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Fachwissen
Taktik-Einsatz-Wissen
Erdbeben
Fachwissen
Taktik-Einsatz-Wissen
Erdbeben
Erdbeben
Erdbeben sind in Österreich nicht der Regelfall, sehr wohl aber kann jede Feuerwehr oder Hilfsorganisation plötzlich vor einem auch großen Hauseinsturz – etwa nach einer Gasexplosion stehen. FEUERwehrOBJEKTIV hat mit den Profis der ABC-Abwehrschule, welche für ihre Sondereinheit AFDRU (Austrian Forces Desaster Relief Unit) internationale Anerkennung erntet, gesprochen. (FO 6/2007)
Die Hilfe nach einem derartigen Ereignis muss strukturiert eingeleitet werden. Genaue Erkundung und ein nach dem Regelkreis der Führung aufgebauter Einsatz versprechen Erfolg. Neben einem möglichst erschütterungsfreien Arbeiten ist auf den Eigenschutz der Helfer zu achten!
100 Stunden-Regel
Für den Einsatz nach einem Erdbeben bzw. einem Einsturz gilt, dass die Überlebenschance nach rund 100 Stunden gegen 0 geht – rasches Handeln ist gefragt.
Voraussetzungen für den Rettungseinsatz
Im Zuge der Erkundung gilt es, die Verhältnisse genauestens zu klären. Ist der Einsatzraum ein Wohngebiet oder ein Industrieviertel? Welche Uhrzeit herrschte zum Zeitpunkt des Bebens? In der Nacht ist in einem Wohngebiet mit weitaus mehr Opfern zu rechnen als etwa in einem Industriebereich.
Im Detail muss dann jede Schadensstelle genau erkundet werden: Kann ein Überlebender Angaben zu den Bewohnern bzw. deren Anzahl machen? Können die Räume beschrieben werden? Gibt es spezielle Gefahren?
Die Schadensstelle wird nach einem internationalen System gekennzeichnet (siehe Kasten), vollständig abgearbeitet und dann geschlossen. Müssen die Kräfte abgelöst werden, erfolgt eine ordentliche Übergabe.
Entscheidend bei der Erkundung ist die Beurteilung der Bauweise, etwa Stahlbetondecken oder reine Ziegelbauweise. Es gilt auch die Tragfähigkeit der Rest-Bauteile zu beurteilen! So musste nach der Gasexplosion von Wilhelmsburg das Nebenhaus mit einem Kran gestützt und gepölzt werden.
5-Phasen-Technik
Diese taktische Grundregel orientiert sich an der Schwere der Aufgaben:
Phase 1: Erkundung und Sofortrettung
Phase 2: Durchforschung leicht zerstörter Bereiche und Sofortrettung
Phase 3: Schwere Rettung – Durchforschung aller Bereiche mit der größten Wahrscheinlichkeit Überlebende anzutreffen und deren Rettung
Phase 4: Durchforschung von Trümmerkegeln und Rettung aus schwerer Vertrümmerung
Phase 5: Restlose Beräumung. Jetzt kommen auch schon Baumaschinen zum Einsatz.
Die Technik wird während der Arbeiten ständig angepasst und kann dann rasch von 2 auf 4, aber auch umgekehrt wechseln.
Der Hund – biologische Ortung
Ein AFDRU-Hund muss eine spezielle Prüfung erbringen, erst dann kann er eingezogen werden. Der Hundeführer ist übrigens mitunter ein Zivilist, die biologischen Suchteams rekrutieren sich aus allen Rettungshundeorganisationen. Hunde sind sehr effektive Spürer, allerdings ist ihre Einsatzzeit mit etwa 20 bis 30 Minuten begrenzt.
Technische Ortung
Der ABC-Abwehrschule stehen Schallortungsgeräte verschiedener Bauart zur Verfügung, welche durch geübtes Personal ein erfolgreiches Aufspüren ermöglichen. Es gibt verschiedene Suchmöglichkeiten:
- Der Ortungstrupp in Linie sucht allgemein nach Klopfzeichen, Herztönen,etc.
- Erfolgt die Meldung „geortet“, wird im Dreieck weitergesucht (Dreiecksortung). Damit wird Lage des Verschütteten meist recht genau eingegrenzt.
- Kreis- bzw. Punktortung führen dann genau zur Stelle der verschütteten Person.
Zur technischen Ortung werden außerdem Geräte wie Search Cam oder Endoskope herangezogen.
