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Historisches
Feuerwehrgeschichte - kurz gefasst
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Feuerwehrgeschichte - kurz gefasst
Feuerwehrgeschichte - kurz gefasst
In der mittelalterlichen Stadt war die Hilfeleistung bei Bränden allgemeine Pflicht der Bewohner. Frühe Stadtrechte, wie beispielsweise das Wiener aus dem Jahr 1221, weisen bereits ausdrücklich auf den Brandschuitz hin. Doch steht die Prävention im Vordergrund: Der Besitzer eines Hauses, das abbrennt ist zu bestrafen. Spätere Feuerordnungen regeln die Bereithaltung von einfachen Löschgeräten wie Eimern, Bottichen oder Feuerhaken. Die Wiener Feuerordnung vom 22.Mai 1454 regelte bereits die Maßnahmen beim Ausbruch von Bränden: Grundlage war die allgemeine Hilfeleistungspflicht, die Bewohner wurden nach ihrer Zunftzugehörigkeit bei der Brandbekämpfung eingesetzt. Berufliche Fertigkeiten wurden somit sinnvoll ausgenützt, doch die Effizienz blieb fragwürdig, da die genossenschaftliche Löschhilfe ja keinerlei Ausbildung betrieb. Der allgemeine technische Fortschritt machte durchaus vor den "Löschmaschinen" halt. Bis in die Barockzeit waren die Helfer im Prinzip nur mit Löscheimern und hölzernen Stockspritzen einfachster Art ausgerüstet. Die Revolution brachte Hans Hautsch aus Nürnberg, der die erste leistungsfähige Handdruckspritze baute.
Die Löschtaktik war einfach, mit Feuerhaken wurden Dächer, ja ganze Häuser eingerissen um eine Brandausbreitung zu verhindern. Die mit den einfachen Geräten geförderte Wassermenge war gegenüber der Brandlast viel zu gering. Kein Wunder, daß jedes kleine Feuer sich meist zu einer Katastrophe wandelte. Die Barockspritzen ermöglichten nun den Einsatz größerer Löschwassermengen, doch dieses wurde mit einem einfachen Wenderohr verspritzt. Erst die Verwendung von Lederschläuchen machte ein Herangehen an den Brandherd möglich.
Organisatorisch änderte sich über Jahrhunderte nichts, der zünftische Brandschutz
wurde recht und schlecht weitergeführt. Auf dem flachen Land war die Situation noch trister, hier gab es weder Geräte noch organisierte Löschmaßnahmen. Wurden im städtischen Bereich Feuerbeschauen durchgeführt, so blieb dies auf dem Lande dem Gutdünken des Grundherren überlassen. Die Bevölkerung, in der Frühneuzeit an Katastrophen und ständige militärische Bedrohung gewohnt, hatte gelernt dies mit Gottesfürchtigkeit zu ertragen.
Ganz im Zeitgeist reagierte Kaiser Josef II: Feuersbrünste waren in der Zeit des Manufakturwesens und der beginnenden Frühindustrialisierung wirtschaftlich nicht tragbar. Die Ernten mußten ebenso gesichert werden, wie die städtischen Werkstätten und Betriebe. Für Niederösterreich wurden daher 1782 gleich zwei Feuerordnungen erlassen.
- Feuerodnung für Landstädte und Märkte
- Feuerordnung für das offene Land
In 53 Paragraphen wurde der gesamte Brandschutz geregelt:
Hauptaugenmerk legte man auf den vorbeugenden Brandschutz:
- In jedem Haus sollten entsprechende Löschgeräte bereitgehalten werden.
- Für Löschwasservorrat war zu sorgen
- Rauchfänge und Feuerstellen waren zu warten und durch Rauchfangkehrer zu überprüfen.
- Feuerbeschau-Kommissäre hatten die Maßnahmen zu kontrollieren.
- Dem baulichen Brandschutz wurde erstmals Bedeutung zugemessen.
- Die Städte hatten Fahrspritzen zu beschaffen und diese pfleglich zu behandeln.
- Auch Herrschaften und Klöster hatten sich mit entsprechendem Gerät zu versehen.
Der abwehrende Brandschutz wurde ebenfalls organisiert:
- Der Feuer-Kommissär oder ein Mitglied der Gemeindeverwaltung hatte den Einsatz zu leiten.
- Die Bevölkerung hatte - berufsständisch organisiert - Hilfsmaßnahmen durchzuführen.
- Diese hatte mit den Löschgeräten zu üben
LÖSCHANSTALTEN
In diesem Zusammenhang taucht das Wort Löschanstalt auf. In der josefinischen Feuerordnung ist damit lediglich die Gesamtheit aller Maßnahmen und Geräte gemeint, die zur Brandbekämpfung eingesetzt werden konnten. Doch bald läßt sich eine Institutionalisierung feststellen. - Eine frühe Form der Feuerwehr.
In Melk gab es 1806 eine Löschanstalt, deren Mitglieder namentlich erfaßt waren. Ihre Aufgabe war die Handhabung der neuen Fahrspritze. Die Hilfsdienste hatten nach wie vor die Einwohner zu besorgen. Ähnliche Entwicklungen sind auch in den anderen Städten zu bemerken. So gab es in Korneuburg unm 1850 eine Löschanstalt, die mit den drei Feuerspritzen regelmäßig zu üben hatte.
Der Brandschutz ist somit Gemeindesache und wird bereits durch eine Institution erfüllt. Doch die Effizienz blieb fragwürdig. Die Brände von St.Pölten und Wiener Neustadt in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts bestätigen diese These.
DIE WIENER BERUFSFEUERWEHR
Wien kann sich rühmen, die älteste hauptberufliche Brandschutzorganisation Europas zu besitzen. Im Rahmen des Unterkammeramtes wurden 1686 vier besoldete Feuerknechte angestellt Diese hatten hauptsächlich das Löschgerät zu warten und einsatzbereit zu halten. Aus dieser kleinen Gruppe wuchs dann die Berufsfeuerwehr mit ständig besetzten Löschzügen. 1759 erfolgte eine Reformierung durch die maria-theresianische Feuerordnung.
DIE IDEE DER FREIWILLIGEN FEUERWEHR
Der mangelnde Brandschutz ließ in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts Reformideen aufkommen: Für den schwierigen Einsatz bei Brandkastrophen sollten Eliten gebildet werden. Nach französischem Vorbild wurden Pompier-Corps und Rettungskompagnien gebildet. Für die Feuerwehrgeschichtsforschung bleibt hier aber vieles im Dunklen.
Das Pompier-Corps im sächsischen Meissen ähnelte 1842 bereits sehr einer Freiwilligen Feuerwehr, und die im würtembergischen Durlach fällt 1847 bereits der Name "Feuerwehr". Die Durlacher wurden für ihren beherzten Einsatz beim Brand des Karlsruher Stadttheaters bekannt und zu einem Vorbild für ähnliche Einrichtungen.
DER BEGRIFF FEUERWEHR
Wie erwähnt scheint dieser Begriff erstmals 1847 in Süddeutschland auf und wird bald allgemein üblich. Die Herleitung des Wortes von Begriffen wie Bürger- oder Landwehr ist wahrscheinlich und paßt in die Geisteshaltung der Revolutionszeit um 1848.
IDEE FEUERWEHR
Betrachtet man die Quellen der Zeit um 1848, steht die Idee Feuerwehr in engem zusammenhang mit dem bürgerlichen Aufbegehren, der Emanzipation des Bürgers gegenüber Staat und Monarch. Die frühen deutschen Feuerwehren finden sich in den liberalen Staaten des deutschen Bundes, nicht im metternichschen Österreich oder in anderen absoluten Fürstentümern.
