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Technik
Bekleidung / Schutzausrüstung
Schutzbekleidung - allgemeines
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Schutzbekleidung - allgemeines
Schutzbekleidung - allgemeines
„ Ich seh´den Wald vor lauter Bäumen nicht....“ Dieses Sprichwort trifft voll auf die Feuerwehrbekleidung zu, den „uniform“, sprich „gleich- oder einförmig“ ist österreichs größte Hilfsorganisation schon lange nicht. Seit rund 20 Jahren versuchen die Fachindustrie wie die Anwender Schutzwirkung, Tragekomfort, Optik und Preis unter einen Hut zu bringen. Mit interessanten Ergebnissen. (FO 4-07)
„ Ich seh´den Wald vor lauter Bäumen nicht....“ Dieses Sprichwort trifft voll auf die Feuerwehrbekleidung zu, den „uniform“, sprich „gleich- oder einförmig“ ist österreichs größte Hilfsorganisation schon lange nicht. Seit rund 20 Jahren versuchen die Fachindustrie wie die Anwender Schutzwirkung, Tragekomfort, Optik und Preis unter einen Hut zu bringen. Mit interessanten Ergebnissen.
FEUERwehrOBJEKTIV hat sich umgesehen, wobei es in dieser Nummer hauptsächlich um die „Schutzbekleidung“ für die Brandbekämpfung geht. Der folgende Produktvergleich soll ein wenig Übersicht bieten. Das Spekturm der Basis- bzw. Dienstbekleidung soll nicht angesprochen werden, auch kann FEUERwehrOBJEKTIV keine Antwort auf eine brennende Frage in diesem Zusammenhang geben: wird sich olivgrün mehrheitlich halten oder doch blau durchsetzen.
Wozu Schutzkleidung
Das Feuerwehrmitglied ist genau so vielen Gefahren ausgesetzt wie es Möglichkeiten von Einsatzanforderungen gibt, d.h.: es ist eigentlich alles möglich. Im Rahmen der europäischen Normung hat man die Kernaufgabe „Brandbekämpfung IN Gebäuden“ als zentrale Anforderung genommen und die EN 469 geschaffen, welche seit 12 Jahren die Schutzkleidung (PSA – Persönliche Schutzausrüstung) definiert (das leidige Thema 20 oder 40 kW ist ja jedem Einkäufer und Kommandanten wohlbekannt). Federführend bei der Erstellung waren Experten aus dem Nordwesten des Kontinents, welche hauptsächlich Berufsfeuerwehren vertreten, welche - salopp gesprochen – bis zur Unterhose die Bekleidung ihrer Mitglieder regeln können.
In unseren Breiten kommt jeder irgendwie zum Einsatz, beim Umziehen muss es schnell gehen, also muss die PSA mit der höchsten Schutzwirkung getragen werden. Für viele Einzelteile oder Varianten ist keine Zeit zum Aussuchen.
Das Sachgebiet 3.9 des ÖBFV hat seit 1992 einen Kompromiss in form eines „Zwiebelschalensystems“ gesucht und den Feuerwehren eine praktikable Lösung angeboten: Einsatzbekleidung (2-teilig oder Overall) als Basis (KS 03), Schutzjacke (KS 04) zur Komplettierung der EN 469, wobei bei einer entsprechenden Länge eine dünnere Beinbekleidung („Hitzefenster“) akzeptiert wird (mit der KS 04a gibt es auch eine Richtlinie für die Schutzhose).
Die technische Entwicklung und die Erfahrung sind rasch fortgeschritten. Der Fachindustrie ist es in kurzer Zeit gelungen
- Oberstoffe mit einem geringen Flächengewicht zu erzeugen (210g Aramid halten so viel aus wie früher 700g Baumwolle)
- Membranen zu schaffen, welche Wasser abhalten und trotzdem Hitze und Schweiß nach außen transportieren
- Schnitt und Passform so zu gestalten, dass die Bekleidung „praktisch“ ist
- Diese so zu gestalten, dass sie auch optisch Schutz bietet.
Was beachten
Vorweg: für 90% der Feuerwehrtätigkeit (technische Einsätze, Hilfsdienste aller Art) ist eine Schutzkleidung nach EN 469 NICHT erforderlich. Diese Norm kommt erst zum Tragen, wenn es brennt bzw. für den Löschangriff. Die Einsatzbekleidung nach ÖBFV-Richtlinie (welche Teil der Bekleidung nach EN 469 ist) bietet für all diese Aufgaben ausreichend Schutz. Grundsätzlich sollte man sich in diesem Einsatzsegment an der EN 531:2003, eine Arbeitsschutznorm, orientieren, um den Kräften immer einen Grundschutz zu gewährleisten!
