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Start Fachwissen Übung und Ausbildung 227 Einsatzkräfte übten Busunfall

227 Einsatzkräfte übten Busunfall

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  OÖ/Schärding: „Busunfall mit mehreren eingeklemmten Personen“ war Alarmierungsgrund für eine große – in Oberösterreich noch nie da gewesene – Einsatzübung am Samstag, 29. September um ca. 13:30 Uhr im Gemeindegebiet von Schärding. Fünf Feuerwehren, das Rote Kreuz, die Polizei und das Landeskrankenhaus Schärding, mit insgesamt 227 Einsatzkräften und 33 Einsatzfahrzeugen, übten gemeinsam dieses Szenario. 6 Unglücke dieser Art hat es im letzten Jahr in Österreich und Deutschland gegeben – das zeigt, dass diese Übungsannahme nicht aus der Luft gegriffen ist.
28 verletzte – und vom Roten Kreuz realitätsnahe geschminkte – Personen waren in einem Reisebus und drei PKW’s teilweise eingeklemmt, wobei ein PKW Feuer fing. Der Bus war nach einem Verkehrsunfall – ausgelöst durch einen Herzinfarkt eines PKW Lenkers - auf der B 137 zwischen den Abfahrten Schärding Süd und Schärding Nord von der Straße abgekommen. Nachdem er sich überschlagen hatte, war das 12 Tonnen schwere Gefährt auf der Seite liegend auf einer Böschung zum Stillstand gekommen. Gleichzeitig mit der Brandbekämpfung wurden seitens der Feuerwehren die eingeklemmten Personen aus den PKW’s und dem Bus mittels drei hydraulischer Rettungsgeräte befreit. Eine Person, welche nur mit dem Unterkörper unter dem Bus lag, konnte mittels Hebekissen geborgen werden, für zwei Personen, welche direkt unter dem Bus zum Liegen kamen, kam leider jede Hilfe zu spät. Das Rote Kreuz übernahm die Verletzten und führte die Erstversorgung durch. Danach wurden alle Verletzten ins Landeskrankenhaus Schärding eingeliefert, wo die Übung ihren Fortgang fand. Dort wurde nämlich der neue Alarm- und Einsatzplan getestet. Für die nötige Verkehrsumleitung sowie die Verständigungen laut Alarmplan und die Unfallaufnahme war die Polizei vor Ort. Im Anschluss an die Personenbergung wurde der Bus mittels Kranfahrzeug der FF Ried geborgen und abtransportiert. Nur durch die gute Zusammenarbeit der Einsatzkräfte aller beteiligten Organisationen konnte diese Übung äußerst positiv über die Bühne gehen.
 
 
 
 
 
Im Detail:
Für die Einsatzkräfte der Feuerwehren Schärding, St. Florian, Brunnenthal, Suben und Ried im Innkreis, welche mit 21 Fahrzeugen und 98 Mann ausgerückt waren, galt es zuerst neben dem Ablöschen des brennenden PKW’s die eingeklemmten Personen zu befreien. Nachdem eine – mit dem Unterkörper unter den Bus geratene – Person mittels aufblasbarer Hebekissen befreit war, musste ein Zugang in den umgestürzten, auf der Seite liegenden Bus gesucht werden. Nach Entfernen der Front- und Heckscheibe war das Eindringen von Einsatzkräften in das Businnere möglich, welche sich ein erstes Lagebild machen konnten. Im Bus waren insgesamt 12 Personen eingeschlossen, wobei 7 eingeklemmte Verletzte mit Bergescheren befreit werden mussten. Eine besondere Herausforderung waren diese Arbeiten im Bus, wo Chaos herrschte. Verletzte lagen übereinander, Gegenstände wie Kleidungsstücke, Reisetaschen etc. waren im ganzen Bus verteilt und kaum Platz zwischen den Sitzen um vorwärts zu kommen. Überall schreien blutende und eingeklemmte verletzte Personen um Hilfe.
Nachdem die Personen von der Feuerwehr befreit wurden, konnten diese dem Roten Kreuz übergeben werden. 8 Fahrzeuge, davon zwei Notarztfahrzeugen und der Rettungshubschrauber Christophorus Europa drei waren seitens der Rettungsorganisation am Einsatzort. Die 28 Patienten wurden von insgesamt 36 Sanitätern und 4 Ärzten nach den Vorgaben des Patientenleitsystems behandelt. Nach einer ersten Sichtung durch einen Arzt erhielt jeder Patient eine Karte, wo der Verletzungsgrad, Verletzungsart etc. angegeben waren. Diese Karte begleitet den Patienten dann bis in den Operationssaal des Krankenhauses. Erstmals wurden die Verletzten dann auch tatsächlich ins Landeskrankenhaus eingeliefert. Für die Betreuung der leicht Verletzten und Einsatzkräfte stand das Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes mit 4 Personen im Einsatz.
Das LKH Schärding probte mit dieser Übung den neu erstellten Alarm- und Einsatzplan. Im Ernstfall wären die Patienten selbstverständlich auf zahlreiche Krankenhäuser in Oberösterreich und Bayern aufgeteilt worden, aber wegen dieser Alarmplanüberprüfung wurden alle Verletzten mit Rettungsfahrzeugen und dem Hubschrauber ins LKH Schärding transportiert. Dort wurde laut Alarmplan von einem eigens installierten Alarmrechner – die vom diensthabenden Chirurgen ausgerufene – Alarmstufe II alarmiert, was bedeutet, dass zum normalen im Dienst stehenden Personal 60 Bedienstete des Krankenhauses zusätzlich alarmiert wurden, welche dann eine optimale Versorgung der Patienten garantierten. In einem eigens eingerichteten Triageraum wurden die Verletzten nochmals untersucht und dann weiter behandelt.
Für die Polizei, welche mit insgesamt 10 Einsatzkräften an der Übung beteiligt war, bestand die Schwierigkeit vor allem in der möglichst raschen Bewältigung der Chaosphase am Beginn des Vorfalls. Gleichzeitig mussten Straßen gesperrt werden, ohne dass der Verkehr in Schärding zum Erliegen kommen durfte. Laut Alarmplan wurden sämtliche Verständigungen beginnend von der Staatsanwaltschaft bis zum rufbereiten Juristen der Bezirkshauptmannschaft durchgeführt. Zahlreiche Schaulustige mussten entfernt werden, die Polizei sorgte hierbei für eine weitereichende Absperrung. Außerdem war es Aufgabe der Polizei alle Unfalldaten aufzunehmen.
Nachdem alle Verletzen aus dem Gefahrenbereich gebracht waren und vom Roten Kreuz behandelt wurden, konnten die Einsatzkräfte der Feuerwehr mit der Bergung des Busses beginnen und so auch zu den tödlich verunglückten Businsassen vordringen. Hierfür wurde aus Ried im Innkreis das Kranfahrzeug angefordert, welches mit Unterstützung der Seilwinde des Schärdinger „Schweren Rüstfahrzeugs“ die Busbergung durchführte.
 
Ein DANK gilt allen, welche zum Gelingen dieser Übung einen Beitrag geleistet haben.
 
Einen Bericht und mehr als 100 Fotos finden Sie ab sofort auf www.ff-schaerding.at !
 

 

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