Im Revolutionsjahr kommt es nun auch zu Feuerwehr-Gründungen nach württembergischen Vorbild in Österreich: Bregenz und Dornbirn, aber auch Linz und Ried im Innkreis nehmen Vorreiter-Position ein.
Man schließt sich aus freiem Willen zusammen um Brände zu bekämpfen, den Mitmenschen zu helfen. Ganz im Stil der 1848er und in der Tradition der Nationalgarden wird nun dieser Bereich der öffentlichen Sicherheit abgedeckt.
Die Niederschlagung der Revolution und der nun folgende Neoabsolutismus beenden in Österreich alle diese Bestrebungen. Die Feuerwehren werden aus Gründen der Staatssicherheit aufgelöst - unerwünschte Zusammenrottung.
Erst die schrittweise Liberalisierung ab 1860 und die Lockerung der Vereinsgesetzgebunbg ermöglichen nunmehr die Gründung von Feuerwehren.
Bereits 1855 hatte der pensionierte Offizier Ferdinand Leitenberger im böhmischen Reichsstadt eine Feuerwehr aufgestellt. Organisiert offenbar nach sächsischem Vorbild war eine reine Kommunalfeuerwehr vorgesehen.
1857 wurde der Stockerauer Johann Kattus aktiv und forderte vom dortigen Gemeindeausschuß ebenfalls die Gründung einer Feuerwehr - vergeblich.
Besonders stark verwurzelt war der Feuerwehrgedanke bei den Turnvereinen, deren Ausbreitung in Österreich ebenfalls durch den Neoabsolutismus vereitelt wurde.
DIE ERSTEN FEUERWEHREN IN NIEDERÖSTERREICH
Die älteste Feuerwehr in Niederösterreich ist die in Krems: Ende 1861 fanden sich einige Turner zusammen und gründeten eine Feuerwehr nach deutschem Vorbild.
Trotz heftiger Anfeindungen durch Kommune und im Konkurrenzkampf mit der bestehenden Löschanstalt konnten sich die Turnerfeuerwehrleute behaupten. Bereits 1864 erfolgte die Aufstellung der städtischen Feuerwehr, die später mit den Turnern fusioniert wurde.
Anfang 1862 entstand die FF Wiener Neustadt, 1864 die FF Leobersdorf.
1865: Baden, Glggnitz, Vöslau, Simmering
1866:Scheibbs, Hadersdorf
1867: St.Pölten, Mödling, Klosterneuburg, Melk, Weißenkirchen, Pötzleinsdorf
1868: Traiskirchen, Neunkirchen, Pottenstein, Stein, Neuwaldegg, Dornbach
1869: Gföhl, Ottakring, Großenzersdorf, Floridsdorf, Stockerau, Neulerchenfeld, Gumpoldskirchen
Der Feuerwehr-Gedanke begann sich durchzusetzen. Der Brandschutz wurde von einer kleinen, aber gut ausgebildeten Truppe wahrgenommen. Die Gemeinden, die zuerst diese Entwicklung argwöhnisch beobachtet hatten, bedienten sich nun gerne der neuen Einrichtung. Die Turner traten in den Hintergrung, die Initiative für Feuerwehr-Gründungen ging nun hauptsächlich von Einzelpersonen oder von den Gemeinden direkt aus.
Schon 1869 gründete sich der Niederösterreichische Landesfeuerwehrverband, dersich als Zusammenschluß aller Feuerwehren und als Interessensvertretung betrachtete.
Die Stadthalterei nahm die Feuerwehr nunmehr als Institution ernst und bezog sie bereits in das Feuerpolizeigesetz von 1870 ein. Für den abwehrenden Brandschutz sollten sich die Gemeinden einer Freiwilligen Feuerwehr bedienen.Sie unterlagen dem Vereinsrecht und sind nach diesem zu organisieren.
DIE ENTWICKLUNG DES NIEDERÖSTERREICHISCHEN FEUERWEHRWESENS1870 - 1918
Bis zur Jahrhundertwende wurde das Feuerwehrwesen flächendeckend, auch in den kleinsten Ortschaften wurden Vereine gegründet. Im Bereich der Gerichtsbezirke entstanden Bezirksfeuerwehrverbände, die ein Bindeglied zum Landes-feuerwehrverband darstellten.Die Effizienz der Feuerwehren nahm zu, die Bevölkerung und die Behörden nahmen die Organisation zunehmend ernst.
Zu den großen Taten der ersten Jahrzehnten gehörten die Errichtung der Unterstützungskasse und die Gründung des 1.Niederösterreichischen Feuerwehr-Unterstützungsvereins, der die Wohlfahrtsaufgaben für die Feuerwehren übernahm.
Errungenschaften, die für die damalige Zeit wahrhaft Pioniertaten waren.
Die Verlässlichkeit der Feuerwehren führte dazu, daß sich bald neue Aufgaben fanden. Bereits um 1890 wurden Wasserwehren aufgestellt, die sich mehrfach bei Hochwasserkatastrophen bewährten.
Mittlerweile übernahmen die Feuerwehren den Rettungsdienst, führten Krankentransporte und Erste Hilfemaßnahmen durch. Für den Kriegsfall wurden Lokal-Krankentransportkolonnen aufgebaut.
TECHNISCHE ENTWICKLUNG
Die Ausweitung des Feuerwehrwesens führte auch zu einer Bedarfssteigerung an Gerätschaften: Die österreichische Industrie, allen voran die Wiener Firma Knaust, bot entsprechende Produkte an: Die Spritzen wurden nunmehr aus Metall gefertigt und waren mit Saugeinrichtungen ausgestattet. Das Wenderohr verstand vollständig zugunsten des Schlauches. Leitern und diverse Werkzeuge wurden verbessert, ebenso die persönliche Ausrüstung.
Bei Knaust wurden ab 1868 Dampfspritzen erzeugt: Die Förderung von großen Mengen Löschwasser ohne Muskelkraft wurde dadurch möglich. Ab 1880 setzten sich diese Geräte, besonders im Großraum Wien, durch.
Schwierig war in den Anfangsjahren die Verbindung der Schläuche. Fast in jedem Ort gab es Schläuche mit unterschiedlicher Kupplungsdimension. Es war ein Verdienst des Landesfeuerwehrverbandes, dieses Problem rasch zu lösen.
ZUSAMMENARBEIT
Der Teplitzer Feuerwehrgerätefabrikant und böhmische Feuerwehrverbands-Obmann Reginald Czermak brachte 1889 eine Versammlung aller Feuerwehrverbände der österreichischen Reichshälfte zustande - der Feuerwehr-Reichsverband war geboren.
Ebenso waren die österreichischen Feuerwehren auf den Deutschen Feuerwehrtagen vertreten. 1900 kam es erstmalig zu einem internationalem Zusammenschluß.
ZWISCHENKRIEGSZEIT
Die Situation des Feuerwehrwesens nach dem Ersten Weltkrieg war ebenso mißlich wie die Gesamtlage der Bevölkerung. Armut und Wiortschaftskrise prägte dieArbeit, wie bei der Feuerwehr gewohnt, mußte überall improvisiert werden.
Der Mangel an Pferden für die Bespannung der Spritzen drängte die Feuerwehren zum Automobil. Obwohl man ein schlechtes Gewissen hatte, mit dem Verbrennungsmotor zum Feuer zu fahren, setzte sich das Auto durch. Zumeist wurden Fahrgestelle der Firmen Austro-Fiat oder Steyr verwendet. Im offenen Aufbau fanden sechs bis zwölf Feuerwehrmänner Platz, im Heck war eine Einbaupumpe oder eine, wegen ihrer Flexibilität geschätzte, Tragkraftspritze. Manche Fahrzeuge waren auch mit Vorbaupumpe ausgestattet. Einzelne Feuerwehren besaßen bereits Tanklöschfahrzeuge um einen raschen Ersteinsatz durchführen zu können.
