Die Münchner Feuerwehr wird in Zukunft auch mit Elektroantrieb ausrücken können. Dafür werden Investitionen in Höhe von 7,25 Millionen Euro getätigt.Um auf die aktuellen Entwicklungen eingehen zu können und jederzeit vollumfänglich einsatzbereit zu sein, werden 58 Hilfeleistungslöschfahrzeuge der Feuerwehr München umgerüstet.Im Zuge einer groß angelegten Umbaumaßnahme wird in die Fahrzeuge zusätzlichein Elektroantrieb eingebaut. Dafür werden die Wassertanks der Fahrzeuge ausgebaut und gegen Kleinere ausgetau scht. Da im gesamten Stadtgebiet eine ausgezeichnete Löschwasserversorgung über Hydranten vorhanden ist, stellt diese Änderung keine einsatztaktische Schwächung der Fahrzeuge dar.

Dafür haben sich die Verantwortlichen der Feuerwehr in den letzten Wochen intensiv mit dieser Thematik beschäftigt und eine Vielzahl an Möglichkeiten begutachtet und getestet. Auch eigens dafür entworfene Löschfahrzeuge wurde den Verantworlichen vorgestellt. Es wurde dabei großer Wert auf eine ausreichende Antriebskraft der schweren Feuerwehrfahrzeuge gelegt. „Unsere Fahrzeuge sind mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs, da muss dann auch beim Elektroantrieb die gleiche Antriebskraft vorhanden sein“, so ein Feuerwehrsprecher. „Trotz der hohen Kosten haben wir uns bewusst für diesen Schritt entschieden“

In den nächsten Wochen werden die Fahrzeuge nach und nach von der
Werkstätte der Feuerwehr abgerufen. Anschließend werden die Fahrzeuge zerlegt
und der Elektroantrieb eingebaut. Hierbei handelt es sich um einen neu konzipierten Antrieb, speziell auf Feuerwehrfahrzeuge ausgelegt.
Die Maximalleistung dieses Konzeptes beläuft sich je Achse auf jeweils 125 kW, das maximal Drehmoment pro Elektromotor liegt bei 520 Nm. In Verbindung mit der Übersetzung erreicht das Drehmoment am Rad 12.000 Nm. Und obwohl es sich um einen schweren Lkw handelt, liegt die maximale Reichweite bei 250 Kilometern. Erfüllt wird dies durch modular aufgebauten Pakete mit Lithium-Ionen-Batterien mit 215 kWh Gesamtkapazität . Bei einer Ladeleistung von 100 kW sind die vollständig entleerten Batterien in zwei bis drei Stunden zu 100 Prozent gefüllt.

Damit ist die Feuerwehr München europaweit ein Vorreiter in der Umsetzung einer Fahrzeugstrategie auf alternative Antriebe.
„Wir sind gerne bereit, hier auch den Testcharakter für andere zu übernehmen.“