um sich untereinander auszutauschen.

„Mit der diesjährigen Auflage bestätigt sich Civil Protect als konsolidierter Branchentreffpunkt, der trotz des schönen Frühlingswetters eine starke Anziehungskraft auf Fachbesucher und die vielen Freiwilligen in- und außerhalb der Region ausgeübt hat. Es freut uns besonders, dass das erweiterte Informations- und Weiterbildungsprogramm so gut angenommen wurde“, zeigt sich Thomas Mur, Direktor der Messe Bozen, zufrieden.

 

Informationsplattform für Fachbesucher

Insgesamt über 600 Teilnehmer nutzten das vielfältige Informationsprogramm, um sich auf den neuesten Stand zu bringen. Ein voller Erfolg war das Seminar der Feuerwehrschule Trient, in dem Luca Parisi auf neue Taktiken und Technologien für die Brandbekämpfung einging. Großes Interesse gab es auch für die Tagung zum Thema „baulicher Brandschutz“, die in Zusammenarbeit mit der Ingenieurkammer Bozen und dem Amt für Brandverhütung der Provinz Bozen angeboten wurde.

 

Mit dem ersten Civil Protect Startup Award konnte die Fachmesse um ein weiteres Highlight erweitert werden. Der Preis wurde von Messe Bozen in Zusammenarbeit mit dem IDM Ecosystem Sports & Alpine Safety, Brennercom und Plank ins Leben gerufen. Zehn Finalisten aus ganz Italien präsentierten ihre innovativen Produkte und Dienstleistungen, am Ende siegte LF System Italia mit einer patentierten erdbebensicheren Tür. Das Startup Village fördert den Austausch zwischen Experten, etablierten Unternehmen und Startups, mit dem Ziel, die Innovation im Sektor voranzutreiben.

 

Sicherheit im Fokus

Die hochkarätige Podiumsdiskussion rund um „Sicherheit und Risiko in der modernen Gesellschaft“, die in Zusammenarbeit mit der Agentur für Bevölkerungsschutz der Autonomen Provinz Bozen organisiert wurde, gab den aufmerksamen Zuhörern jede Menge Anstöße und Fragen mit auf den Weg. „Wer von uns wäre bereit, seine Pläne aufgrund einer Warnung der Behörden zu ändern?“, fragte etwa Roberto Giarola, Direktor des Amtes für Freiwilligenwesen und Ressourcen des italienischen Zivilschutzressorts, in den Raum. Das Zivilschutz-System verfüge heute über sehr viel mehr Informationen als in der Vergangenheit. Dies spiegle sich aber viel zu oft nicht in einem verantwortungsvollen Verhalten der Bevölkerung wider.

Gibt es vielleicht zu viele Hinweise und Warnung, sodass die Bürger diese nicht mehr ernst nehmen? Soziologin Bruna De Marchi entgegnete, man könne nie von einem falschen Alarm sprechen: „Jeder Alarm beruht auf Informationen, die dazu führen, dass ich mich in Bereitschaft versetzte. Natürlich kommt es vor, dass der befürchtete Fall nicht eintritt, aber vielleicht auch gerade deshalb, weil ich vorbereitet war?“ Einen Fehlalarm ganz ausschließen wollte Bernd Noggler, Geschäftsführer der Leitstelle Tirol nicht, ein Problem sei aber, dass die Menschen heute vor allem in Ballungsräumen viel schneller einen Notruf absetzen würden.

Am Ende war sich die illustre Runde, der auch Prof. Alessandro Narduzzo und Rudolf Pollinger, Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz, angehörten, in einem Punkt einig: Sicherheit sei kein Dienst, der von einer Behörde garantiert werden könne, sondern müsse vielmehr mit den Bürgern zusammen Tag für Tag aufgebaut werden.

Das Rote Kreuz Südtirol schätzt Civil Protect als wichtigen Treffpunkt: „Die Messe ist für uns ein dreitägiger Ideenaustausch mit anderen Rettungsorganisationen, abseits der Einsätze. Wir nutzten die Messe auch, um der Bevölkerung vor Ort zu zeigen, was wir alles haben: Vieles kommt nämlich nicht bei uns in der Region zum Einsatz, sondern da, wo es bei Katastrophen gebraucht wird“, erklärt Präsident Hannes Mussak.

Die nächste Auflage der Civil Protect steht ausnahmsweise erst wieder im Jahr 2021 im Messekalender.

 

Alle weiteren Informationen finden sich auf: www.civilprotect.it/de