Auch auf anderen Gebieten der Technik kam es zu Revolutionen, so müßte man den steigenden Gefahren am Einsatzort mit Atemschutzgeräten entgegentreten (Frischluft-Schlauchgeräte, später Sauerstoff-Kreislaufatmer).
Die zunehmende Verwendung von Kohlenwasserstoffen führte zur Einführung des Schaumlöschverfahrens (Chemischer Schaum, später Luftschaum) und zu Experimenten mit Löschpulver und Kohlensäure.
Auch in diesen Schweren Jahren bewährte sich die Feuerwehr als kompetente Hilfeleistungsorganisation. Um die Feuerwehrmänner auf die immer umfangreicher werdenden Tätigkeiten besser vorbereiten zu können, fanden bereits in den 20er Jahren Feuerwehrfachkursestatt. Die Errichtung der Landes-Feuerwehrschule in Wiener Neustadt im Jahr 1933 stellte einen Meilenstein in der Entwicklung des NÖ Feuerwehrwesens dar. Hier wurden Maschinisten und Führungskräfte ausgebildet. Dazu kamen bald Rauchschutzkurse und in zunehmenden Maße auch Ausbildungen für den Luftschutz.
DRITTES REICH UND ZWEITER WELTKRIEG
Die politischen Wirrnisse der Dreißigerjahre endeten im Anschluß Österreichs an Hitler-Deutschland im März 1938. War man im Ständestaat bemüht die Feuerwehr wohl österreichtreu in das Staatsganze zu integrieren, wagte man nicht an ihrer Autonomie zu rütteln. Nach dem März 1938 blieb zunächst das Feuerwehrwesen unangetastet, wenn auch einige Spitzenfunktionäre zur Rückgabe ihrer Ämter gezwungen wurden. Als nächster Schritt wurden die Feuerwehren als Vereine aufgelöst und direkt der Gemeindeverwaltung untergeordnet. Das bedeutete aber auch die Übergabe des gesamten Vermögens und das Verbot Feste zur Finanzierung abhalten zu dürfen. Da in den Feuerwehren keine Versammlungen abgehalten wurden, fehlen aus diesen Jahren fast alle Aufzeichnungen.
Die Feuerwehr war nun technische Hilfspolizei der Gemeinde. Entgegen der vielfach falsch wiedergegebenen Meinung wurde der Name Freiwillige Feuerwehr beibehalten, die Bezeichnung Feuerschutzpolizei blieb den Berufsfeuerwehren vorbehalten. Für die fast 100 zu Groß-Wien geschlagenen Feuerwehren kam folgende Bezeichnung: Freiwillige Feuerwehr Wien, Gruppe Bisamberg.
Der erst 1934 eingeführte "Spinnenhelm" wurde durch den deutschen Feuerwehrhelm ersetzt. Dieser wurde bis 1940 mit einem Leichtmetallkamm gefertigt, dann wurde er dem Stahlhelm der Wehrmacht angeglichen.
Zunehmender Personalmangel führte zur Aufstellung der Hitlerjugend-Feuerwehrscharen und ab 1943 zur Aufstellung von Gruppen der Feuerwehrhelferinnen.
Die technische Entwicklung des Feuerwehrwesens schritt rasch fort, in diesen Jahren wurde, speziell am Fahrzeugsektor, Grundlegendes, bis heute Übliches geschaffen: Löschfahrzeuge mit Einbaupumpe und Wassertank (LF 8, LF 15, LF 25), Tanklöschfahrzeuge und Drehleitern wurden nach Norm gebaut.
Von diesen Fahrzeugen kamen allerdings nur wenige nach Niederösterreich. Die von Luftangriffen besonders gefährdeten Ballungsräume erhielten eine halbwegs vernünftige Ausrüstung. Das Gros der modernen Fahrzeuge wurde für die Luftwaffe und die Rüstungsindustrie gebaut.
In den letzten zwei Kriegsjahren standen die Feuerwehren unter schwerster psychischer und physischer Belstung: Personell extrem geschwächt und ergänzt mit mangelhaft ausgebildeten Jugendlichen und meist auch nit zu wenig gerät stand man Großbränden, Explosionen und großflächigen Zerstörungen der Bausubstanz gegenüber. Zusammengefaßt in die sogenannten Feuerwehr-Bereitschaften kamen die motorisierten Feuerwehren aus ganz Niederösterreich in Wien und anderen Industriestandorten zum Einsatz. Für einen entsprechenden Schutz in den eigenen Orten reichte es oft nicht mehr. Zerstörte Wasserleitungen machten eine effiziente Brandbekämpfung ohne Tanklöschfahrzeuge oft unmöglich, auf den zerstörten Straßen erkundeten Motoradmelder die Situation.
Um die gelichteten Reihen auffüllen zu können, wurden Notdienstpflichtige rekrutiert. Immer öfter kam es auch im Bereich der Feuerwehren zu Widerstand gegen Zwangsverpflichtung und Einsätze in weiter Entfernung. Als 1944 der Volkssturm aufgeboten wurde, bekamen die Feuerwehrleute auch Schießunterricht.
Der totale Krieg endete für die Feuerwehr schließlich in der totalen Zerstörung:
Was an Gerät den Bombenkrieg überstanden hatte, wurde im Frühjahr 1945 bei Erdkämpfen zerstört, geplündert und geraubt. Die Verlegung von starken Feuerwehreinheiten nach Oberösterreich nach der Räumung Wiens trug ein übriges zum Geräteverlust der nö Feuerwehren bei.
WIEDERAUFBAU
Die sowjetische Besatzungsmacht betrachtete die Feuerwehr als Einrichtung der deutschen Polizei, die man zu guter Letzt ja noch der SS unterstellt hatte, und gestattete zunächst nur eine auf das Mindestmaß beschränkte Tätigkeit bei Einsätzen. Der unbeugsame Wille der sich langsam sammelnden Feuerwehrleute war es zu Danken, daß allerorts binnen zwei Jahren ein improvisierter Dienstbetrieb aufgenommen werden konnte. Die Sowjekts hatten schließlich recht bald Einsehen in die Notwendigkeit eines organisierten Brandschutzes.
1947 kam es zur Wiedergründung des Landesfeuerwehrverbandes und zur Errichtung der Bezirksverbände. Die Feuerwehren wurden rechtlich wieder als Vereine geführt.
Notdürftigst hatte man Geräte organisiert oder aus Altteilen zusammengebaut. Manche Feuerwehr war wiederum mit ihrer Handspritze unterwegs.
Das Hilfswerk der Vereinten Nationen, die UNRRA (United Nations Relief and Rehabilitations Agency) stellte 1948 über 300 Militärlastwagen zur Verfügung, die billig erworben werden konnten. Es waren technische Wunderwerke, die die Feuerwehren teilweise zustandebrachten, um daraus einsatztaugliche Fahrzeuge zu machen. Teilweise konnte auch noch Wehrmachtsgerät übernommen und adaptiert werden. Das Feuerwehrwesen nahm wieder Formen an.
Die zerstörte Feuerwehrschule wurde 1950 von Wiener Neustadt nach Tulln übersiedelt werden, 1954 wurde die erste Etappe des Neubaus an der Nußallee seiner Bestimmung übergeben.
Als zusätzlicher Ausbildungsanreiz wurde 1951 der erste Landesfeuerwehrleistungsbewerb abgehalten.
