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Start Fachwissen Taktik-Einsatz-Wissen Theorie muss nicht trocken sein

Theorie muss nicht trocken sein

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Tipps für spannende und informative Schulungsabende

 

 1.) Beginn und Ende
Als Faustregel gilt: egal ob Theorie oder Praxis - der Beginn sollte zu bestimmten Tagen und Uhrzeiten erfolgen, welcher das ganze Jahr über eingehalten werden kann (weshalb die Kameraden ihn sich auch leicht merken und entsprechend planen können) 
 
Grundsätzlich sollte eine rein theoretische Ausbildung weder zu früh noch zu spät angesetzt werden und sich nach dem Veranstaltungskalender der (näheren) Umgebung, den örtlichen Gegebenheiten (Schulungsraum) und Sonderereignissen (z.B. Sportübertragungen) richten... 
 
keine Ausbildung macht Freude, wenn sie um 8:00 Uhr morgens beginnt und am Vorabend ein Ball, ein Zeltfest oder ähnliches stattfindet! 
 
andererseits macht auch ein Beginn um 20.00 nicht wirklich Sinn - die einen müssen am nächsten Tag zeitig auf (Schüler), die anderen sind bereits geistig / körperlich abgespannt oder mit den Gedanken bereits in der Disco... 
 
als guter Kompromiss wäre die Beginnzeit am Sonntag nach der (2.) heiligen Messe oder unter der Woche Montag bis Freitag zwischen 18:30 und 19:00 Uhr. 
Den Samstag sollte man sich freihalten – ein optimaler Tag für längerwierige Ausbildungsthemen, welche einen halben Tag oder länger in Anspruch nehmen... 
 
Egal wann die theoretische Ausbildung beginnt - das geplante Ende muß 
a) bereits im Übungskalender angekündigt und  
b) dann auch eingehalten werden 
 
 
2.) Pause: 
 
Ein zweischneidiges Thema - einerseits haben die erhitzten und abgeschlafften Geister Zeit zur Erholung, andererseits jedoch ist die Bereitschaft zur Pause meist nicht sonderlich groß bei den Teilnehmern, weil dadurch die ganze Sache länger dauert... 
 
Ob ich eine Pause mache oder nicht hängt von folgenden Faktoren ab: 
 
a) Dauer und Art der Theorieausbildung – wird ein reiner Vortragsstil gewählt, ohne direkte aktive Beteiligung (und damit meine ich nicht bloße Konzentration), dann muss auf alle Fälle zur Halbzeit eine Pause gemacht werden – spätestens jedoch nach einer Dreiviertelstunde! 
 
b) Anzahl der Raucher – im „Schulungsraum“ muss auf jeden Fall Rauchverbot herrschen und 45 Minuten müsste auch der starke Raucher ohne Glimmstengel aushalten (ebenso wie die Kameraden mit der kleinen Blase..) 
 
c) Ort der Veranstaltung – muss aus Gebäudegründen ein Lokal gewählt werden, so möchten zumeist erstens die Teilnehmer die praktische Gelegenheit auf einen kleinen Umtrunk nutzen und zweitens die Wirtsleute ihr Geschäft machen. Damit nun nicht der Vortrag ständig durch ein „..sonst noch wer Wünsche?“ gestört wird, wird eine Pause fix vereinbart innerhalb der die Getränke aufgenomen – und auch konsumiert werden können! 
 
d) Beginn der Ausbildung – je später der Abend, desto pausenbedürftiger das Gehirn –  
 
e) Temperatur – je wärmer es im Saal ist, bzw. je mehr Leute in einem Zimmer sind, desto schneller sehnt sich das Gehirn nach einer Erholung – also lüften und frische Luft reinlassen! 
 
f) vom Thema selbst – manchesmal kommen die besten Ideen zur Diskussion in der Pause, wenn die Kameraden von vergangenen Einsätzen, Übungen etc plaudern – wobei dann auch so manche Frage auftaucht, die mit dem Thema in (direktem) Zusammenhang steht und nach Erörterung (Lösung) schreit... 
 
 
3.) Sitzform: 
 
Zwanglose Sitzordnung hat einen riesigen Vorteil – Gedanken an die Schule kommen hier erst gar nicht auf - allerdings hat diese einen kleinen Nachteil für den Vortragenden: 
 
in diesem Fall sitzen die kleinen „Störefriede“ zumeist nebeneinander und schnell beginnt das Flüstern (komisch wie schnell man sich doch wieder als Schüler benehmen kann..). 
 
Eine kleine Hilfe bietet dann eine kleine Gruppenarbeit – nach der ersten Begrüßung, der Einleitung bilde ich kleine Gruppen (nach Auszählverfahren, Einteilung nach Chargen und Mannschaft etc.) mit einer kleinen Aufgabe und belasse diese Gruppe in ihrer Sitzordnung... 
 
Wie sollen die Sessel und Tische aber aufgeteilt werden? 
 
Je nach der Art der Ausbildung gibt es verschiedene Möglichkeiten –  
 
U-Form etwa beim reinen Vortrag – jeder sieht jeden und bester Blick zum Overhead, Flip-Chart, Fernseher etc. 
 
Halbkreis bei praktischen Einlagen – genügend Sicht bei praktischen Übungen, der Erklärer schließt dabei den Kreis 
 
Vierecke bei Gruppenarbeiten – die Gruppe sieht sich gegenseitig in die Augen und ist doch gegen die anderen abgegrenzt 
 
 
4.) Hilfsmittel und Beleuchtung: 
 
„im Dunkeln ist gut munkeln...“ – und wir wollen unser Licht doch nicht unter den Scheffel stellen, weshalb wir auch bei Verwendung von Overhead-Folien, Tageslichtprojektoren, Video etc nicht mehr verdunkeln als unbedingt notwendig! 
 
