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Einsatz im Gleisbereich

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Mehrmals waren Feuerwehren in letzter Zeit bei Unfällen mit Zügen gefordert. Nach den Beispielen -alle wcihtigen Abläufe.
(Quelle FO 1) 
 

Hainburg/NÖ:Am 14. Februar gegen 18 Uhr übersah eine PKW-Lenkerin das Haltesignal am unbeschrankten Bahnübergang Thebnerstr./B9/Spitalgasse. Die Lenkerin wurde mit der vollen Wucht der Fahrtgeschwindigkeit des Zuges erfasst, wobei das Fahrzeug ca. 100m mitgeschleift wurde. Die Lenkerin hatte keine Überlebenschance. Die Bergung des Fahrzeuges wurde nach den Erhebungen der ÖBB und der Exekutive von der FF Hainburg mittels Seilwinde und Kran vorgenommen.

Bruckbach/NÖ:
Am 16. Februar ist ein Fahrzeug von der Siedlungsstraße über die Böschung gerollt und am Bahndamm der ÖBB-Strecke zum Stillstand gekommen. Das Auto wurde von einem Güterzug erfasst und in einer Höhe von ca. 3 Meter gegen einen Fahrleitungsmast geschleudert. Der Lenker, welcher das Auto noch vom Dahndamm wegschieben wollte, konnte sich im letzen Augenblick in Sicherheit bringen. Die BTF Böhler Uddeholm Precision Strip rückte mit 4 Fahrzeugen und 18 Mann zum Einsatz aus. Die Bergung des Fahrzeuges und des Motorblockes, welcher durch die Wucht des Anpralles aus dem Fahrzeug herausgerissen wurde, erfolgte mittels Seilwinde und mit Unterstützung der FF Rosenau.

Klosterneuburg/NÖ
Zu einem schweren Arbeitsunfall kam es auf der Baustelle der B14/Umfahrung Klosterneuburg im Bereich des Bahnüberganges Donaustraße. Die Straße ist dort derzeit gesperrt, direkt an die Bahngleise angrenzend befindet sich die Baustelle. Am 22. März übersah ein LKW-Lenker beim Überqueren der Bahngleise zu Fuß eine herannahende Schnellbahngarnitur. Er wurde vom Zug erfasst und mitgeschleift. Der sofort alarmierte Notarzt konnte nur mehr den Tod des Arbeiters feststellen. Die FF Klosterneuburg unterstützte die Bestattung bei der Leichenbergung.


Stichwort: Einsatz im Gleisbereich
Alle Meldungen an Leitstellen, die den Eisenbahnbereich betreffen, sind von dort umgehend dem zuständigen Notfallbereichsbahnhof mitzuteilen. Die weitere Alarmierung von bahninternen Hilfskräften und die Kontaktaufnahme mit den vor Ort befindlichen Einsatzkräften werden von dort vorgenommen. Für eisenbahnspezifische Belange gibt es einen ÖBB-Einsatzleiter. Er arbeitet mit den am Einsatzort befindlichen Einsatzleiter(n) der jeweiligen Hilfsorganisationen zusammen.

Eine eindeutige Kilometrierung der Einsatzstelle findet man auf  Hektometertafeln oder Hektometersteinen, die entlang der Strecke aufgestellt sind. Km-Angaben sind auch auf der Rufzeichentafel der Fernsprechstellen ersichtlich. Solche Sprechstellen sind mit einem schwarzen F auf weißer Grundfläche gekennzeichnet. Sprechstellen älterer Bauart werden mit einem Vierkantschlüssel geöffnet, die Sprechstellen neuerer Bauart sind unversperrt. Bestehende Gespräche sind zu unterbrechen, anschließend wird durch Drehen der Induktorkurbel oder Drücken der Notruftaste die Verbindung zum Notfallbereichsbahnhof hergestellt.

Verhalten im Gleisbereich - Gefahren an der Einsatzstelle
- Rutschgefahr und Stolpergefahr durch Böschung, Bahndamm, Schotterbett und Schwellen.
- Rutschgefahr auf Schienen, deshalb nicht auf die Schienenköpfe treten
- Überqueren der Gleise nur an gut übersichtlichen Stellen
- Quetschgefahr durch Weichen, deshalb nicht in bewegliche Weichenteile treten
- Zugverkehr: Grundsätzlich wird jedes Gleis in jede Richtung befahren. Sofortige Einstellung des Fahrbetriebs im Gefahrenbereich verlangen (Notfallbereichsbahnhof, ÖBB-EL)

Betriebsspannungen
Im Bahnbereich herrschen Betriebsspannungen 110 V Batteriespannung in den Fahrzeugen, 1.000 V an Heizkabeln (Zugsammelschiene). In Oberleitungen 15.000 V (Höhe ab Schienenoberkante 4,95 – 6,00 m), in Speiseleitungen neben dem Gleis 15.000 V. Die Betriebsspannung der Fahrleitungsanlage beträgt 15.000 Volt. Als Gefahrenbereich gilt 4 m über sowie 3 m neben und unter dem Strom führenden Anlagenteil. Können bei Einsätzen die oben genannten Sicherheitsabstände zu unter Spannung stehenden Bahnstromanlagen nicht eingehalten werden  (Einsatz im Gefahrenbereich) ist das Herstellen eines spannungsfreien Zustandes erforderlich. Herabhängender Fahrdraht unter Spannung bedeutet LEBENSGEFAHR! Sicherheitsabstand von Fahrdraht und Speiseleitung 15 m, Sicherheitsabstand von Versorgungsleitungen des Unterwerks 20 m. Die Freischaltung wird über den Fahrdienstleiter des Notfallbereichsbahnhofs bzw. über den ÖBB-Einsatzleiter veranlasst. Grundsätzlich wird nur die Fahrleitung frei geschaltet. Für Umgehungs- und Verstärkungsleitungen sind gesonderte Schaltanträge erforderlich!

Erdung
Für Arbeiten innerhalb des Gefahrenbereiches von Bahnstromanlagen, sind diese zu erden. Im Zweifelsfall ist eine Erdung zu veranlassen, das ist eine primäre Aufgabe des Eisenbahnunternehmens. ÖBB-Einsatzleiter und Fahrdienstleiter veranlassen die Erdung oder erden selbst. In besonderen Lagen (z. B. Eintreffzeit des ÖBB-Einsatzleiters) muss die Bahnerdung auch von geschulten Hilfskräften durchgeführt werden.

Muss im äußersten Notfall ein Zug angehalten werden, gilt: Schwingen einer Signalfahne, eines Gegenstandes, eines Armes - bei Dunkelheit möglichst einer Laterne mit rotem Licht - im Kreise

Quelle: Handbuch Feuerwehreinsatz im Gleisbereich, ÖBB & ÖBFV

 

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