DER WEG IN DIE MODERNE
Der 1959 zum Landesfeuerwehrkommandanten gewählte DI Ferdinand Heger wurde zum Vater der modernen Feuerwehr von heute. In den Jahren des Wirtschaftswunders änderten sich die Aufgaben der Feuerwehr:
- in Industrie, Landwirtschaft und auch Haushalt wurden vermehrt giftige und hochbrennbare Materialien verwendet, was die Brandlast und die Gefährlichkeit erhöhte.
- der rapid zunehmende Straßenverkehr führte zu einer Anwachsen von Verkehrsunfällen
- die Unmwelt wurde zunehmend - z.B. durch Tankwagenunfälle - gefährdet
Die Feuerwehren wurden gezwungen, darauf zu reagieren, was natürlich eine gewaltige finanzielle und logistische Mehrbelastung bedeutete. Nunmehr wurde
aus den teilweise dörflich-vereinsmeierischen Feuerwehren eine schlagkräftige Hilfeleistungsorganisation:
- Beschaffung von einheitlichen Fahrzeugen nach Baurichtlinie: z.B.:
Tanklöschfahrzeug 1000 auf Opel Blitz
Leichtes Löschfahrzeug auf Opel Blitz
Tanklöschfahrzeug2000 auf Mercedes oder Steyr
Kleinlöschfahrzeug auf VW-Bus oder Ford Transit
(Die in den 50er Jahren forcierten Tragkraftspritzenwagen (ein vierrädriger Traktoranhänger mit Löschgruppenausrüstung) wurden langsam zurückgedrängt).
- Aufbau des technischen Dienstes, besonders für Verkehrsunfälle und Elementarereignisse:
- Rüst- und Kleinrüstfahrzeuge, Rüstanhänger
- Die Industrie entwickelte moderne Hilfsmittel wie hydraulische Rettungssätze zur Befreiung eingeklemmter Personen oder Hebekissen
- Aufbau von Sonderdiensten: Tauch- und Sprengdienst, Strahlenschutz, später Feuerwehrstreife, Versorgungs- und Flugdienst
- Für den Einsatz nach Tankwagenunfällen würden Ölalarmfahrzeuge beschafft
- Die Feuerwehren erhielten Sprechfunk als Nachrichtenmittel
- für überregionale Katastrophen wurde der Feuerlösch- und Bergungsdienst aufgestellt: Diese Einheiten kamen z.B. nach einem Staudammbruch in Oberitalien (Motta di Livenza) und nach dem Erdbeben in Friaul zum Einsatz.
Die Feuerwehr wurde nunmehr ein kompetenter Ansprechpartner für Schadensfälle aller Art, und konnte schließlich auch rechtlich aufgewertet werden: Seit 1970 ist die Feuerwehr inNiederösterreich Körperschaft öffentlichen Rechtes.
FEUERWEHR HEUTE
In Österreich gibt es derzeit Freiwillige und Betriebsfeuerwehren, rund 310.000 Frauen und Männer (Aktive, Reservisten und Feuerwehrjugend) stehen rund um die Uhr bereit. Sechs Berufsfeuerwehren sorgen in den Städten über 100.000 Einwohner für Sicherheit. Frauen sind in den letzten Jahren selbstverstöndlich im Feuerwehrwesen geworden.
Die einzelne Feuerwehr als Körperschaft öffentlichen Rechtes ist autonom und der Gemeindeverwaltung unterstellt. Organisatorisch gehört sie zum NÖ Landesfeuerwehrverband, der sich wiederum in die 21 Bezirksfeuerwehrkommanden unterteilt. Jeder Bezirk besteht wiederum aus mehreren Feuerwehrabschnitten. Dem Landesfeuerwehrverband obliegt die Verwaltung von Förderungsmitteln aus der Feuerschutzsteuer (Subvention von Fahrzeugen und Geräten) und dem Katastrophenfond (Beschaffung von Schwerpunktausrüstung). Im Landesfeuerwehrkommando, der Geschäftsstelle des Landesfeuerwehrverbandes stehen Sachbearbeiter für alle Bereiche des Feuerwehrwesens für Beratung und Unterstützung zur Verfügung.
Die Gemeinden haben für die Finanzierung und Erhaltung der Feuerwehren zu sorgen - in der Praxis tragen die Feuerwehren aber durch vielerlei Veranstaltungen und Sammlungen zu ihrer Finanzierung wesentlich bei:
Aufgaben:
- vorbeugender und abwehrender Brandschutz
- technische Hilfeleistung bei Lebensgefahr oder Gefahr in Verzug
- Hilfe bei Elementarereignissen
- Umweltschutzaufgaben bei Gefahr in Verzug
Ausrüstung
Heute stehen in Niederösterreich rund 6000 Einsatzfahrzeuge bereit, eine weltweit kaum erreichte Dichte. Neben den Fahrzeugen für den Brandschutzbereich (Tanklöschfahrzeuge mit 1000, 2000 oder 4000l Inhalt ) und Löschfahrzeugen verschiedener Art haben technische Fahrzeuge (Kleinrüst- und Schwere Rüstfahrzeuge) stark zugenommen.
Diverse Sonderfahrzeuge stehen für Spezialaufgaben bereit;
- Kräne und Vorausfahrzeuge für Interventionen auf den Hauptverkehrswegen
- Gefährliche Stoffe und Öleinsatzfahrzeuge für Umweltschutzaufgaben
- Drehleitern für Menschenrettung und Brandbekämpfung
Feuerwehr ist teuer, doch kann mit so einem Fahrzeug nur ein einziges Menschenleben gerettet werden, hat sich das Fahrezeug rentiert. Vielfältig ist auch die Detailausrüstung, sie reicht vom Schutzanzug bis zum Schaumrohr, vom Stromerzeuger bis zum Pölzgerät.
Alarmierung
Die Feuerwehren werden in vielen niederösterreichischen Bezirken von Zentralen mit hauptamtlichem Personal zu Einsätzen gerufen. In diesen Bereichen ist der Notruf 122 bereits durchgeschaltet. Bis zur Jahrtausendwende wird dieses System flächendeckend sein. Der Feuerwehrmann selbst erfährt durch das Heulen der Sirene oder durch einen Funkmeldeempfänger (Piepserl) vom Einsatz.
ZUKUNFTSPERSPEKTIVEN
Die Probleme der Freiwilligen Feuerwehren sind regional unterschiedlich: In weiten Teilen des Landes funktioniert das System hervorragend, die Einsatzbelastung ist erträglich, die Feuerwehren können sich auf das Geschehen solid vorbereiten.
Doch in den Ballungsräumen, besonders im Großraum Wien und entlang der Autobahnen kommen die Feuerwehren an die Leistungsgrenze der Freiwilligkeit:
- unzählige Kleinalarme (Ölspuren, Freimachen von Verkehrsflächen)
- psychisch ungemein belastende Interventionen auf Straßen und Autobahnen
- Brandeinsätze unter schwierigsten Bedingungen
- Umgangmit Chemikalien aller Art
- Stützpunktaufgaben für Bezirk oder Landesteile
Dieses Einsatzspektrum erlaubt keine Improvisation mehr, Spezialisten sind gefragt, doch in wieweit kann das von einem Freiwilligen, der Beruf und Familei hat, überhaupt verlangt werden. Noch kann man sich mit einigen Hauptamtlichen und Zivildienernunter Tags behelfen - eine Faustregel sagt: Eine Freiwillige Feuerwehr mit mehr als drei Einsätzen pro Tag bzw. in einer Stadt mit mehr als 100.000 Einwohnern braucht eine ständige Bereitschaft von Hauptamtlichen. Eine obengenannte Großstadt gibt es nicht, doch über tausend Einsätze pro Jahr fahren einige Feuerwehren, viele sind es, die mehr als 500 Einsätze haben. Für die Zukunft ist mit einer Steigerung zu rechnen...
