Chloraustritt bei Kellerbrand

von | Sep 19, 2022 | Einsätze | 0 Kommentare

Als um Punkt 18:00 Uhr am 18. September 2022 die Sirene ertönte, waren zufällig mehrere Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Maria Enzersdorf im Feuerwehrhaus zugegen. Mit dem Alarmstichwort „Kellerbrand“ waren die ersten zwei Fahrzeuge schnell zum Einsatzort in der Joseph Schöffel-Gasse ausgerückt. Beim Eintreffen hatten bereits alle Bewohner*innen das betroffene Gebäude verlassen und empfingen die Einsatzkräfte. Schnell konnte festgestellt werden, dass aus den Fenstern weißer Rauch austrat und ein beißender, chemischer Geruch in der Luft lag. Ein Atemschutztrupp begab sich in das Einfamilienwohnhaus um die vermisste Katze der Familie, sowie den Brandherd zu suchen. Im Zuge der Bekämpfung des Brandes im Keller konnte der Truppführer feststellen, dass, möglicherweise durch einen Defekt, bereits massive Mengen an Wasserdampf in den Räumlichkeiten waren. Dies dürfte zu einer Reaktion mit gelagertem Chlorgranulat geführt und dadurch Chlorgas freigesetzt haben. Aus diesem Grund wurden die Sicherheitsmaßnahmen erhöht: Die Bewohner*innen der benachbarten Gebäude wurden angewiesen die Fenster verschlossen zu halten und beim Auftreten von Symptomen einen Arzt zu konsultieren, während die Einsatzkräfte, die sich im Gefahrenbereich aufhielten, Maske trugen.

Unterdessen forderte der Einsatzleiter den Schadstoffberatungsdienst an, welcher kurze Zeit später an der Einsatzstelle eintraf und mit seinem Fachwissen mit Rat und Tat zur Seite stand. Nach einigen Messungen, wurde das verbleibende Chlorgranulat in den Pool des Grundstücks verbracht, wo es sich nun über mehrere Tage hinweg auflösen soll. Nachdem bei der Kontrolle des Löschwassers im Keller keine Chlorkonzentration festgestellt werden konnte, wurde es mittels Nasssaugern und einer Tauchpumpe ausgepumpt. Nach Beendigung der Arbeiten, mussten einige Mitglieder dekontaminiert werden. Zunächst wurden die Einsatzkräfte, als Erstmaßnahme, mit Wasser oberflächlich gereinigt und konnten sich anschließend bereits an Ort und Stelle umziehen um eine Verschleppung der Gefahrstoffe zu minimieren. Bei den eingesetzten Atemschutztrupps wurden die Pressluftflaschen vor dem nächsten Einmarsch direkt am Rücken gewechselt um den Hautkontakt bei einem wiederholten An- und Ablegen zu vermeiden. Die betroffene Familie kam vorübergehend bei Bekannten unter und hofft auf die Rückkehr ihrer Katze, die im Brandobjekt nicht vorgefunden werden konnte. 


Nach knapp vier Stunden waren die Kräfte der Feuerwehr wieder in das Feuerwehrhaus eingerückt und konnten mit den umfassenden Nacharbeiten beginnen. Im Einsatz standen seitens der Freiwilligen Feuerwehr Maria Enzersdorf 32 Mitglieder mit sieben Fahrzeugen.

Die Freiwillige Feuerwehr Maria Enzersdorf bedankt sich bei dem Schadstoffberatungsdienst, sowie der Pressestelle des Bezirksfeuerwehrkommandos Mödling für die Unterstützung und hervorragende Zusammenarbeit!

Laura Martin

 www.ff-mariaenzersdorf.at 

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