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Start Aus den Feuerwehren Ausbildung NEU:Rettungstechnisches Praktikum

NEU:Rettungstechnisches Praktikum

N/Ein rettungstechnisches Praktikum in Klosterneuburg stellte am 4. Juni die Teilnehmer vor ganz besondere Aufgaben und Herausforderungen. Vier Teams, sechs Einsatzszenarien, zwei Feuerwehren und sieben Stunden simulierter Dienstbetrieb waren die Zutaten für diese außergewöhnlichen Übung.  "Ich hatte die Idee, dass wir einmal nicht nur Situation um Situation einzeln im Lehrsaal durchspielen, sondern eine Reihe von nicht ganz alltäglichen Einsätzen in einen fiktiven Dienst verpacken", beschreibt Organisator Wolfgang Stiller die Entstehung dieses Praktikums. Ziel war es jungen Sanitäterinnen und Sanitätern die Möglichkeit zu bieten, ihr erlerntes Wissen in die Praxis umzusetzen und die Erfahrung zu machen, wie eine im Kurs vorgestellte Situation dann in der Realität tatsächlich aussehen kann. Der nachgeforderte Notarzt war leider besetzt und das nächste Rettungsmittel hatte 20 Minuten Eintreffzeit. Diese Spanne galt es professionell und mit Voraussicht zu überbrücken.
 

Gute Planung das A und O
Damit jedes der vier Teams alle Stationen durchlaufen konnte, war eine minutiöse Zeitplanung nötig, waren doch vier der sechs Einsatzorte quer über das Klosterneuburger Einsatzgebiet verstreut.   Leitstellendisponent Peter Schwaiger lief zur Höchstform auf und zeigte sein Improvisationstalent, in dem er sich immer neue Schwierigkeiten, aber auch Lösungen, für die Teams vor Ort einfallen ließ. Eben noch der Mannschaft das Eintreffen eines Rettungshubschraubers angekündigt, im nächsten Augenblick schon im imaginären Cockpit des anfliegenden Helikopters mit der Anfrage an die Bodencrew, wo es denn eine Landemöglichkeit gäbe.
 
"VU-Herausgeschleuderte Person"
So lautete die Alarmierung für den ersten Einsatz. Nachdem das Team den Zielort "Magdeburggasse" erreicht hatte, stellte sich nach einiger Suche heraus, dass es sich bei dem Verkehrsunfall (VU) um einen Radfahrer handelte, der auf der Pionierinsel mit seinem Rad gestürzt ist und sich unglücklich mit einem Bein in der Kette verfangen hatte. Die Rettungskräfte waren hier vor das Problem gestellt, dass der Patient große Schmerzen hatte und auf jegliche Berührung sehr aggressiv reagierte. In allen Durchläufen wurde ein Notarztmittel nachgefordert, um durch eine medikamentöse Schmerztherapie die Versorgung des Patienten zu ermöglichen. Während der Wartezeit war es dann doch möglich, den Radfahrer aus seiner misslichen Lage zu befreien und seine Verletzungen zu versorgen.
 
"Epileptiker-Atemstillstand"
Dies ware die Ausgangsinformation für die Teams, die in einen der Schlafräume der Bezirksstelle gerufen wurden. Der Krampfanfall ist beim Eintreffen bereits vorüber, dennoch muss der Patient zur weiteren Abklärung in ein Krankenhaus gebracht werden. Die besondere Herausforderung war, dass der Patient in der oberen Etage eines Stockbettes lag und aufgrund seiner Krankengeschichte nicht in der Lage war, von selbst aus dem Bett zu steigen. Erst die Unterstützung durch ein weiteres Fahrzeug ermöglichte die Bergung des Patienten.
 
"Baby mit Atembeschwerden"
Schon allein dieser Einsatzcode bringt sogar noch manch erfahrenen Sanitäter zum Schwitzen. Beim Eintreffen wurden die Teams allerdings mit einem weitaus schlimmeren Bild konfrontiert. Das Kind in den Armen der Mutter hatte einen Herz-Kreislaufstillstand und war reanimationspflichtig. Die richtigen und raschen Handgriffe saßen bei allen Teams und wurden sofort korrekt durchgeführt. Was allerdings für viele neu war, war der Umstand, dass eine völlig aufgelöste Mutter die Hilfeleistung erschwerte und manchmal sogar fast unmöglich machte. Ein Mitglied des Teams musste daher zur Beruhigung der Mutter abgestellt werden. Am Ende traf bei diesem Szenario noch der Rettungshubschrauber ein, dessen Anflug und Landung neben dem Esslmuseum ebenfalls koordiniert werden musste.
 
"Überdosis-Bewusstseinseintrübung"
In der Garage der Bezirksstelle fanden die Einsatzkräfte einen offensichtlich alkoholisierten vor. Die ewigen Fragen nach Bier und Zigaretten galt es zu beantworten. Es galt jedoch neben dieser andauernden Ablenkung zu erkennen, dass der Patient offensichtlich von einer Leiter gestürzt ist und sich wahrscheinlich schwere Verletzungen zugezogen hat. Diese mussten korrekt versorgt und der Patient für eine Übergabe an den nachgeforderten Notarzt vorbereitet werden.
 
"Verkehrsunfall - Unbekannte Anzahl an Patienten"
In den Steinbruch nach Höflein alarmiert treffen die Teams auf ein Fahrzeug, das offensichtlich von der Straße abgekommen ist. Im Zuge des Unfalls ist es zu einem Brand im Motorraum gekommen, der durch Einsatz eines Feuerlöschers eingedämmt werden musste. Erst dann konnte die bewusstlose Person aus dem Auto geborgen werden. Die nachgeforderte Feuerwehr Kritzendorf übernahm anschließend die weitere Sicherung des Brandes und Fahrzeugs.
 
"Beistellung - Anforderung FF Kierling"
Die Feuerwehr Kierling forderte den Rettungsdienst an, da sich auf dem Flachdach des ehemaligen Billa eine verletzte Person befand. Beim Eintreffen der Mannschaften war bereits ein Feuerwehrkran in Position, der Sanitäter und Material auf das Dach hievte. Der verletzte Unterschenkel des Mannes musste versorgt werden. In enger Zusammenarbeit mit der Feuerwehr wurde der Patient in eine Korbtrage umgelagert und danach gemeinsam mit dem Sanitäter durch den Kran zu Boden gelassen.
 
Am Ende steht der Anfang
Die erstmalig auf diese Art und Weise durchgeführte Übung wurde von allen Seiten her sehr positiv aufgenommen. Die Lehrbeauftragten, die die Teams im Einsatz überwachten und anschließend Feedback gaben, waren von den Leistungen sehr beeindruckt. Ein besonderer Dank gebührt den Feuerwehren Kierling und Kritzendorf, aber auch allen Statisten, ohne die diese Übung nicht durchführbar gewesen wäre.
Auch die Teilnehmer fanden viele lobende Worte für die Organisation und Durchführung und äußerten den Wunsch, das diese Art der Übungen öfter abgehalten wird. 


Zitat einer Übungsteilnehmerin: "Das war die geilste Übung seit langem!"
 

 

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