Man wird sich, speziell für Sonderaufgaben, schwere technische Hilfeleistung oder den Umweltschutzbereich, etwas Neues einfallen lassen müssen.
Gerade aber in den Ballungsräumen nimmt auch das Interesse an der Feuerwehr ab, wer will schon soviel Belastung auf sich nehmen. Immer weniger Menschen sind bereit ehrenamtliche Aufgaben für die Allgemeinheit zu übernehmen.
In Wien hat die Organisation der Berufsfeuerwehr weiteren Aufschwung genommen, die Wiener Feuerwehr hat auch heute absoluten Weltruf. Ausbildung und letztendlich Karriere bei dieser Berufsfeuerwehr sind schwierig und mit großem Aufwand verbunden. Technisch ist es die Wiener Feuerwehr, die immer wieder Innovationen erprobt und einführt. Neben der Berufsfeuerwehr bestehen heute zwei Freiwillige Feuerwehren, der Katastrophenhilsdienst des Wiener Landesfeuerwehrverbandes (Feuerwehrjugend) und 35 Betriebsfeuerwehren.
Organisatorisch änderte sich über Jahrhunderte nichts, der zünftische Brandschutz
wurde recht und schlecht weitergeführt. Auf dem flachen Land war die Situation noch trister, hier gab es weder Geräte noch organisierte Löschmaßnahmen. Wurden im städtischen Bereich Feuerbeschauen durchgeführt, so blieb dies auf dem Lande dem Gutdünken des Grundherren überlassen. Die Bevölkerung, in der Frühneuzeit an Katastrophen und ständige militärische Bedrohung gewohnt, hatte gelernt dies mit Gottesfürchtigkeit zu ertragen.
Ganz im Zeitgeist reagierte Kaiser Josef II: Feuersbrünste waren in der Zeit des Manufakturwesens und der beginnenden Frühindustrialisierung wirtschaftlich nicht tragbar. Die Ernten mußten ebenso gesichert werden, wie die städtischen Werkstätten und Betriebe. Für Niederösterreich wurden daher 1782 gleich zwei Feuerordnungen erlassen.
- Feuerodnung für Landstädte und Märkte
- Feuerordnung für das offene Land
In 53 Paragraphen wurde der gesamte Brandschutz geregelt:
Hauptaugenmerk legte man auf den vorbeugenden Brandschutz:
- In jedem Haus sollten entsprechende Löschgeräte bereitgehalten werden.
- Für Löschwasservorrat war zu sorgen
- Rauchfänge und Feuerstellen waren zu warten und durch Rauchfangkehrer zu überprüfen.
- Feuerbeschau-Kommissäre hatten die Maßnahmen zu kontrollieren.
- Dem baulichen Brandschutz wurde erstmals Bedeutung zugemessen.
- Die Städte hatten Fahrspritzen zu beschaffen und diese pfleglich zu behandeln.
- Auch Herrschaften und Klöster hatten sich mit entsprechendem Gerät zu versehen.
Der abwehrende Brandschutz wurde ebenfalls organisiert:
- Der Feuer-Kommissär oder ein Mitglied der Gemeindeverwaltung hatte den Einsatz zu leiten.
- Die Bevölkerung hatte - berufsständisch organisiert - Hilfsmaßnahmen durchzuführen.
- Diese hatte mit den Löschgeräten zu üben
LÖSCHANSTALTEN
In diesem Zusammenhang taucht das Wort Löschanstalt auf. In der josefinischen Feuerordnung ist damit lediglich die Gesamtheit aller Maßnahmen und Geräte gemeint, die zur Brandbekämpfung eingesetzt werden konnten. Doch bald läßt sich eine Institutionalisierung feststellen. - Eine frühe Form der Feuerwehr.
In Melk gab es 1806 eine Löschanstalt, deren Mitglieder namentlich erfaßt waren. Ihre Aufgabe war die Handhabung der neuen Fahrspritze. Die Hilfsdienste hatten nach wie vor die Einwohner zu besorgen. Ähnliche Entwicklungen sind auch in den anderen Städten zu bemerken. So gab es in Korneuburg unm 1850 eine Löschanstalt, die mit den drei Feuerspritzen regelmäßig zu üben hatte.
Der Brandschutz ist somit Gemeindesache und wird bereits durch eine Institution erfüllt. Doch die Effizienz blieb fragwürdig. Die Brände von St.Pölten und Wiener Neustadt in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts bestätigen diese These.
DIE WIENER BERUFSFEUERWEHR
Wien kann sich rühmen, die älteste hauptberufliche Brandschutzorganisation Europas zu besitzen. Im Rahmen des Unterkammeramtes wurden 1686 vier besoldete Feuerknechte angestellt Diese hatten hauptsächlich das Löschgerät zu warten und einsatzbereit zu halten. Aus dieser kleinen Gruppe wuchs dann die Berufsfeuerwehr mit ständig besetzten Löschzügen. 1759 erfolgte eine Reformierung durch die maria-theresianische Feuerordnung.
DIE IDEE DER FREIWILLIGEN FEUERWEHR
Der mangelnde Brandschutz ließ in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts Reformideen aufkommen: Für den schwierigen Einsatz bei Brandkastrophen sollten Eliten gebildet werden. Nach französischem Vorbild wurden Pompier-Corps und Rettungskompagnien gebildet. Für die Feuerwehrgeschichtsforschung bleibt hier aber vieles im Dunklen.
Das Pompier-Corps im sächsischen Meissen ähnelte 1842 bereits sehr einer Freiwilligen Feuerwehr, und die im würtembergischen Durlach fällt 1847 bereits der Name "Feuerwehr". Die Durlacher wurden für ihren beherzten Einsatz beim Brand des Karlsruher Stadttheaters bekannt und zu einem Vorbild für ähnliche Einrichtungen.
DER BEGRIFF FEUERWEHR
Wie erwähnt scheint dieser Begriff erstmals 1847 in Süddeutschland auf und wird bald allgemein üblich. Die Herleitung des Wortes von Begriffen wie Bürger- oder Landwehr ist wahrscheinlich und paßt in die Geisteshaltung der Revolutionszeit um 1848.
IDEE FEUERWEHR
Betrachtet man die Quellen der Zeit um 1848, steht die Idee Feuerwehr in engem zusammenhang mit dem bürgerlichen Aufbegehren, der Emanzipation des Bürgers gegenüber Staat und Monarch. Die frühen deutschen Feuerwehren finden sich in den liberalen Staaten des deutschen Bundes, nicht im metternichschen Österreich oder in anderen absoluten Fürstentümern.
Im Revolutionsjahr kommt es nun auch zu Feuerwehr-Gründungen nach württembergischen Vorbild in Österreich: Bregenz und Dornbirn, aber auch Linz und Ried im Innkreis nehmen Vorreiter-Position ein.
Man schließt sich aus freiem Willen zusammen um Brände zu bekämpfen, den Mitmenschen zu helfen. Ganz im Stil der 1848er und in der Tradition der Nationalgarden wird nun dieser Bereich der öffentlichen Sicherheit abgedeckt.
Die Niederschlagung der Revolution und der nun folgende Neoabsolutismus beenden in Österreich alle diese Bestrebungen. Die Feuerwehren werden aus Gründen der Staatssicherheit aufgelöst - unerwünschte Zusammenrottung.
Erst die schrittweise Liberalisierung ab 1860 und die Lockerung der Vereinsgesetzgebunbg ermöglichen nunmehr die Gründung von Feuerwehren.
Bereits 1855 hatte der pensionierte Offizier Ferdinand Leitenberger im böhmischen Reichsstadt eine Feuerwehr aufgestellt. Organisiert offenbar nach sächsischem Vorbild war eine reine Kommunalfeuerwehr vorgesehen.
