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Start Aus den Feuerwehren Ausbildung Großübung in Grödig

Großübung in Grödig

Samstag 22. Oktober 13:38 Uhr: Sirene, Ruftonempfänger und SMS alarmieren die Feuerwehr Grödig und den Löschzug Niederalm (FF-Anif) lt. Alarm- und Ausrückeordnung (AAO) zu einem Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person im Ortskern von Grödig. Wenige Augenblicke später verlassen Voraus, Pumpe 2 und Tank Grödig das Feuerwehrhaus in Richtung Einsatzort. Am Unfallort angekommen, kann der Einsatzleiter Bm Karl Schnöll-Reichl folgende Lage erkennen: Ein umgestürzter Linienbus mit vielen eingeklemmten verletzten Personen, ein auf der Seite liegender PKW und ein weiterer brennender PKW in einem Gebäude. Nach kurzer Erkundung und Einteilung der eigenen Kräfte löst der Einsatzleiter umgehend Alarmstufe 4 aus, da dieses Szenario mit den eigenen Kräften bei weitem nicht mehr zu bewältigen ist.

Um 13:44 Uhr werden somit durch die BAWZ Flachgau der Löschzug Fürstenbrunn (FF-Grödig), die freiwilligen Feuerwehren aus Anif, Eugendorf (Kommando Flachgau) und Hallein (Sonderanforderung SRF-K), sowie die benachbarten bayrischen Kollegen der Feuerwehr Marktschellenberg nachalarmiert. Nach einem umfangreichen Lagebericht an die BAWZ werden so auch vom Roten Kreuz noch weitere Kräfte entsandt. Währenddessen sperrt die Polizei das Einsatzgebiet großräumig ab und richtet mithilfe einiger Lotsen der Feuerwehr eine Umleitung ein.
Den nach und nach eintreffenden Einsatzkräften bildet sich ein Bild der Verwüstung. Neben den Trümmerteilen und einem brennenden Gebäude, liegen viele, teils schwerverletzte, eingeklemmte und bewusstlose Personen in einem Radius von 30 Metern verstreut um den Einsatzort. Unter dem Bus wird auch noch ein Fahrrad gesichtet. Eine Blutspur in diesem Bereich deutet auf eine weitere eingeklemmte, aber nicht sichtbare Person unter dem Bus hin. Das Rote Kreuz sondiert umgehend die Verletzten und baut sofort eine Verletztensammelstelle auf. Die Feuerwehr unterstützt diese Arbeit und richtet parallel dazu einen Hubschrauberlandeplatz auf einem nahegelegenen Feld ein.
Um diesen Einsatz schlagkräftig und effizient abarbeiten zu können, teilt der Einsatzleiter die Kräfte der Feuerwehr wie folgt ein:

Abschnitt 1 (Linienbus):
•    Feuerwehr Grödig  Voraus: Erkundung im Bus, Erstmaßnahmen am Bus, Zugangsöffnung, o    Pumpe 2 Grödig: Rettungsarbeiten am Bus mit VRF Grödig o    Tank: Brandschutz, Rettungsarbeiten am Bus mit SRFK Hallein o Pumpe 1 Grödig: RK unterstützen, Zelt beim Verletztensammelplatz aufbauen, RK
Fahrzeuge einweisen, Hubschrauberlandplatz einrichten o    Bus und Last: Lotsentransport, Verkehrsleitung o KDO Flachgau (FF Eugendorf): Einsatzleitung aufbauen, Verbindung zum RK, den
bayrischen Kräften und den Abschnitten herstellen
•    Feuerwehr Marktschellenberg KDOW: Einsatzleitung mit KDO Flachgau aufbauen, Verbindung Österreich - Bayern HLF: Rettungsmaßnahmen am Bus unterstützen LF: Rettungsmaßnahmen am Bus unterstützen
•    Feuerwehr Hallein  SRF-K: Rettungsarbeiten am Bus mit Tank Grödig, mit Kran Patienten aus dem Bus
mittels Korbtrage heben, hydr. Rettungsgerät bereitstellen


Abschnitt 2 (PKW auf der Seite):
•    LZ Niederalm o Tank Niederalm: Abschnittsleitung Abschnitt 2, Brandschutz, Fahrzeug stabilisieren,
Rettungsarbeiten am PKW o    Pumpe Niederalm: Tank Niederalm unterstützen


