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Fachwissen
Taktik-Einsatz-Wissen
Tipps: Brandschutz geht jeden an
Tipps: Brandschutz geht jeden an
50 bis 60 Österreicher sterben jährlich in den Flammen oder besser ersticken im Rauch, der dem Feuer vorangegangen ist. Zwei Drittel von ihnen werden im Schlaf von Feuer und Rauch überrascht. Bis zu 2000 Mitbürger müssen nach Brandverletzungen stationär behandelt werden, besonders viele Kinder sind davon betroffen. Immer wieder können eingeklemmte Personen nach Unfällen nicht mehr rechtzeitig aus ihren Fahrzeugen gerettet werden und ersticken bzw. verbrennen hilflos. Und auch ohne Verletzte: jeder Brand ist mit hohem materiellem Schaden, Arbeit und persönlicher Belastung verbunden. Solange man nicht selbst betroffen ist, überlegt sich allerdings kaum jemand Vorbeugemaßnahmen oder beschäftigt sich mit Brandschutzeinrichtungen. Vor allem in privaten Haushalten ist das Bewusstsein für Brandschutz schlicht und einfach nicht vorhanden. Daher: Heimrauchmelder und Feuerlöscher gehören in jeden Haushalt!
Tipps bzw. Infos für Sicherheitstage und BS-Schlungen (vgl. acu die Downloads)
- Der Mensch ist von einem brennbaren System umgeben: brennbares Material (von Möbel über Reinigungsmittel bis Gebrauchsgegenstände) und Sauerstoff in der Umgebungsluft sind immer gegenwärtig, fehlt nur noch die Zündquelle: eine Wärmeeinwirkung von etwa 200°C führt unweigerlich zum Brand. Zum Vergleich: Auf einer brennenden 100 Watt-Glühbirne herrschen Temperaturen um 230 ° C.
- Unachtsamkeit und Unordnung tragen wesentlich zur Steigerung der Brandgefahr bei. Leider entstehen viele Brände durch Leichtsinn und Gedankenlosigkeit.
DAHER: wirksamer Brandschutz beginnt im Kopf. Viele Schäden könnten durch einfachen Hausverstand verhindert werden....
Achten Sie auf die wichtigsten Gefahrenmomente in ihrer Umgebung und werden Sie zum „Brandschutz-Detektiv“:
Brandgefahren im Haushalt
KÜCHE
Heißes Fett kann sich selbst entzünden. Wird mit Wasser gelöscht, ist eine schlagartige Brandausbreitung nicht zu verhindern! Deckel oder Löschdecke verwenden!
Dunstabzugshauben wirken durch die gesammelten Fettpartikel wie Brandbeschleuniger, Filter daher öfters tauschen!
Verlassen Sie beim Kochen nie länger den Raum: angebrannte Speisen können zu Bränden führen. Auch bei Kleinbränden ist Ihre Wohnung zumindest verraucht und muss schon wegen des Geruches saniert werden!
Tipp: Heißes Kochgut nicht alleine lassen, Löschdecke und Feuerlöschgerät griffbereit, nicht mit Wasser löschen!
WOHNRAUM
Unachtsamkeit mit Zigaretten und Zündhölzern kann tödlich sein: Achten Sie auf Glut, Aschenbecher etc. Niemals im Bett rauchen! Heiße Asche nicht in brennbare Behälter leeren!
Kerzen, Adventkränze und Weihnachtsbäume werden durch Achtlosigkeit oder Unwissenheit (Kinder!) zu Feuerfallen: Verzichten Sie auf „echte“ Kerzen oder behalten sie diese permanent im Auge! Lassen Sie eine Kerze niemals unbeaufsichtigt brennen.
Brennbare Flüssigkeiten (z. B. Fleckputzmittel) oder Spraydosen nicht in der Nähe von offenen Flammen (Gastherme!) oder Zigaretten verwenden!
HEIZEN
Vor Beginn der Heizperiode Rauchfänge und Öfen vom Rauchfangkehrer überprüfen lassen.