1857 wurde der Stockerauer Johann Kattus aktiv und forderte vom dortigen Gemeindeausschuß ebenfalls die Gründung einer Feuerwehr - vergeblich.
Besonders stark verwurzelt war der Feuerwehrgedanke bei den Turnvereinen, deren Ausbreitung in Österreich ebenfalls durch den Neoabsolutismus vereitelt wurde.
DIE ERSTEN FEUERWEHREN IN NIEDERÖSTERREICH
Die älteste Feuerwehr in Niederösterreich ist die in Krems: Ende 1861 fanden sich einige Turner zusammen und gründeten eine Feuerwehr nach deutschem Vorbild.
Trotz heftiger Anfeindungen durch Kommune und im Konkurrenzkampf mit der bestehenden Löschanstalt konnten sich die Turnerfeuerwehrleute behaupten. Bereits 1864 erfolgte die Aufstellung der städtischen Feuerwehr, die später mit den Turnern fusioniert wurde.
Anfang 1862 entstand die FF Wiener Neustadt, 1864 die FF Leobersdorf.
1865: Baden, Glggnitz, Vöslau, Simmering
1866:Scheibbs, Hadersdorf
1867: St.Pölten, Mödling, Klosterneuburg, Melk, Weißenkirchen, Pötzleinsdorf
1868: Traiskirchen, Neunkirchen, Pottenstein, Stein, Neuwaldegg, Dornbach
1869: Gföhl, Ottakring, Großenzersdorf, Floridsdorf, Stockerau, Neulerchenfeld, Gumpoldskirchen
Der Feuerwehr-Gedanke begann sich durchzusetzen. Der Brandschutz wurde von einer kleinen, aber gut ausgebildeten Truppe wahrgenommen. Die Gemeinden, die zuerst diese Entwicklung argwöhnisch beobachtet hatten, bedienten sich nun gerne der neuen Einrichtung. Die Turner traten in den Hintergrung, die Initiative für Feuerwehr-Gründungen ging nun hauptsächlich von Einzelpersonen oder von den Gemeinden direkt aus.
Schon 1869 gründete sich der Niederösterreichische Landesfeuerwehrverband, dersich als Zusammenschluß aller Feuerwehren und als Interessensvertretung betrachtete.
Die Stadthalterei nahm die Feuerwehr nunmehr als Institution ernst und bezog sie bereits in das Feuerpolizeigesetz von 1870 ein. Für den abwehrenden Brandschutz sollten sich die Gemeinden einer Freiwilligen Feuerwehr bedienen.Sie unterlagen dem Vereinsrecht und sind nach diesem zu organisieren.
DIE ENTWICKLUNG DES NIEDERÖSTERREICHISCHEN FEUERWEHRWESENS1870 - 1918
Bis zur Jahrhundertwende wurde das Feuerwehrwesen flächendeckend, auch in den kleinsten Ortschaften wurden Vereine gegründet. Im Bereich der Gerichtsbezirke entstanden Bezirksfeuerwehrverbände, die ein Bindeglied zum Landes-feuerwehrverband darstellten.Die Effizienz der Feuerwehren nahm zu, die Bevölkerung und die Behörden nahmen die Organisation zunehmend ernst.
Zu den großen Taten der ersten Jahrzehnten gehörten die Errichtung der Unterstützungskasse und die Gründung des 1.Niederösterreichischen Feuerwehr-Unterstützungsvereins, der die Wohlfahrtsaufgaben für die Feuerwehren übernahm.
Errungenschaften, die für die damalige Zeit wahrhaft Pioniertaten waren.
Die Verlässlichkeit der Feuerwehren führte dazu, daß sich bald neue Aufgaben fanden. Bereits um 1890 wurden Wasserwehren aufgestellt, die sich mehrfach bei Hochwasserkatastrophen bewährten.
Mittlerweile übernahmen die Feuerwehren den Rettungsdienst, führten Krankentransporte und Erste Hilfemaßnahmen durch. Für den Kriegsfall wurden Lokal-Krankentransportkolonnen aufgebaut.
TECHNISCHE ENTWICKLUNG
Die Ausweitung des Feuerwehrwesens führte auch zu einer Bedarfssteigerung an Gerätschaften: Die österreichische Industrie, allen voran die Wiener Firma Knaust, bot entsprechende Produkte an: Die Spritzen wurden nunmehr aus Metall gefertigt und waren mit Saugeinrichtungen ausgestattet. Das Wenderohr verstand vollständig zugunsten des Schlauches. Leitern und diverse Werkzeuge wurden verbessert, ebenso die persönliche Ausrüstung.
Bei Knaust wurden ab 1868 Dampfspritzen erzeugt: Die Förderung von großen Mengen Löschwasser ohne Muskelkraft wurde dadurch möglich. Ab 1880 setzten sich diese Geräte, besonders im Großraum Wien, durch.
Schwierig war in den Anfangsjahren die Verbindung der Schläuche. Fast in jedem Ort gab es Schläuche mit unterschiedlicher Kupplungsdimension. Es war ein Verdienst des Landesfeuerwehrverbandes, dieses Problem rasch zu lösen.
ZUSAMMENARBEIT
Der Teplitzer Feuerwehrgerätefabrikant und böhmische Feuerwehrverbands-Obmann Reginald Czermak brachte 1889 eine Versammlung aller Feuerwehrverbände der österreichischen Reichshälfte zustande - der Feuerwehr-Reichsverband war geboren.
Ebenso waren die österreichischen Feuerwehren auf den Deutschen Feuerwehrtagen vertreten. 1900 kam es erstmalig zu einem internationalem Zusammenschluß.
ZWISCHENKRIEGSZEIT
Die Situation des Feuerwehrwesens nach dem Ersten Weltkrieg war ebenso mißlich wie die Gesamtlage der Bevölkerung. Armut und Wiortschaftskrise prägte dieArbeit, wie bei der Feuerwehr gewohnt, mußte überall improvisiert werden.
Der Mangel an Pferden für die Bespannung der Spritzen drängte die Feuerwehren zum Automobil. Obwohl man ein schlechtes Gewissen hatte, mit dem Verbrennungsmotor zum Feuer zu fahren, setzte sich das Auto durch. Zumeist wurden Fahrgestelle der Firmen Austro-Fiat oder Steyr verwendet. Im offenen Aufbau fanden sechs bis zwölf Feuerwehrmänner Platz, im Heck war eine Einbaupumpe oder eine, wegen ihrer Flexibilität geschätzte, Tragkraftspritze. Manche Fahrzeuge waren auch mit Vorbaupumpe ausgestattet. Einzelne Feuerwehren besaßen bereits Tanklöschfahrzeuge um einen raschen Ersteinsatz durchführen zu können.
Auch auf anderen Gebieten der Technik kam es zu Revolutionen, so müßte man den steigenden Gefahren am Einsatzort mit Atemschutzgeräten entgegentreten (Frischluft-Schlauchgeräte, später Sauerstoff-Kreislaufatmer).
Die zunehmende Verwendung von Kohlenwasserstoffen führte zur Einführung des Schaumlöschverfahrens (Chemischer Schaum, später Luftschaum) und zu Experimenten mit Löschpulver und Kohlensäure.
Auch in diesen Schweren Jahren bewährte sich die Feuerwehr als kompetente Hilfeleistungsorganisation. Um die Feuerwehrmänner auf die immer umfangreicher werdenden Tätigkeiten besser vorbereiten zu können, fanden bereits in den 20er Jahren Feuerwehrfachkursestatt. Die Errichtung der Landes-Feuerwehrschule in Wiener Neustadt im Jahr 1933 stellte einen Meilenstein in der Entwicklung des NÖ Feuerwehrwesens dar. Hier wurden Maschinisten und Führungskräfte ausgebildet. Dazu kamen bald Rauchschutzkurse und in zunehmenden Maße auch Ausbildungen für den Luftschutz.