Zumeist genügt es bei künstlicher Beleuchtung die ersten Reihen abzudunkeln um eine gute Sicht zu ermöglichen, also Licht niemals ganz abdrehen! Scheint die Sonne muss entsprechend dem Lichteinfall gehandelt werden!
 
a) OverHead: das gängigste Hilfsmittel welches auch am falschesten eingesetzt wird.  
Damit das Ganze nicht zum Desaster wird, gilt es folgende Gebote strikt einzuhalten: 
 
1. die Folie braucht einen (unsichtbaren) Rahmen, damit immer alles sicht- bzw. lesbar ist 
2. groß und deutlich schreiben – maximal sieben Zeilen pro Folie! 
3. nicht mehr als zwei Schriftfarben verwenden! 
4. Folien in der richtigen Reihenfolge bereitlegen (ausserhalb der Vortragsmappe) 
5. ausschalten – auflegen – abdecken – einschalten – lesen – warten – ausschalten – erläutern 
(also die Folie wird verdeckt auf den ausgeschalteten Overhead gelegt, dann erst eingeschaltet, die aktuelle Zeile freigelegt und vorgelesen, danach gewartet, bis der langsamere Leser sie auch optisch verarbeitet hat, danach wird das Gerät ausgeschaltet und jetzt erst der Inhalt ausführlicher besprochen – durch den ausgeschalteten Overhead sind die Leute nicht mehr visuell abgelenkt und ein Gehilfe kann die nächste Folie in Ruhe richten) 
6. immer neben der Lesewand stehen, wenn das Licht leuchtet (also niemand die Sicht verstellen) 
7. zeig niemals deinen Rücken zum Publikum – beim Lesen also niemals ganz umdrehen (dadurch „entlässt“ man seine Zuhörerschaft bzw. zeigt Unsicherheit), aber auch nicht direkt vom Overhead ablesen (Lichteinfall in die Augen!) 
8. Folien erst nach dem Vortrag wieder in die Schutzhüllen und in die Mappe einräumen 
 
b) Video: gern genützt, gern übertrieben.... 
 
1. niemals einen ganzen Film zeigen – Pausen machen, das Gesehene gemeinsam durchsprechen 
2. werden einzelne Ausschnitte von einem Film gezeigt – die Sequenzen in der benötigten Reihenfolge auf eine eigene Kassette spielen, damit nicht mühsam gesucht werden muss 
3. Fernsehen ist Konsum pur und schreit nach Getränken, Knabbergebäck und Unterhaltung (bzw. fördert den Drang nach einem stillen Örtchen...) 
 
c) PowerPoint – Präsentationen: ein neues Hilsmittel, die Fehlerquellen sind ähnlich jenen bei Overhead und Video! 
 
1. Folienaufbau genauso wie für den Overhead! 
2. Schriftzeilen einzeln, aber nicht wortweise einblenden! 
3. freie Sicht für alle! 
4. beim Sprechen die Zuhörer nicht entlassen, sondern mit den Augen „fesseln“ 
5. wird eine Folie für Erklärungen erneut gebraucht – in Kopie einfügen 
6. niemals die ganze Show durchgehend herunterlesen – Pause machen, gemeinsam besprechen und dann erst zur nächsten Folie; wenn geht den gelesenen und gehörten Inhalt mit praktischen Beispielen festigen 
7. beachte die Dauer – lesen und erklären dauert seine Zeit...
8. in der kürze liegt die Würze – Schlagworte verwenden, mit Bildern auflockern 
 
 
d) Flip-Chart: nichts für Menschen mit einer “Sau-Klaue” 
 
1. wenn geht, die Blätter vorschreiben (dadurch schönere optische Gestaltung möglich) 
2. entweder schreiben oder sprechen – niemals beides... 
3. Blockbuchstaben verwenden 
4. groß und leserlich schreiben 
5. dicke Stifte verwenden 
 
 
5.) Sprache 
 
Die schönste Sprache ist der natürliche, gesunde Dialekt – erstens wird er von den Zuhörern verstanden, zweitens reduziert er die Nachdenkpausen für die Formulierung und drittens reduziert er die Anzahl der Hoppalas (äh, uh, ähm, Wechsel Dialekt – Hochsprache, falsche Aussprache, etc.) 
 
Ebenso wichtig ist eine deutliche Formulierung – klar, energisch, selbstbewusst, kurz und bündig ohne viele Fremdworte... denn schließlich will unser Publikum ja verstehen was wir sagen und nicht eine Stunde über einen bestimten Begriff nachgrübeln... 
 
Normale Tonlage – weder schreien, noch flüstern, weder betont männlich tief, noch dramatisch hoch. 
Die Stimme ist ein Instrument, ein Werkzeug, eine Waffe – je nachdem wie sie eingesetzt wird.  

 
 6.) Form und Aufbau 
 
Einleitung – bestehend aus Begrüßung, Einleitung und Überleiten zum Inhalt
 
Hauptteil – bestehend aus den VORBEREITETEN (in Gedanken, Worten und Werken) Punkten 
 
Schluss – bestehend aus einer kleinen Zusammenfassung, einem kräftigen Dankeschön und dem „wichtigsten“ Satz.... 
 
"... die erste Runde übernimmt der Ausbildner!"
 

und schon müsste eine gelungene Veranstaltung zu Ende sein, oder? 

  

Text: Erich Langmann, Foto/Grafik: FO
 

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