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Start Aktuelles Interschutz - der 1. Tag

Interschutz - der 1. Tag

Leipzig: Tausende haben das neue Leipzger Messegelände am Tag EINS der Interschutz gestürmt - über 1500 Aussteller sorgen für ein randvolles Messegelände. Am Bild die Präsentation von FEUERwehrOBJEKTIV.

Der 28. Deutsche Feuerwehrtag wird an  Montag, dem 7. Juni 2010, in Leipzig eröffnet. Zu dem alle zehn Jahre  stattfindenden Feuerwehrtreffen erwartet der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) als Veranstalter bis zum 13. Juni rund 150.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie Gäste aus dem In- und Ausland. Gleichzeitig mit dem Deutschen Feuerwehrtag findet auf der Leipziger Messe die Weltleitmesse "Interschutz - Der Rote Hahn" statt.

www.feuerwehrtag.de

 

Eröffnungsrede Hans-Peter Kröger

 

"Was ist das Erfolgsgeheimnis von Hannover?" hat die Bild-Zeitung an diesem Wochenende getitelt. Und weiter: "Alle sind von hier: Lessing, Leibniz, Lena. Jetzt auch noch der neue Bundespräsident?"

Ein "Hannoveraner" fehlt in dieser Aufzählung, und das ist eine Erfolgsmesse: Ihre "Interschutz", Herr Kühne, die in diesem Jahr in Leipzig ihre Tore öffnet. Und das tut sie hier höchst erfolgreich.

Die "Interschutz 2010 - Der Rote Hahn" ist die Internationale Leitmesse für Rettung, Brand- und Katastrophenschutz sowie Sicherheit. In gewisser Weise ist sie das Vermächtnis des Gründervaters unseres Verbandes, des Ulmer Feuerwehrkommandanten und Unternehmers Conrad Dietrich Magirus. Er war es, der 1854 beim 1. Deutschen Feuerwehrtag in Ulm Exponate und Vorführungen zu einem gleichberechtigten Bestandteil machte zu Fachvorträgen, Wissensaustausch und Eingaben an die Gesetzgeber. Diese Idee ist heute so aktuell wie vor 156 Jahren. Und diese Verknüpfung macht auch die "Interschutz 2010" in besonderer Weise aus: Denn sie ist eingebettet in den 28. Deutschen Feuerwehrtag des Deutschen Feuerwehrverbandes.

Nach 97 Jahren ist der Deutsche Feuerwehrtag nach Leipzig zurückgekehrt. Leipzig, diese lebendige Stadt des Handels und des Wissens, war schon 1865 und 1913 ein sehr guter Gastgeber. Heute danke ich Oberbürgermeister Jung für die herzliche Aufnahme und die großartige Unterstützung! Wir werden im Laufe dieser Woche die Frau Bundeskanzlerin - die Schirmherrin des Deutschen Feuerwehrtages -, den Bundesminister des Innern und den Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen begrüßen. Herr Minister Ulbig ehrt uns bereits heute mit seiner Anwesenheit, und auch ihm gilt ein herzlicher Dank für die außergewöhnliche Unterstützung dieser Doppelveranstaltung durch den Freistaat Sachsen, in enger Kooperation mit dem Landesfeuerwehrverband! Wir werden hier in Leipzig die internationalen Gäste des Weltfeuerwehrverbandes CTIF zu ihren Tagungen willkommen heißen. Wir werden Fachforen durchführen, wir werden ein buntes Bild der Vielfalt in der Feuerwehrarbeit zeichnen und wir werden auch gesellschaftliche Glanzpunkte setzen.