DRITTES REICH UND ZWEITER WELTKRIEG
Die politischen Wirrnisse der Dreißigerjahre endeten im Anschluß Österreichs an Hitler-Deutschland im März 1938. War man im Ständestaat bemüht die Feuerwehr wohl österreichtreu in das Staatsganze zu integrieren, wagte man nicht an ihrer Autonomie zu rütteln. Nach dem März 1938 blieb zunächst das Feuerwehrwesen unangetastet, wenn auch einige Spitzenfunktionäre zur Rückgabe ihrer Ämter gezwungen wurden. Als nächster Schritt wurden die Feuerwehren als Vereine aufgelöst und direkt der Gemeindeverwaltung untergeordnet. Das bedeutete aber auch die Übergabe des gesamten Vermögens und das Verbot Feste zur Finanzierung abhalten zu dürfen. Da in den Feuerwehren keine Versammlungen abgehalten wurden, fehlen aus diesen Jahren fast alle Aufzeichnungen.
Die Feuerwehr war nun technische Hilfspolizei der Gemeinde. Entgegen der vielfach falsch wiedergegebenen Meinung wurde der Name Freiwillige Feuerwehr beibehalten, die Bezeichnung Feuerschutzpolizei blieb den Berufsfeuerwehren vorbehalten. Für die fast 100 zu Groß-Wien geschlagenen Feuerwehren kam folgende Bezeichnung: Freiwillige Feuerwehr Wien, Gruppe Bisamberg.
Der erst 1934 eingeführte "Spinnenhelm" wurde durch den deutschen Feuerwehrhelm ersetzt. Dieser wurde bis 1940 mit einem Leichtmetallkamm gefertigt, dann wurde er dem Stahlhelm der Wehrmacht angeglichen.
Zunehmender Personalmangel führte zur Aufstellung der Hitlerjugend-Feuerwehrscharen und ab 1943 zur Aufstellung von Gruppen der Feuerwehrhelferinnen.
Die technische Entwicklung des Feuerwehrwesens schritt rasch fort, in diesen Jahren wurde, speziell am Fahrzeugsektor, Grundlegendes, bis heute Übliches geschaffen: Löschfahrzeuge mit Einbaupumpe und Wassertank (LF 8, LF 15, LF 25), Tanklöschfahrzeuge und Drehleitern wurden nach Norm gebaut.
Von diesen Fahrzeugen kamen allerdings nur wenige nach Niederösterreich. Die von Luftangriffen besonders gefährdeten Ballungsräume erhielten eine halbwegs vernünftige Ausrüstung. Das Gros der modernen Fahrzeuge wurde für die Luftwaffe und die Rüstungsindustrie gebaut.
In den letzten zwei Kriegsjahren standen die Feuerwehren unter schwerster psychischer und physischer Belstung: Personell extrem geschwächt und ergänzt mit mangelhaft ausgebildeten Jugendlichen und meist auch nit zu wenig gerät stand man Großbränden, Explosionen und großflächigen Zerstörungen der Bausubstanz gegenüber. Zusammengefaßt in die sogenannten Feuerwehr-Bereitschaften kamen die motorisierten Feuerwehren aus ganz Niederösterreich in Wien und anderen Industriestandorten zum Einsatz. Für einen entsprechenden Schutz in den eigenen Orten reichte es oft nicht mehr. Zerstörte Wasserleitungen machten eine effiziente Brandbekämpfung ohne Tanklöschfahrzeuge oft unmöglich, auf den zerstörten Straßen erkundeten Motoradmelder die Situation.
Um die gelichteten Reihen auffüllen zu können, wurden Notdienstpflichtige rekrutiert. Immer öfter kam es auch im Bereich der Feuerwehren zu Widerstand gegen Zwangsverpflichtung und Einsätze in weiter Entfernung. Als 1944 der Volkssturm aufgeboten wurde, bekamen die Feuerwehrleute auch Schießunterricht.
Der totale Krieg endete für die Feuerwehr schließlich in der totalen Zerstörung:
Was an Gerät den Bombenkrieg überstanden hatte, wurde im Frühjahr 1945 bei Erdkämpfen zerstört, geplündert und geraubt. Die Verlegung von starken Feuerwehreinheiten nach Oberösterreich nach der Räumung Wiens trug ein übriges zum Geräteverlust der nö Feuerwehren bei.
WIEDERAUFBAU
Die sowjetische Besatzungsmacht betrachtete die Feuerwehr als Einrichtung der deutschen Polizei, die man zu guter Letzt ja noch der SS unterstellt hatte, und gestattete zunächst nur eine auf das Mindestmaß beschränkte Tätigkeit bei Einsätzen. Der unbeugsame Wille der sich langsam sammelnden Feuerwehrleute war es zu Danken, daß allerorts binnen zwei Jahren ein improvisierter Dienstbetrieb aufgenommen werden konnte. Die Sowjekts hatten schließlich recht bald Einsehen in die Notwendigkeit eines organisierten Brandschutzes.
1947 kam es zur Wiedergründung des Landesfeuerwehrverbandes und zur Errichtung der Bezirksverbände. Die Feuerwehren wurden rechtlich wieder als Vereine geführt.
Notdürftigst hatte man Geräte organisiert oder aus Altteilen zusammengebaut. Manche Feuerwehr war wiederum mit ihrer Handspritze unterwegs.
Das Hilfswerk der Vereinten Nationen, die UNRRA (United Nations Relief and Rehabilitations Agency) stellte 1948 über 300 Militärlastwagen zur Verfügung, die billig erworben werden konnten. Es waren technische Wunderwerke, die die Feuerwehren teilweise zustandebrachten, um daraus einsatztaugliche Fahrzeuge zu machen. Teilweise konnte auch noch Wehrmachtsgerät übernommen und adaptiert werden. Das Feuerwehrwesen nahm wieder Formen an.
Die zerstörte Feuerwehrschule wurde 1950 von Wiener Neustadt nach Tulln übersiedelt werden, 1954 wurde die erste Etappe des Neubaus an der Nußallee seiner Bestimmung übergeben.
Als zusätzlicher Ausbildungsanreiz wurde 1951 der erste Landesfeuerwehrleistungsbewerb abgehalten.
DER WEG IN DIE MODERNE
Der 1959 zum Landesfeuerwehrkommandanten gewählte DI Ferdinand Heger wurde zum Vater der modernen Feuerwehr von heute. In den Jahren des Wirtschaftswunders änderten sich die Aufgaben der Feuerwehr:
- in Industrie, Landwirtschaft und auch Haushalt wurden vermehrt giftige und hochbrennbare Materialien verwendet, was die Brandlast und die Gefährlichkeit erhöhte.
- der rapid zunehmende Straßenverkehr führte zu einer Anwachsen von Verkehrsunfällen
- die Unmwelt wurde zunehmend - z.B. durch Tankwagenunfälle - gefährdet
Die Feuerwehren wurden gezwungen, darauf zu reagieren, was natürlich eine gewaltige finanzielle und logistische Mehrbelastung bedeutete. Nunmehr wurde
aus den teilweise dörflich-vereinsmeierischen Feuerwehren eine schlagkräftige Hilfeleistungsorganisation:
- Beschaffung von einheitlichen Fahrzeugen nach Baurichtlinie: z.B.:
Tanklöschfahrzeug 1000 auf Opel Blitz
Leichtes Löschfahrzeug auf Opel Blitz
Tanklöschfahrzeug2000 auf Mercedes oder Steyr
Kleinlöschfahrzeug auf VW-Bus oder Ford Transit
(Die in den 50er Jahren forcierten Tragkraftspritzenwagen (ein vierrädriger Traktoranhänger mit Löschgruppenausrüstung) wurden langsam zurückgedrängt).
