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Was tun mit Betroffenen?

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Was tun mit Betroffenen?

Eine Aufgabe, die häufig der Feuerwehr zufällt, ist die Betreuung von Betroffenen. Egal ob bewusstlos oder unverletzt, Erwachsener oder Kind: Im Umgang mit den Opfern zählt besonderes Feingefühl.hock und Schmerzen machen ohnehin schon Angst, die durch Hilflosigkeit und Unwissenheit über das Geschehen noch verstärkt wird. Eine persönliche Betreuung ist daher für Verletzte und Betroffene ungemein wichtig. Das positive Einwirken auf die Psyche des Menschen beruhigt und vermindert die Auswirkungen eines traumatischen Erlebnisses.
Als besonders wichtig beschreiben Unfallopfer den ständigen Kontakt zu einem Helfer, der bei die ihnen blieb und alle Schritte der Rettung vorher erklärte. Auswirkungen und Geräusche wurden weniger Angst einflößend empfunden, wenn die Betroffenen über das Geschehen informiert waren. Laute Stimmen und Befehle, Funkgeräte und Lärm beunruhigen und sollten daher vermieden werden. Gespräche über den Patienten, seinen Gesundheitszustand oder über Gefahrensituationen bei der Rettung sollten in dessen Nähe unbedingt unterlassen werden.

Bewusstlose
bedürfen genauso einer persönlichen Betreuung wie Patienten bei vollem Bewusstsein. Es gibt unterschiedliche Stadien der Bewusstseinstrübung, Bewusstlosigkeit oder Sedierung mit Medikamenten heißt nicht, dass ein Patient seine Umgebung nicht mehr wahrnimmt. Geräusche oder Gespräche können sich tief im Unterbewusstsein festsetzen. Prim. Dr. Helmut Trimmel, Medizinischer Koordinator der Christophorus-Flugrettung: „ Die Betreuung eines Bewusstlosen ist schon aus dem Grund wichtig, weil der Patient wach werden könnte. Wir müssen mit ihm genauso sprechen und jede Handlung vorher erklären, auch wenn er augenscheinlich nichts mitkriegt.„

Kinder
sind nicht nur bei der medizinischen Versorgung besonders zu beachten, sie bedürfen auch besonderer psychologischer Betreuung. Ein Erwachsener kann meist selbst ein gewisses Management einer Krisensituation aufbauen. Ein Kind kann das nicht. Seine Kontrollmöglichkeiten und Informations- bzw. Wissenstand sind mit einem Erwachsenen nicht zu vergleichen. Eine behutsame Kontaktaufnahme – möglichst auf Niveau des Kindes – lässt es Vertrauen zum Helfer fassen. Körperkontakt ist wichtig (streicheln, in den Arm nehmen, Hand halten), für Ablenkung vom Unfallgeschehen muss gesorgt werden. Kinder brauchen aber genauso eine altersgemäße Erklärung der Situation und reagieren besonders sensibel auf Aufregung und Hektik. Zwang und Druck (festhalten) sollten nach Möglichkeit vermieden werden

Nicht- oder Leichtverletzte
sind von dem Unfall und den Geschehnissen rund um sie traumatisiert, erfahren aber oft subjektiv kaum Beachtung – alles kümmert sich ihrer Ansicht nach um die Schwerverletzten. Trimmel empfiehlt in diesem Fall, auch den Unverletzten Patientenleittaschen umzuhängen. „Rein psychologisch fühlen sie sich dann betreut und nicht alleine gelassen„. Wichtig ist außerdem eine Erklärung der Abläufe des Einsatzes. Für Außenstehende wirkt das Geschehen chaotisch, sie wissen z. B. nicht, warum es wartende Einsatzkräfte gibt. Aufklärung über die Organisationsstruktur beruhigt und gibt das Gefühl, dass ohnehin alles mögliche getan wird.

Tipps im Umgang mit Betroffenen
Abschirmen von Zuschauern
Vorstellen mit Name und Funktion
Gefühl vermitteln, man ist da und es geschieht etwas
Auf Ebene des Patienten begeben
Vorsichtiger Körperkontakt an Hand oder Schulter, wenn möglich Augenkontakt
Sprechen und zuhören
Handeln ankündigen, die nächsten Handlungen und Auswirkungen (Geräusche, Bewegungen etc) erklären.
Kompetenz beruhigt, keine Hektik, kein Dramatisieren – aber auch keine Lügen
Keine Versorgung von hinten, nicht über Patienten steigen
Gespräche über Patienten in dessen Nähe unbedingt vermeiden
Gefahrenmomente nicht in Patientennähe besprechen
 

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