Rettungsgeräte
Neben den Ortungshilfen muss dem Hilfsteam nach einem Einsturz eine breite Palette an Material zur Verfügung stehen. Diese reicht vom Handwerkszeug über Rettungsgeräte wie die Bergetrage samt Höhenrettungs- bzw. Sicherungsmaterial bis zum elektrischen, pneumatischen und hydraulischen Rettungs- und Bergewerkzeug. Ein Großteil der Geräte steht allen größeren Feuerwehren zur Verfügung. Seltener zu finden sind übrigens Betonschneider und Kernbohrer (bis 85 cm) sowie Plasmaschneidgeräte. Im Ernstfall muss mit Sicherheit auf Equipment der Bauwirtschaft (Bagger, Bobcat, aber auch Schutt-Föderbänder) zurückgegriffen werden.
Rettungs- und Bergungssprengen
Dieses bereits in den 70er Jahren, teils mit Feuerwehren gemeinsam entwickeltes Verfahren wird als letzte Möglichkeit angesehen, um Menschen aus den Trümmern zu befreien. Sprengstoff wird an der Außenwand (Rutschfläche, etc.) angebracht, verdämmt und gezündet. Der Beton wird porös und kann mit dem Hammer zerschlagen werden.
Schnelligkeit ist auch hier gefragt: Die Teams der AFDRU müssen binnen einer Viertelstunde in der Lage sein, eine 60 x 40 cm große Öffnung zu schaffen, durch welche die Rettungstrage durchpasst. Übrigens werden keine elektrischen Zünder mehr verwendet. Die jetzige Spreng-Ausrüstung der AFDRU darf als einzige auch im Flugzeug transportiert werden.
Bei der Aus- und Fortbildung werden alle zivilen und militärischen Sprengstoffe und Zündmittel eingesetzt. Eine Fortbildung mit der ABC-Abwehrschule wäre für Angehörige der Miliz, aber auch für Feuerwehr-Sprenggruppen grundsätzlich möglich.
AFDRU – Internationale Hilfe
Bei einem internationalen Einsatz der Sondereinheit AFDRU des Österreichischen Bundesheeres gibt es die Voralarm- und Alarmstufe. Binnen 10 Stunden ist die Abmarschbereitschaft hergestellt. Das gesamte Material sowie die persönliche Ausrüstung lagert jederzeit einsatzbereit in der Kaserne Stockerau.
Rund 60 – 80 Tonnen Material werden wie das individuell zusammengestellte Team (40 – 60 Mann) mittels gemieteter Transportmaschinen in den Einsatzraum geflogen.
In ein bis maximal zwei Tagen beginnt der Einsatz – die Erkundung erfolgt bereits vor Eintreffen der Einheit durch Vorauskommandos. Vor Ort erhält das AFDRU lokale Transportkapazität, bis zu 40 LKW. Das Vorauskommando muss inzwischen bereits ein Camp und einen Versorgungsstützpunkt errichtet haben. Das AFDRU kann übrigens 20 Tage völlig autark arbeiten (abgesehen von den Betriebsmitteln).
Im Ernstfall werden die Teams vor Abreise bzw. während der Anreise über ethnische, religiöse und gesellschaftliche Besonderheiten in Einsatzraum instruiert. Damit können Probleme im vorhinein vermieden werden, auch bei der Zusammenstellung des Teams wird darauf Rücksicht genommen. So werden in manchen Regionen Hunde als unrein empfunden, in anderen Ländern werden etwa Frauen als Einsatzkräfte nicht akzeptiert.
Im Inland
Die Frauen und Männer der ABC-Abwehrschule sind im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben für Assistenzeinsätze anzufordern, etwa um Feuerwehreinheiten rechtzeitig abzulösen. Neben Rettung und Bergung sind die ABC-Truppen für den Bereich Gefahrgut (Antrax-Einsatz!), Brandbekämpfung und allgemeine Katastrophenhilfe (Trinkwasseraufbereitung) prädestiniert. Neben der ABC-Abwehrschule in Korneuburg gibt es Züge bzw. Kompanien in den Bundesländern sowie die ABC-Abwehr- und Flugrettungszüge auf den Fliegerhorsten des Bundesheeres.