Asche nicht in brennbare Behälter entsorgen.
Keine brennbaren Gegenstände im Umkreis von einem halben Meter von Öfen oder Herd. Elektrische Heizlüfter weit genug von brennbaren Materialen aufstellen und nicht unbeaufsichtigt laufen lassen.
Heizdecken nur zum Vorwärmen einschalten, Dauerbetrieb kann zu Wärmestau und zu einem Brand führen.
Tipp: Einmal ein Blick mehr könnte Sie vor großem Schaden bewahren. HEIMRAUCHMELDER verwenden – damit können Sie auch im Schlaf nicht von Feuer und Rauch überrascht werden.
STROM
Nur geprüfte Geräte mit ÖVE oder VDE-Zeichen verwenden, kein Basteln an Sicherungen, sämtliche Installationen prüfen lassen.
Fernseh- und Videogeräte brauchen „Luft“ (mind. 10 cm rundum). Achten Sie auf intakte Leitungen, Staub, etc. Bügeleisen bei Arbeitsunterbrechung stets abschalten, Stecker ziehen!
Tipp: keine elektrischen „Eigenbauten“, kein Überbrücken von Sicherungen! Im Brandfall Netzstecker ziehen, Feuerwehr alarmieren, Handfeuerlöscher einsetzen.
GAS
Überprüfung aller Gasgeräte ist sinnvoll! Raume in denen sich Durchlauferhitzer, etc. befinden regelmäßig lüften, brennbare Gegenstände von gasbefeuerten Geräten fernhalten. Bei Gasgeruch lüften, keine Zündquellen verwenden, auch keine Schalter drücken – der kleinste Funke kann eine Explosion auslösen.
Tipp: Bei Gasgeruch kein Risiko eingehen, lieber einmal Feuerwehr/Energieversorger zu viel verständigen!
GARAGE & Heimwerker
Lacke und Kleber enthalten brennbare Lösungsmittel, die eine Entzündung und Brandausbreitung beschleunigen! Bei Heißarbeiten dürfen keine brennbaren Materialien in der Nähe sein. Achten Sie auf Zigaretten!
Tipp: Halten Sie Ordnung und überschätzen Sie ihre Fähigkeiten nicht. Ein Löschgerät sollte bereitgestellt sein.
DACHBODEN
Auf Dachböden dürfen keine leicht brennbaren Materialien gelagert werden. Ordnung halten, Dachfenster und Rauchfänge frei halten.
GRILLEN
Obwohl es jeder weiß – jedes Jahr werden zig Personen verletzt, wenn Sie mit Spiritus oder anderen Brandbeschleunigern den Griller ordentlich „nachheizen“. Verwenden Sie sichere Grillanzünder oder elektrische Anzündhilfen!
Tipp: Gießen Sie niemals brennbare Flüssigkeit auf die glühenden Kohlen! Achten Sie auf Kinder!
AUTO
Ein tragbares 2kg-Löschgerät gehört so wie die Apotheke oder der Warnüberwurf in jedes Auto! Zu oft müssen Ersthelfer nach einem Verkehrsunfall hilflos zusehen, wie jemand langsam im Auto erstickt! Sollte der Brand Ihr Fahrzeug betreffen: in den ersten Augenblicken löschen Sie einen Kabelbrand ohne besondere Folgeschäden!
Tipp: Autos explodieren nicht! Es bleibt Ihnen Zeit zum Retten und Löschen!
MENSCHEN
Leider geraten immer wieder auch Kleidungsstücke von Menschen in Brand: Sie können bedenkenlos jedes Löschgerät oder Löschmittel verwenden, optimal ist das Einhüllen in Löschdecken.
Tipp: Nach dem Löschen auf jeden Fall für ausreichende Kühlung mit Wasser sorgen! Notarzt alarmieren!
Rauchmelder retten Leben!
Brandtote sind Rauchtote: Der Großteil der Brandopfer stirbt an den Folgen einer Rauchgasvergiftung. Schon wenige Atemzüge Kohlenmonoxid sind tödlich!