- Aufbau des technischen Dienstes, besonders für Verkehrsunfälle und Elementarereignisse:
- Rüst- und Kleinrüstfahrzeuge, Rüstanhänger
- Die Industrie entwickelte moderne Hilfsmittel wie hydraulische Rettungssätze zur Befreiung eingeklemmter Personen oder Hebekissen
- Aufbau von Sonderdiensten: Tauch- und Sprengdienst, Strahlenschutz, später Feuerwehrstreife, Versorgungs- und Flugdienst
- Für den Einsatz nach Tankwagenunfällen würden Ölalarmfahrzeuge beschafft
- Die Feuerwehren erhielten Sprechfunk als Nachrichtenmittel
- für überregionale Katastrophen wurde der Feuerlösch- und Bergungsdienst aufgestellt: Diese Einheiten kamen z.B. nach einem Staudammbruch in Oberitalien (Motta di Livenza) und nach dem Erdbeben in Friaul zum Einsatz.
Die Feuerwehr wurde nunmehr ein kompetenter Ansprechpartner für Schadensfälle aller Art, und konnte schließlich auch rechtlich aufgewertet werden: Seit 1970 ist die Feuerwehr inNiederösterreich Körperschaft öffentlichen Rechtes.
FEUERWEHR HEUTE
In Österreich gibt es derzeit Freiwillige und Betriebsfeuerwehren, rund 310.000 Frauen und Männer (Aktive, Reservisten und Feuerwehrjugend) stehen rund um die Uhr bereit. Sechs Berufsfeuerwehren sorgen in den Städten über 100.000 Einwohner für Sicherheit. Frauen sind in den letzten Jahren selbstverstöndlich im Feuerwehrwesen geworden.
Die einzelne Feuerwehr als Körperschaft öffentlichen Rechtes ist autonom und der Gemeindeverwaltung unterstellt. Organisatorisch gehört sie zum NÖ Landesfeuerwehrverband, der sich wiederum in die 21 Bezirksfeuerwehrkommanden unterteilt. Jeder Bezirk besteht wiederum aus mehreren Feuerwehrabschnitten. Dem Landesfeuerwehrverband obliegt die Verwaltung von Förderungsmitteln aus der Feuerschutzsteuer (Subvention von Fahrzeugen und Geräten) und dem Katastrophenfond (Beschaffung von Schwerpunktausrüstung). Im Landesfeuerwehrkommando, der Geschäftsstelle des Landesfeuerwehrverbandes stehen Sachbearbeiter für alle Bereiche des Feuerwehrwesens für Beratung und Unterstützung zur Verfügung.
Die Gemeinden haben für die Finanzierung und Erhaltung der Feuerwehren zu sorgen - in der Praxis tragen die Feuerwehren aber durch vielerlei Veranstaltungen und Sammlungen zu ihrer Finanzierung wesentlich bei:
Aufgaben:
- vorbeugender und abwehrender Brandschutz
- technische Hilfeleistung bei Lebensgefahr oder Gefahr in Verzug
- Hilfe bei Elementarereignissen
- Umweltschutzaufgaben bei Gefahr in Verzug
Ausrüstung
Heute stehen in Niederösterreich rund 6000 Einsatzfahrzeuge bereit, eine weltweit kaum erreichte Dichte. Neben den Fahrzeugen für den Brandschutzbereich (Tanklöschfahrzeuge mit 1000, 2000 oder 4000l Inhalt ) und Löschfahrzeugen verschiedener Art haben technische Fahrzeuge (Kleinrüst- und Schwere Rüstfahrzeuge) stark zugenommen.
Diverse Sonderfahrzeuge stehen für Spezialaufgaben bereit;
- Kräne und Vorausfahrzeuge für Interventionen auf den Hauptverkehrswegen
- Gefährliche Stoffe und Öleinsatzfahrzeuge für Umweltschutzaufgaben
- Drehleitern für Menschenrettung und Brandbekämpfung
Feuerwehr ist teuer, doch kann mit so einem Fahrzeug nur ein einziges Menschenleben gerettet werden, hat sich das Fahrezeug rentiert. Vielfältig ist auch die Detailausrüstung, sie reicht vom Schutzanzug bis zum Schaumrohr, vom Stromerzeuger bis zum Pölzgerät.
Alarmierung
Die Feuerwehren werden in vielen niederösterreichischen Bezirken von Zentralen mit hauptamtlichem Personal zu Einsätzen gerufen. In diesen Bereichen ist der Notruf 122 bereits durchgeschaltet. Bis zur Jahrtausendwende wird dieses System flächendeckend sein. Der Feuerwehrmann selbst erfährt durch das Heulen der Sirene oder durch einen Funkmeldeempfänger (Piepserl) vom Einsatz.
ZUKUNFTSPERSPEKTIVEN
Die Probleme der Freiwilligen Feuerwehren sind regional unterschiedlich: In weiten Teilen des Landes funktioniert das System hervorragend, die Einsatzbelastung ist erträglich, die Feuerwehren können sich auf das Geschehen solid vorbereiten.
Doch in den Ballungsräumen, besonders im Großraum Wien und entlang der Autobahnen kommen die Feuerwehren an die Leistungsgrenze der Freiwilligkeit:
- unzählige Kleinalarme (Ölspuren, Freimachen von Verkehrsflächen)
- psychisch ungemein belastende Interventionen auf Straßen und Autobahnen
- Brandeinsätze unter schwierigsten Bedingungen
- Umgangmit Chemikalien aller Art
- Stützpunktaufgaben für Bezirk oder Landesteile
Dieses Einsatzspektrum erlaubt keine Improvisation mehr, Spezialisten sind gefragt, doch in wieweit kann das von einem Freiwilligen, der Beruf und Familei hat, überhaupt verlangt werden. Noch kann man sich mit einigen Hauptamtlichen und Zivildienernunter Tags behelfen - eine Faustregel sagt: Eine Freiwillige Feuerwehr mit mehr als drei Einsätzen pro Tag bzw. in einer Stadt mit mehr als 100.000 Einwohnern braucht eine ständige Bereitschaft von Hauptamtlichen. Eine obengenannte Großstadt gibt es nicht, doch über tausend Einsätze pro Jahr fahren einige Feuerwehren, viele sind es, die mehr als 500 Einsätze haben. Für die Zukunft ist mit einer Steigerung zu rechnen...
Man wird sich, speziell für Sonderaufgaben, schwere technische Hilfeleistung oder den Umweltschutzbereich, etwas Neues einfallen lassen müssen.
Gerade aber in den Ballungsräumen nimmt auch das Interesse an der Feuerwehr ab, wer will schon soviel Belastung auf sich nehmen. Immer weniger Menschen sind bereit ehrenamtliche Aufgaben für die Allgemeinheit zu übernehmen.
In Wien hat die Organisation der Berufsfeuerwehr weiteren Aufschwung genommen, die Wiener Feuerwehr hat auch heute absoluten Weltruf. Ausbildung und letztendlich Karriere bei dieser Berufsfeuerwehr sind schwierig und mit großem Aufwand verbunden. Technisch ist es die Wiener Feuerwehr, die immer wieder Innovationen erprobt und einführt. Neben der Berufsfeuerwehr bestehen heute zwei Freiwillige Feuerwehren, der Katastrophenhilsdienst des Wiener Landesfeuerwehrverbandes (Feuerwehrjugend) und 35 Betriebsfeuerwehren.
(Veröffentlicht in versch. Ausführungen 1994, 1999, etc.)