Sicher ist, dass es eine „Universal-Bekleidung“ für alle Bereiche nicht geben kann und wird. Letztendlich muss jede Feuerwehr ihren, für ihre speziellen Aufgaben zugeschnittene Lösungen finden müssen.
Beim Kauf heißt es die vielen Produkte zu vergleichen, Prüfzeugnisse zu verlangen und testen. Die PSA muss nach Norm oder Richtlinie GEPRÜFT sein (durch ein akkreditiertes Institut wie das ÖTI), nur danach gefertigt ist zu wenig! Das CE-Zeichen in der Bekleidung samt diversen normativen Verweisen und dem „Feuerwehrpictogramm“ hilft weiter - trotzdem die Zeugnisse verlangen!
Wenn die Norm überarbeitet wird (es gibt die EN 469 in den Ausgaben 1995, 2005 und 2006) muss die PSA nicht entsorgt werden. Sie ist nach der damals geltenden Richtlinie erzeugt worden, die Lieferfirma (der „Inverkehrbringer“) haftet für die damals verlangten Anforderungen.
„Schnäppchen“ gibt es in diesem Bereich selten (außer es werden „alte“ Teile abverkauft), denn Material und Produktion der PSA sind einfach ziemlich teuer. Grundsätzlich gilt es auch zu prüfen und zu überlegen ob die jeweilige Firma auch in einigen Jahres promptes Service und Nachlieferung meines oder eines adäquaten Produktes bietet.
KASTEN
Normen für PSA
Für die meisten persönlichen Schutzausrüstungen gilt eine europäische Leistungsnorm, nach der sie geprüft werden können, um eine Auszeichnung mit dem CE-Zeichen zu erhalten.
EN 471:2003 Warnkleidung-Sichtbarkeit
EN 343:2003 Schutzkleidung: Schutz gegen Regen
EN 469:2005 Schutzkleidung für die Feuerwehr
EN 1149:1996 Schutzkleidung: Elektrostatische Eigenschaften
Kasten 2
EN 469:2005 Anforderungen an Schutzbekleidung für die Feuerwehr
Diese Norm bezieht sich auf professionelle Schutzbekleidung für die Feuerwehr, die während eines Einsatzes als Schutz vor allem gegen Hitze und Flammen getragen wird. Die „Neue“ teilt die Bekleidung in zwei Leistungsklassen bei folgenden Anforderungen:
- Wärmeübergang Flamme (Wärmeübergangszahl: 1: >9,0, 2: >13,0)
- Wärmeübergang Strahlung (Wärmeübergangszahl: 1: >10,0, 2: >18,0)
- Wasserdichtigkeit (1: <20 kPa, 2: > 20 kPa)
- Wasserdampfdurchgangswiderstand (1: >30 kPa, 2: < 30 kPa)
Bei allen Normen, die es zu erfüllen gilt, muss aber auch Wert auf die Funktionalität der Kleidung gelegt werden.
FEUERwehrOBJEKTIV hat sich umgesehen, wobei es in dieser Nummer hauptsächlich um die „Schutzbekleidung“ für die Brandbekämpfung geht. Der folgende Produktvergleich soll ein wenig Übersicht bieten. Das Spekturm der Basis- bzw. Dienstbekleidung soll nicht angesprochen werden, auch kann FEUERwehrOBJEKTIV keine Antwort auf eine brennende Frage in diesem Zusammenhang geben: wird sich olivgrün mehrheitlich halten oder doch blau durchsetzen.
Wozu Schutzkleidung
Das Feuerwehrmitglied ist genau so vielen Gefahren ausgesetzt wie es Möglichkeiten von Einsatzanforderungen gibt, d.h.: es ist eigentlich alles möglich. Im Rahmen der europäischen Normung hat man die Kernaufgabe „Brandbekämpfung IN Gebäuden“ als zentrale Anforderung genommen und die EN 469 geschaffen, welche seit 12 Jahren die Schutzkleidung (PSA – Persönliche Schutzausrüstung) definiert (das leidige Thema 20 oder 40 kW ist ja jedem Einkäufer und Kommandanten wohlbekannt). Federführend bei der Erstellung waren Experten aus dem Nordwesten des Kontinents, welche hauptsächlich Berufsfeuerwehren vertreten, welche - salopp gesprochen – bis zur Unterhose die Bekleidung ihrer Mitglieder regeln können.
In unseren Breiten kommt jeder irgendwie zum Einsatz, beim Umziehen muss es schnell gehen, also muss die PSA mit der höchsten Schutzwirkung getragen werden. Für viele Einzelteile oder Varianten ist keine Zeit zum Aussuchen.
