Großangelegte Waldbrandübung am Kasberg

von | Mai 10, 2026 | News, Wissen & Ausbildung | 0 Kommentare

OÖ/Am 09. Mai 2026, fand im Raum Kasberg – Steyrling im Bezirk Kirchdorf an der Krems eine der größten Vegetationsbrandübungen statt, die bisher in Österreich durchgeführt wurden. Mehr als 400 Einsatzkräfte verschiedener Organisationen trainierten gemeinsam die Bekämpfung eines großflächigen Waldbrandes im alpinen Gelände.

Bereits am Donnerstagabend nahm der Bezirksstab Kirchdorf seine Arbeit auf. Um 18:00 Uhr erfolgte die Einsatzvorbesprechung der einzelnen Einsatzabschnitte sowie das Briefing der Piloten. Parallel dazu wurden durch den Bezirksstab die personellen und technischen Voraussetzungen für den Übungstag vorbereitet.

Ziel der Übung 

Diese Übung stellt einen wesentlichen Bestandteil der Einsatzvorbereitung dar und dient der Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Boden- und Luftkräften, der Koordination großer Einsatzlagen sowie der Erhöhung der Sicherheit für Bevölkerung und Einsatzkräfte. In den vergangenen Jahren wurde die Ausbildung in diesem Bereich intensiviert, um sowohl klassische Waldbrände als auch Szenarien in landwirtschaftlichen Flächen professionell bewältigen zu können. 

Im Rahmen der Übung wurden eingesetzt: 

  • mehrere Feuerwehr-Katastrophen-Züge (F-KAT) 
  • spezialisierte Waldbrandbekämpfungsstützpunkte, Feuerwehrflughelfer 
  • 2 Hubschrauber ÖAMTC
  • 4 Löschflugzeuge von Aquarius Aerial Firefighting aus Luxemburg 
  • 1 Erkundungsflugzeug von Diamond Aircraft, 1 Erkundungsflugzeug von Bundesheer 

Am Übungstag

Ab 06:00 Uhr früh wurde die technische Einsatzleitung im Feuerwehrhaus Kirchdorf eingerichtet und der F-KAT-Zug Kirchdorf begann mit der Verlegung der Kräfte in den Übungsraum. Bereits um 07:20 Uhr standen 190 Einsatzkräfte des Bezirkes im Einsatz. Kurz darauf traf der F-KAT-Zug Braunau mit 25 Fahrzeugen und 128 Mitgliedern ein.

Im Rahmen der Lagebesprechung um 07:45 Uhr wurde die Zusammenarbeit sämtlicher Luft- und Bodeneinsatzkräfte koordiniert. Auch waren Behördenvertreter, Kräfte der Polizei des Roten Kreuzes der Bergrettung und der Wasserrettung vor Ort.

Verantwortlich für die Planung der bodengebundenen Brandbekämpfung war HBI d.F. Vegetationsbrand Harald Rachlinger. Die Koordination des Flugpersonals erfolgte durch den HBI d.F. Fachspezialisten Technik Klaus Egger.  Koordiniert wurde die  Übung durch den Bezirksstab Kirchdorf.

In der Luft

Neben dem Polizei-Hubschrauber „Libelle“ stellte das Luftfahrtunternehmen Diamond Aircraft Industries Flugzeuge für Aufklärungs- und Koordinationsaufgaben zur Verfügung. Durch die luftgestützte Beobachtung konnten die angenommenen Brandflächen überwacht, Einsatzabschnitte erkundet und Informationen in Echtzeit an die technische Einsatzleitung übermittelt werden. Der ÖAMTC beteiligte sich mit zwei Hubschraubern an der Übung und unterstützte insbesondere bei Transport- und Erkundungsflügen im Bereich der Einsatzabschnitte. Eine Pilatus Porter des Bundesheeres wurde zur Luftraumbeobachtung und Koordination angefordert. 

Ein wesentlicher Bestandteil der Übung waren vier Löschflugzeuge des Unternehmens Aquarius Aerial Firefighting, die bereits im Vorfeld am Flughafen Wels stationiert worden waren. Die Flächenflugzeuge führten Wasseraufnahmen am Traunsee durch und trainierten anschließend gezielte Löschwasserabwürfe im alpinen Einsatzgebiet am Kasberg. Unterstützt wurden die Piloten dabei durch Einsatzkräfte am Traunsee, welche die Wasserlandepisten absicherten.

Harte Bodenarbeit

Zeitgleich wurde im Brunnental ein Außenladeplatz für Hubschrauber eingerichtet. Von dort aus erfolgte der Material- und Personentransport in die beiden hochalpinen Einsatzabschnitte. Viele Kräfte wurden mit „Manpower“ zur Brandbekämpfung eingesetzt.14 Tanklöschfahrzeuge stellten im Pendelverkehr die Wasserversorgung für die Einsatzkräfte sicher.

Im Zuge der angenommenen Übungslage wurde gegen 11:00 Uhr eine weitere Ausbreitung des Brandes auf die Nordflanke simuliert. Dafür wurden zusätzliche Kräfte aus dem Bezirk Gmunden angefordert und eine Luftverbringung mittels Bundesheer-Hubschraubern vorbereitet.

Schlechtwetterfront

Aufgrund einer aufziehenden Gewitter- und Sturmfront musste der Flugbetrieb jedoch um 11:25 Uhr wetterbedingt eingestellt werden. Um 11:30 Uhr wurde die Übung aus Sicherheitsgründen offiziell abgebrochen. Anschließend erfolgte der koordinierte Rückzug sämtlicher Einsatzkräfte und Gerätschaften aus dem alpinen Gelände.

Außerdem

Auch die Feuerwehrjugend erhielt Einblick: Mehr als 200 Mitglieder konnten mittels Pendelverkehrs der Tanklöschfahrzeuge die Einsatzleitung im alpinen Gelände besuchen und spektakuläre Eindrücke sammeln.

Für die Versorgung der eingesetzten Kräfte wurden 135 Kilogramm Gulasch, 650 Semmeln, 36 Kilogramm Brot sowie rund 2.000 Liter Getränke vorbereitet. Ein Versorgungszug der Feuerwehren aus Nußbach, Inzersdorf und Klaus sorgte dafür.

Auch Vertreter aus Politik, Behörden, Medien und Einsatzorganisationen erhielten vor Ort eine Lageeinweisung durch den Bezirksstab und wurden anschließend durch LBDSTV Michael Hutterer in das Übungsgebiet begleitet. Feuerwehr- und Katastrophenschutz-Landesrätin Michaela Langer-Weninger meinte: „Die anhaltende Trockenheit zeigt, dass Waldbrände kein unwahrscheinliches Szenario sind. Umso wichtiger sind groß angelegte Übungen, bei denen das Zusammenspiel aller Einsatzorganisationen realitätsnah trainiert wird.“ 

Insgesamt waren 415 Einsatzkräfte – u.a. von 57 Feuerwehren – und den oben angeführten Organisationen beteiligt.

Robert Essl

https://ki.ooelfv.at

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