Die ABC-Abwehrschule kooperiert übrigens mit dem Schweizer Militär und dem deutschen Technischen Hilfswerk (THW). Diese drei Länder haben bereits vor 20 Jahren das „DACH“, als Dachorganisation eben, gegründet. Die seit Ende der 90er-Jahre bestehende weltweite Organisation der United Nations heißt INSARAG. Von dieser Organisation werden internationale Standards für Ausbildung, Ausrüstung und die Arbeit am Katastrophenort (beispielsweise etwa einheitliche taktische Zeichen, Schadenstellenkennzeichnung, Gefahrenbezeichnungen etc.) vorgegeben. Die teilnehmenden Länder stellen – eingeteilt nach Ausbildungsstand und Gerät – leichte, mittlere oder schwere Teams. Die Mitglieder der DACH stellen übrigens durchwegs schwere Teams.
Schadenssystematik
Bereits während des Zweiten Weltkrieges hat der Hamburger Bautechniker Maack zwölf Einsatzsituationen als Resultat der alliierten Luftangriffe der Ausbildung für die Trümmersuche zu Grunde gelegt. Heute wird mit einem Katalog der Schadenssystematik gearbeitet:
Halber Raum: Wenn eine Decke ein Auflager verliert, entsteht diese Situation mit hoher Überlebenswahrscheinlichkeit.
Ausgegossener Raum: Trümmer füllen den Raum, es gibt aber Hohlräume
Ausgeschlämmter Raum: die Trümmer sind mit Wasser vermischt, kaum Überlebenschance.
Angeschlagener Raum: dieser wurde durch darauf fallende Trümmer meist im Deckenbereich geöffnet.
Nur-versperrter Raum: der Zugang ist verlegt.
Schwalbennest: in größerer Höhe haben sich Räume erhalten, der Zugang (Treppe) fehlt.
Rutschfläche: ein Träger hat nachgegeben, die komplette Decke bildet mit dem Rest-Raum ein Dreieck.
Schichtung: Mehrere Rutschflächen übereinander.
Randtrümmer: (A – in Verbindung mit dem Gebäude, B – außerhalb des Gebäudes)
Trümmerkegel: dieser enthält oft andere Schadensstellen
Info&Weiterführendes
Erdbeben gab es auch in Österreich immer wieder, im Wiener Becken auch mehrfach im 20. Jahrhundert. Eines der größten Beben ereignete sich vor über 600 Jahren in Villach.
Die am häufigsten von Erdbeben betroffenen Bereiche in Österreich sind das Wiener Becken (nahe der Thermenlinie), das Mur- und Mürztal sowie das Inntal und der südliche Bereich von Kärnten. Letzterer wird hauptsächlich durch stärkere Erdbeben im angrenzenden Ausland (Friaul, Slowenien) betroffen.
http://www.zamg.ac.at/lexikon/
Ifos zur ABC-Abwehrschule auf www.bundesheer.at
100 Stunden-Regel
Für den Einsatz nach einem Erdbeben bzw. einem Einsturz gilt, dass die Überlebenschance nach rund 100 Stunden gegen 0 geht – rasches Handeln ist gefragt.
Voraussetzungen für den Rettungseinsatz
Im Zuge der Erkundung gilt es, die Verhältnisse genauestens zu klären. Ist der Einsatzraum ein Wohngebiet oder ein Industrieviertel? Welche Uhrzeit herrschte zum Zeitpunkt des Bebens? In der Nacht ist in einem Wohngebiet mit weitaus mehr Opfern zu rechnen als etwa in einem Industriebereich.
Im Detail muss dann jede Schadensstelle genau erkundet werden: Kann ein Überlebender Angaben zu den Bewohnern bzw. deren Anzahl machen? Können die Räume beschrieben werden? Gibt es spezielle Gefahren?
Die Schadensstelle wird nach einem internationalen System gekennzeichnet (siehe Kasten), vollständig abgearbeitet und dann geschlossen. Müssen die Kräfte abgelöst werden, erfolgt eine ordentliche Übergabe.
Entscheidend bei der Erkundung ist die Beurteilung der Bauweise, etwa Stahlbetondecken oder reine Ziegelbauweise. Es gilt auch die Tragfähigkeit der Rest-Bauteile zu beurteilen! So musste nach der Gasexplosion von Wilhelmsburg das Nebenhaus mit einem Kran gestützt und gepölzt werden.