Dabei wäre es so einfach: Heimrauchmelder sind leicht zu installieren, unauffällig und wartungsfrei im Betrieb und in vielen Fällen lebensrettend.
Die kleinen Geräte warnen rechtzeitig vor der Gefahr, noch bevor sich die tödlichen Rauchgaskonzentrationen gebildet haben. Der laute Alarm des Rauchmelders warnt Sie auch im Schlaf vor der Brandgefahr und verschafft Ihnen den nötigen Vorsprung, um sich und Ihre Familie in Sicherheit bringen zu können
Tipp: Zumindest in Schlafzimmer und Vorraum gehören die kleinen Helfer, besser auch noch in Küche und Wohnzimmer. Achten Sie beim Kauf auf die Qualität des Gerätes und verwenden sie nur geprüfte Rauchmelder (VdS) Eine kabellose Verbindung mehrerer Melder zu einer kleinen Brandmeldeanlage ist möglich!
Verhalten im Brandfall
Im Zweifelsfall immer die Feuerwehr rufen!
Ihr Notruf kommt zur nächsten Zentrale und wird umgehend bearbeitet!
Notrufnummern:
122 Feuerwehr
133 Polizei
144 Rettung
112 Euro-Notruf
WER ruft an?
WAS ist passiert?
WO wird Hilfe benötigt?
Brennenden Raum verlassen, Türen und Fenster schließen, Feuerwehr vor dem Haus erwarten.
Ist ein Verlassen des Raumes nicht möglich (z. B. wegen Verrauchung des Stiegenhauses): Türe schließen, evt. mit feuchten Tüchern abdichten. Am Fenster bemerkbar machen. Bei Verrauchung in Bodennähe aufhalten.
Löschen – aber richtig!
Tragbare Feuerlöschgeräte
.. gibt es im guten Fachhandel.
Beachten Sie: Mit dem Wind von vorne nach hinten und von unten nach oben löschen. Rückzündung beachten, evt. mehrere Feuerlöscher gleichzeitig einsetzen.
Fahrzeubrände: Zündung wenn möglich abstellen, Motorhaube nur einen Spalt öffnen und löschen. Erst dann Motorhaube vollständig öffnen und nachlöschen
BEACHTE: Nur wer schon mit einem Feuerlöscher geübt hat, wird im Ernstfall auch richtig damit umgehen können: Lesen Sie schon VOR dem Ernstfall die Bedienungsanleitung!
Nicht JEDER Löscher eignet sich für alle Brände:
Brandklasse A: Feste Stoffe, Holz. Papier
Brandklasse B: brennbare Flüssigkeiten wie Benzin oder Spiritus
Brandklasse C: brennbare Gase
Brandklasse D: brennbares Metall, z.B. Magnesium oder Aluminium
Brandklasse F: Fettbrände (in Küchen)
Optimal: Nasslöscher für den Wohnbereich, Pulver- oder Schaumlöscher für Werkstätte, Garage und Auto.
Tipp: Tragbare Feuerlöschgeräte gehören alle zwei Jahre von einer Fachfirma überprüft!
Löschdecke
Nur geprüfte Löschdecken verwenden! Brandgut vollständig abdecken, Decke nicht anheben! (Kann auch zum Löschen einer brennenden Person verwendet werden.)
Checkliste
- Alle Vorbeuge-Maßnahmen erledigt? (keine Baumängel, Einrichtung ohne Feuerfallen wie zu eng eingebaute Fernseher oder falsch aufgestellte Öfen etc.)
- Elektrik, Gas-Anlagen und Kamine überprüft?
- Heimrauchmelder installiert?
- Löschdecke in der Küche, Nasslöschgerät im Vorzimmer und Pulver-/Schaumlöschgerät in der Bastelwerkstatt bereitgestellt und überprüft?
- Kinder im Haushalt über Brandgefahren und Gegenmaßnahmen informiert?
- Selbst über das Verhalten im Brandfall informiert?