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Start Fachwissen Taktik-Einsatz-Wissen Ex-Schutz (04-07)

Ex-Schutz (04-07)

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Explosions-Schutz ist für Feuerwehrgeräte, die in gefährdeten Bereichen eingesetzt werden, unerlässlich. Die ATEX-Norm gibt die Richtlinien vor. Es ist Feuerwehr-typisch, dass man nie weiß, womit man beim nächsten Einsatz konfrontiert wird. Brennbare Stoffe oder entzündbare Stoffgemische können praktisch bei jeder Schadenslage vorkommen. Dem Ex-Schutz bei Feuerwehrgeräten kommt daher große Bedeutung zu.
Wann es kracht
Explosionsfähige Atmosphäre entsteht aus der Mischung von Luft (Sauerstoff) und brennbarem Stoff im zündfähigen Verhältnis. Diese  können aber auch durch brennbare Gase, Dämpfe, Nebel oder Stäube entstehen. Damit es kracht, braucht es noch eine Zündquelle: Neben offenen Flammen können das auch mechanische oder elektrische Funken, statische Elektrizität, heiße Oberflächen oder ionisierende Strahlung sein.

Ex-Schutz erkennen
Seit  Juli 2003 ist nur noch die europäische Richtlinie 94/9/EG gültig, aufgrund des früheren Arbeitstitels „ATmosphère Explosible“ auch unter dem Begriff ATEX-Norm bekannt. Ausschließlich Geräte entsprechend der ATEX-Richtlinie dürfen in den Verkehr gebracht werden. Allerdings ist Ex-Schutz nicht gleich Ex-Schutz. Die ATEX-Norm gibt unterschiedliche Kategorien und Gefährdungspotentiale vor, nach denen ex-geschützte Geräte eingesetzt werden dürfen. Aus dem Ex-Schutz-Kurzzeichen geht hervor, für welche Bereiche und Zonen ein Gerät zugelassen ist. Im eigenen Interesse sollten Einsatzkräfte nur zertifizierte Geräte verwenden!

Die Kennzeichnung muss enthalten:
- Name und Anschrift des Herstellers
- CE-Kennzeichen (mind. 5 mm) und ggf. Kennnummer der beteiligten benannten Stelle
- Serienbezeichnung und Typ
- Serien-Nr. /Fabrikations-Nr.
- Baujahr
- Gerätegruppe und Kategorie
- spezifische Kennzeichnungen nach angewandten Normen

Was auf den ersten Blick eine recht verwirrende Ansammlung von Zahlen- und Buchstaben-Codes ist, ergibt bei näherer Betrachtung detaillierte Angaben, in welcher Atmosphäre man ein Gerät gefahrlos anwenden kann.

Eine genaue Erklärung der Kennzeichnungskürzel finden Sie auf dem beiliegenden Poster oder unter www.feuerwehrobjektiv.at!

Licht im Ex-Bereich

Speziell in gefährdeten Bereichen sind Einsatzkräfte auf mitgeführte Lichtquellen angewiesen. Der Markt bietet eine große Auswahl an der ATEX-Norm entsprechenden Lampen, allerdings muss die Wahl dem Gefährdungspotenzial entsprechen.

Lampen für den Ex-Bereich unterscheiden sich von normalen Lampen durch die Vermeidung von Zünd-Risiken:
- Hohe Temperaturen, die nach außen dringen (ausgehend von der Lichtquelle oder von Kurzschlüssen bei Batterien und elektronischen Komponenten im fehlerhaften Zustand).
- Funken (z. B. durch Kurzschluss)
- Elektrostatische Aufladung (z. B. des Gehäuses)
- Schäden am Lampengehäuse (die Ex-Atmosphäre kann zur heißen Lichtquelle gelangen). Ein Lampe für den Ex-Bereich muss gegen mechanische Beschädigung geschützt sein.

Für die Auswahl entscheidend sind die Einsatz-Faktoren:  Für welche Atmosphäre wird die Lampe eingesetzt (Temperaturbereich, Explosionsgruppe, Zone)?  Welche Einsatzdauer muss die Lampe aushalten? Welche Bedingungen können herrschen (Nässe, Frost) bzw. ist Stoßfestigkeit gefordert? Welche Lichtmenge bzw. Lichttechnologie wird gewünscht?

Lichttechnologien

Bei einer Glühfadenlampe (Glühbirne) wird eine in einem Vakuum befindliche Drahtwendel durch Strom zum Glühen gebracht. Bei Halogen- und Kryptonlampen wird durch die Beimischung der Edelgase die Leuchtkraft erhöht. Aufgrund relativ niedriger Lampentemperatur eignen sich Niedrig-Energie-Glühfadenlampen für die Temperaturklasse T6. Die Lichtausbeute bei dieser Technologie ist allerdings geringer, der Lichtstrahl hat eine deutlich wärmere Farbtemperatur.

Anders funktioniert die moderne LED-Technologie (Licht emittierende Diode): Eine Leuchtdiode ist ein elektronisches Halbleiter-Bauelement. Beim Anlegen einer äußeren Spannung wandern Elektronen durch das Halbleitermaterial, wobei ein Teil der Elektronen in einen niedrigeren Energiezustand wechselt. Die 'überschüssige' Energie wird als Licht emittiert. Bei dieser neuen Technologie werden 90% der Energie in Licht umgesetzt, lediglich 10% gehen verloren. Der Energieverbrauch wird minimiert und die Lebensdauer der Dioden deutlich verlängert.

LED bestehen aus einem hochstabilen Kunststoff. Leuchtdioden sind damit unempfindlich gegen Erschütterungen, sie haben keinen Hohlkörper, der implodieren kann. Die Lebensdauer hängt von dem jeweiligen Halbleitermaterial und den Betriebsbedingungen (Wärme, Strom) ab. Sie reicht von einigen tausend Stunden bei 5-Watt-LEDs bis zu über 100.000 Stunden bei mit niedrigen Strömen betriebenen LEDs. Rechnet man bei einer Glühbirne mit einer Brenndauer von 60 bis 70 Stunden, so hat im Vergleich eine LED  eine nahezu unbegrenzte Lebensdauer.

LED für besseres Licht
Für eine einfache Taschenlampe wird die Glühlampe nach wie vor die beste Lösung sein, vor allem weil diese Technik billig ist. Für Geräte an die man höhere Ansprüche stell, sind LEDs jedoch die Zukunft. Die Lichtausbeute ist wesentlich besser, dank gleichmäßiger Ausleuchtung können Details leichter wahrgenommen werden. Gute LED Optiken können einen Lichtstrahl nahezu ohne Schatten oder Ringe erzeugen.
Vor allem im Ex-Bereich bieten LED-Lampen Vorteile: Sie sind stabil, ohne heiße Oberflächen und eignen sich für hohe Kategorien bis Zone 0.

 

Copyright © 2010 www.feuerwehrobjektiv.at