5-Phasen-Technik
Diese taktische Grundregel orientiert sich an der Schwere der Aufgaben:
Phase 1: Erkundung und Sofortrettung
Phase 2: Durchforschung leicht zerstörter Bereiche und Sofortrettung
Phase 3: Schwere Rettung – Durchforschung aller Bereiche mit der größten Wahrscheinlichkeit Überlebende anzutreffen und deren Rettung
Phase 4: Durchforschung von Trümmerkegeln und Rettung aus schwerer Vertrümmerung
Phase 5: Restlose Beräumung. Jetzt kommen auch schon Baumaschinen zum Einsatz.
Die Technik wird während der Arbeiten ständig angepasst und kann dann rasch von 2 auf 4, aber auch umgekehrt wechseln.
Der Hund – biologische Ortung
Ein AFDRU-Hund muss eine spezielle Prüfung erbringen, erst dann kann er eingezogen werden. Der Hundeführer ist übrigens mitunter ein Zivilist, die biologischen Suchteams rekrutieren sich aus allen Rettungshundeorganisationen. Hunde sind sehr effektive Spürer, allerdings ist ihre Einsatzzeit mit etwa 20 bis 30 Minuten begrenzt.
Technische Ortung
Der ABC-Abwehrschule stehen Schallortungsgeräte verschiedener Bauart zur Verfügung, welche durch geübtes Personal ein erfolgreiches Aufspüren ermöglichen. Es gibt verschiedene Suchmöglichkeiten:
- Der Ortungstrupp in Linie sucht allgemein nach Klopfzeichen, Herztönen,etc.
- Erfolgt die Meldung „geortet“, wird im Dreieck weitergesucht (Dreiecksortung). Damit wird Lage des Verschütteten meist recht genau eingegrenzt.
- Kreis- bzw. Punktortung führen dann genau zur Stelle der verschütteten Person.
Zur technischen Ortung werden außerdem Geräte wie Search Cam oder Endoskope herangezogen.
Rettungsgeräte
Neben den Ortungshilfen muss dem Hilfsteam nach einem Einsturz eine breite Palette an Material zur Verfügung stehen. Diese reicht vom Handwerkszeug über Rettungsgeräte wie die Bergetrage samt Höhenrettungs- bzw. Sicherungsmaterial bis zum elektrischen, pneumatischen und hydraulischen Rettungs- und Bergewerkzeug. Ein Großteil der Geräte steht allen größeren Feuerwehren zur Verfügung. Seltener zu finden sind übrigens Betonschneider und Kernbohrer (bis 85 cm) sowie Plasmaschneidgeräte. Im Ernstfall muss mit Sicherheit auf Equipment der Bauwirtschaft (Bagger, Bobcat, aber auch Schutt-Föderbänder) zurückgegriffen werden.
Rettungs- und Bergungssprengen
Dieses bereits in den 70er Jahren, teils mit Feuerwehren gemeinsam entwickeltes Verfahren wird als letzte Möglichkeit angesehen, um Menschen aus den Trümmern zu befreien. Sprengstoff wird an der Außenwand (Rutschfläche, etc.) angebracht, verdämmt und gezündet. Der Beton wird porös und kann mit dem Hammer zerschlagen werden.
Schnelligkeit ist auch hier gefragt: Die Teams der AFDRU müssen binnen einer Viertelstunde in der Lage sein, eine 60 x 40 cm große Öffnung zu schaffen, durch welche die Rettungstrage durchpasst. Übrigens werden keine elektrischen Zünder mehr verwendet. Die jetzige Spreng-Ausrüstung der AFDRU darf als einzige auch im Flugzeug transportiert werden.
Bei der Aus- und Fortbildung werden alle zivilen und militärischen Sprengstoffe und Zündmittel eingesetzt. Eine Fortbildung mit der ABC-Abwehrschule wäre für Angehörige der Miliz, aber auch für Feuerwehr-Sprenggruppen grundsätzlich möglich.
AFDRU – Internationale Hilfe
Bei einem internationalen Einsatz der Sondereinheit AFDRU des Österreichischen Bundesheeres gibt es die Voralarm- und Alarmstufe. Binnen 10 Stunden ist die Abmarschbereitschaft hergestellt. Das gesamte Material sowie die persönliche Ausrüstung lagert jederzeit einsatzbereit in der Kaserne Stockerau.
Rund 60 – 80 Tonnen Material werden wie das individuell zusammengestellte Team (40 – 60 Mann) mittels gemieteter Transportmaschinen in den Einsatzraum geflogen.