Das Sachgebiet 3.9 des ÖBFV hat seit 1992 einen Kompromiss in form eines „Zwiebelschalensystems“ gesucht und den Feuerwehren eine praktikable Lösung angeboten: Einsatzbekleidung (2-teilig oder Overall) als Basis (KS 03), Schutzjacke (KS 04) zur Komplettierung der EN 469, wobei bei einer entsprechenden Länge eine dünnere Beinbekleidung („Hitzefenster“) akzeptiert wird (mit der KS 04a gibt es auch eine Richtlinie für die Schutzhose).
Die technische Entwicklung und die Erfahrung sind rasch fortgeschritten. Der Fachindustrie ist es in kurzer Zeit gelungen
- Oberstoffe mit einem geringen Flächengewicht zu erzeugen (210g Aramid halten so viel aus wie früher 700g Baumwolle)
- Membranen zu schaffen, welche Wasser abhalten und trotzdem Hitze und Schweiß nach außen transportieren
- Schnitt und Passform so zu gestalten, dass die Bekleidung „praktisch“ ist
- Diese so zu gestalten, dass sie auch optisch Schutz bietet.
Was beachten
Vorweg: für 90% der Feuerwehrtätigkeit (technische Einsätze, Hilfsdienste aller Art) ist eine Schutzkleidung nach EN 469 NICHT erforderlich. Diese Norm kommt erst zum Tragen, wenn es brennt bzw. für den Löschangriff. Die Einsatzbekleidung nach ÖBFV-Richtlinie (welche Teil der Bekleidung nach EN 469 ist) bietet für all diese Aufgaben ausreichend Schutz. Grundsätzlich sollte man sich in diesem Einsatzsegment an der EN 531:2003, eine Arbeitsschutznorm, orientieren, um den Kräften immer einen Grundschutz zu gewährleisten!
Sicher ist, dass es eine „Universal-Bekleidung“ für alle Bereiche nicht geben kann und wird. Letztendlich muss jede Feuerwehr ihren, für ihre speziellen Aufgaben zugeschnittene Lösungen finden müssen.
Beim Kauf heißt es die vielen Produkte zu vergleichen, Prüfzeugnisse zu verlangen und testen. Die PSA muss nach Norm oder Richtlinie GEPRÜFT sein (durch ein akkreditiertes Institut wie das ÖTI), nur danach gefertigt ist zu wenig! Das CE-Zeichen in der Bekleidung samt diversen normativen Verweisen und dem „Feuerwehrpictogramm“ hilft weiter - trotzdem die Zeugnisse verlangen!
Wenn die Norm überarbeitet wird (es gibt die EN 469 in den Ausgaben 1995, 2005 und 2006) muss die PSA nicht entsorgt werden. Sie ist nach der damals geltenden Richtlinie erzeugt worden, die Lieferfirma (der „Inverkehrbringer“) haftet für die damals verlangten Anforderungen.
„Schnäppchen“ gibt es in diesem Bereich selten (außer es werden „alte“ Teile abverkauft), denn Material und Produktion der PSA sind einfach ziemlich teuer. Grundsätzlich gilt es auch zu prüfen und zu überlegen ob die jeweilige Firma auch in einigen Jahres promptes Service und Nachlieferung meines oder eines adäquaten Produktes bietet.
KASTEN
Normen für PSA
Für die meisten persönlichen Schutzausrüstungen gilt eine europäische Leistungsnorm, nach der sie geprüft werden können, um eine Auszeichnung mit dem CE-Zeichen zu erhalten.
EN 471:2003 Warnkleidung-Sichtbarkeit
EN 343:2003 Schutzkleidung: Schutz gegen Regen
EN 469:2005 Schutzkleidung für die Feuerwehr
EN 1149:1996 Schutzkleidung: Elektrostatische Eigenschaften
Kasten 2
EN 469:2005 Anforderungen an Schutzbekleidung für die Feuerwehr
Diese Norm bezieht sich auf professionelle Schutzbekleidung für die Feuerwehr, die während eines Einsatzes als Schutz vor allem gegen Hitze und Flammen getragen wird. Die „Neue“ teilt die Bekleidung in zwei Leistungsklassen bei folgenden Anforderungen:
- Wärmeübergang Flamme (Wärmeübergangszahl: 1: >9,0, 2: >13,0)
- Wärmeübergang Strahlung (Wärmeübergangszahl: 1: >10,0, 2: >18,0)
- Wasserdichtigkeit (1: <20 kPa, 2: > 20 kPa)
- Wasserdampfdurchgangswiderstand (1: >30 kPa, 2: < 30 kPa)
Bei allen Normen, die es zu erfüllen gilt, muss aber auch Wert auf die Funktionalität der Kleidung gelegt werden.