Abschnitt 3 (Gebäudebrand):
•    LZ Fürstenbrunn o Tank Fürstenbrunn: Abschnittsleitung Abschnitt 3, Personensuche und Innenangriff,
Garagenbrand bekämpfen, Gebäude belüften o Pumpe Fürstenbrunn: Wasserversorgung sicherstellen, Atemschutzsammelstelle
aufbauen
•    Feuerwehr Anif Anfahrt o    Tank Anif: Innenangriff, Personensuche o    Drehleiter Anif: Personenrettung aus dem 1. OG, Anleiterbereitschaft o Pumpe Anif: Löschwasserversorgung, Reservetrupp, eventuell Personensuche, RK
unterstützen


Das Hauptaugenmerk im Übungsverlauf gilt der hohen Anzahl an verletzten Personen. Das Spektrum der Verletzungen reicht von einfachen Abschürfungen, Verbrennungen, Rauchgasvergiftungen (Kohlenmonoxidintoxikationen), bis hin zu offenen Frakturen, Schädel-Hirn-Traumen und Fremdkörperverletzungen. Die Kräfte des Roten Kreuzes haben alle Hände voll zu tun, die durch die Feuerwehrkameraden geretteten Personen erstzuversorgen und zu stabilisieren. Durch den Einsatz von insgesamt drei hydraulischen Rettungssätzen und 5 Atemschutztrupps, gelingt es den Einsatzkräften, die Verletzten rasch und möglichst schonend zu retten. Für mehrere Personen kommt jedoch im Übungsverlauf jede Hilfe zu spät und sie erliegen noch an der Unfallstelle ihren schweren Verletzungen.
Die im Bus eingeklemmten Personen werden in Korbtragen gebettet und anschließend vom Kran des schweren Rüstfahrzeuges der freiwilligen Feuerwehr Hallein durch eine künstlich geschaffene Öffnung aus dem seitlich zum Erliegen gekommenen Linienbus gehoben. Durch diesen Vorgang können die Verletzten rasch und besonders schonend aus dem Bus befreit werden.
Parallel dazu sind Kameraden der freiwilligen Feuerwehr Anif und des Löschzugs Fürstenbrunn mit der Personenrettung und der Brandbekämpfung des angrenzenden Gebäudes beschäftigt. Ein PKW ist im Zuge des Unfalls in die Garage dieses Gebäudes gerast und entzündet sich dort. Zwei in dem Gebäude vermisste Personen können über die Drehleiter gerettet werden. Durch einen massiven Innen- und Außenangriff kann anschließend der Brand rasch unter Kontrolle gebracht werden. Fahrer und Beifahrer des verunfallten Autos können die Einsatzkräfte trotz Crashrettung leider nur mehr tot bergen.
Während der Rettungsarbeiten am zweiten verunfallten PKW entzündet sich plötzlich das Fahrzeug. Die Kameraden des Löschzugs Niederalm bekämpfen diesen Brand mittels einem HD- und einem Mittelschaumrohr. Nach der Brandbekämpfung und erfolgter Stabilisierung des auf der Seite liegenden PKW, können die verletzen Fahrzeuginsassen rasch mittels hydraulischem Rettungsgerät aus dem Fahrzeug befreit und dem Roten Kreuz übergeben werden. Auch ein simulierter Kreislaufstillstand in diesem Übungsabschnitt konnte von den Feuerwehr- und Rettungskräften durch eine Reanimation erfolgreich abgearbeitet werden.
Trotz des psychisch als auch physisch sehr anspruchsvollen Übungsszenarios lief diese Großübung geordnet und ruhig ab. Nach ca. eineinhalb Stunden wurden sämtliche Übungsziele erreicht und die Übungsnachbesprechung konnte am Parkplatz des Gemeindeamts Grödig abgehalten werden. Die Übungsbeobachter zeigten sich mit der Übungsvorbereitung, dem Übungsverlauf und der Zusammenarbeit in ihren Ausführungen sehr zufrieden. Während der Übungsnachbesprechung wurde der Linienbus von der Fa. Eberl professionell geborgen und abtransportiert.

Gesamtaufstellung der Einsatzfahrzeuge:
Tanklöschfahrzeuge - Hilfeleistungslöschfahrzeuge: Löschfahrzeuge:
Rüstfahrzeuge:
Drehleiter Mannschaftstransportfahrzeuge: Versorgungsfahrzeuge: Kommandofahrzeuge:
4 x TLF-A 1 x HLF 16/12 (DE) 1 x SLF-A 2 x LF-A 1 x LF 8 (DE) 2 x KLF-A 1xVRF 1 x SRF-K 1xDLK18/9 2xMTF 1xVF 1 x KDOW (DE) 1 x Kommando Flachgau

 

 

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