In ein bis maximal zwei Tagen beginnt der Einsatz – die Erkundung erfolgt bereits vor Eintreffen der Einheit durch Vorauskommandos. Vor Ort erhält das AFDRU lokale Transportkapazität, bis zu 40 LKW. Das Vorauskommando muss inzwischen bereits ein Camp und einen Versorgungsstützpunkt errichtet haben. Das AFDRU kann übrigens 20 Tage völlig autark arbeiten (abgesehen von den Betriebsmitteln).
Im Ernstfall werden die Teams vor Abreise bzw. während der Anreise über ethnische, religiöse und gesellschaftliche Besonderheiten in Einsatzraum instruiert. Damit können Probleme im vorhinein vermieden werden, auch bei der Zusammenstellung des Teams wird darauf Rücksicht genommen. So werden in manchen Regionen Hunde als unrein empfunden, in anderen Ländern werden etwa Frauen als Einsatzkräfte nicht akzeptiert.
Im Inland
Die Frauen und Männer der ABC-Abwehrschule sind im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben für Assistenzeinsätze anzufordern, etwa um Feuerwehreinheiten rechtzeitig abzulösen. Neben Rettung und Bergung sind die ABC-Truppen für den Bereich Gefahrgut (Antrax-Einsatz!), Brandbekämpfung und allgemeine Katastrophenhilfe (Trinkwasseraufbereitung) prädestiniert. Neben der ABC-Abwehrschule in Korneuburg gibt es Züge bzw. Kompanien in den Bundesländern sowie die ABC-Abwehr- und Flugrettungszüge auf den Fliegerhorsten des Bundesheeres.
Die ABC-Abwehrschule kooperiert übrigens mit dem Schweizer Militär und dem deutschen Technischen Hilfswerk (THW). Diese drei Länder haben bereits vor 20 Jahren das „DACH“, als Dachorganisation eben, gegründet. Die seit Ende der 90er-Jahre bestehende weltweite Organisation der United Nations heißt INSARAG. Von dieser Organisation werden internationale Standards für Ausbildung, Ausrüstung und die Arbeit am Katastrophenort (beispielsweise etwa einheitliche taktische Zeichen, Schadenstellenkennzeichnung, Gefahrenbezeichnungen etc.) vorgegeben. Die teilnehmenden Länder stellen – eingeteilt nach Ausbildungsstand und Gerät – leichte, mittlere oder schwere Teams. Die Mitglieder der DACH stellen übrigens durchwegs schwere Teams.
Schadenssystematik
Bereits während des Zweiten Weltkrieges hat der Hamburger Bautechniker Maack zwölf Einsatzsituationen als Resultat der alliierten Luftangriffe der Ausbildung für die Trümmersuche zu Grunde gelegt. Heute wird mit einem Katalog der Schadenssystematik gearbeitet:
Halber Raum: Wenn eine Decke ein Auflager verliert, entsteht diese Situation mit hoher Überlebenswahrscheinlichkeit.
Ausgegossener Raum: Trümmer füllen den Raum, es gibt aber Hohlräume
Ausgeschlämmter Raum: die Trümmer sind mit Wasser vermischt, kaum Überlebenschance.
Angeschlagener Raum: dieser wurde durch darauf fallende Trümmer meist im Deckenbereich geöffnet.
Nur-versperrter Raum: der Zugang ist verlegt.
Schwalbennest: in größerer Höhe haben sich Räume erhalten, der Zugang (Treppe) fehlt.
Rutschfläche: ein Träger hat nachgegeben, die komplette Decke bildet mit dem Rest-Raum ein Dreieck.
Schichtung: Mehrere Rutschflächen übereinander.
Randtrümmer: (A – in Verbindung mit dem Gebäude, B – außerhalb des Gebäudes)
Trümmerkegel: dieser enthält oft andere Schadensstellen
Info&Weiterführendes
Erdbeben gab es auch in Österreich immer wieder, im Wiener Becken auch mehrfach im 20. Jahrhundert. Eines der größten Beben ereignete sich vor über 600 Jahren in Villach.
Die am häufigsten von Erdbeben betroffenen Bereiche in Österreich sind das Wiener Becken (nahe der Thermenlinie), das Mur- und Mürztal sowie das Inntal und der südliche Bereich von Kärnten. Letzterer wird hauptsächlich durch stärkere Erdbeben im angrenzenden Ausland (Friaul, Slowenien) betroffen.
http://www.zamg.ac.at/lexikon/
Ifos zur ABC-Abwehrschule auf www.bundesheer.at