Aber was wäre eine solche Veranstaltung ohne ein politisches Signal? Wir werden es geben, so, Herr Staatsminister Ulbig, wie wir es bei unserer Begegnung in Oberwiesenthal vor einigen Monaten besprochen haben: Am Freitag, in der 57. Delegiertenversammlung unseres Verbandes, wollen wir eine "Leipziger Botschaft" beschließen. Sie soll den Geist dieses Feuerwehrtreffens und Zukunftsfragen miteinander verknüpfen. Dieser 28. Deutsche Feuerwehrtag in Leipzig hat besondere Symbolkraft für die Gemeinschaft der Feuerwehren im wiedervereinigten Deutschland, und er legt Zeugnis ab vom Schulterschluss der Feuerwehren aller Staaten in einem zusammenwachsenden Europa. Der rote Faden unserer Botschaft ist zugleich das übergreifende Motto, unter das wir den 28. Deutschen Feuerwehrtag gestellt haben: Leipzig verbindet - Feuerwehr grenzenlos.

Es spiegelt die Verbindungen in der großen internationalen Feuerwehrfamilie wider. Es beschriebt das Selbstverständnis des Deutschen Feuerwehrverbandes und seiner Mitglieder, denn Verband kommt von verbinden. Es legt Zeugnis ab von geöffneten Grenzen in Europa und einer globalisierten Wirtschaftswelt. Es ist ein Motto, das auch die "Interschutz" nicht treffender beschreiben könnte.

Die "Interschutz" könnte in diesem Jahr und in diesem Land eigentlich ein Jubiläum feiern. Vor 75 Jahren, nämlich 1935, fand die erste Ausstellung "Der Rote Hahn" statt. Zwar nicht in Leipzig, aber unweit von hier, in der Landeshauptstadt Dresden.

Sächsischer Unternehmergeist ist also nichts Neues. Er hat sich bewährt, offenbar in unterschiedlichen Staatsformen und mit Erfolg. Eine derartige Auslastung wie in diesen Tagen hat, wie ich mir sagen ließ, auch diese Neue Messe in Leipzig bisher noch nicht erlebt.

Ich wünsche mir, dass Leipzig mehr als verbindet. Ich wünsche mir, dass Leipzig mitreißt. Dass Leipzig die Begeisterung für das gesellschaftliche Engagement in den Feuerwehren weiter entfacht, dass Leipzig auch unserer Feuerwehrindustrie einen weiteren Schub gibt. Sie hat sich einen Qualitätsruf erarbeitet, hart erarbeitet, der sie zum Global Player macht.

Ich denke, die Feuerwehrindustrie sollte sich auch in Zukunft nicht nur auf Megamärkte wie die USA oder China stürzen. Ich sehe sehr große Chancen in Russland, in den neuen Ländern der Europäischen Union und auch anderswo. Ich sehe diese Chancen insbesondere dort, wo Feuerwehren - Berufs- und Freiwillige Feuerwehren - nach dem Vorbild Deutschlands und Österreichs entstehen.

Wir wollen hier in Leipzig den Anfang machen und Feuerwehr-Europa eine Struktur geben. Nachhaltig und dauerhaft. Ich bin davon überzeugt: Davon werden alle profitieren. Die Feuerwehren, ihre Träger und die Länder. Verbände, Industrie und Wissenschaft. Natürlich auch die Feuerwehrindustrie. Lassen Sie uns den Weg Europas gemeinsam gehen: in Geschlossenheit, mit gegenseitiger Unterstützung und mit einer Stimme! So hat es sich auch innerhalb Deutschlands bewährt. Der Bundesminister des Innern, in gewisser Weise unser oberster Dienstherr, wird hier und heute durch seinen Staatssekretär vertreten.

Seine Anwesenheit bei der Kabinettsklausur auf Schloss Meseberg ist für uns besonders wichtig, damit er dort für uns sorgen kann und die Investitionen in den Bevölkerungsschutz durch den Bund in den kommenden Jahren absichert.

Nicht nur der Bund wird sparen müssen. Auch die Kommunen sind von der Finanznot hart getroffen. Wir haben natürlich Verständnis dafür, dass gespart werden muss. Wir sagen auch nicht nur "bei uns nicht". Wir bitten aber darum, dass nicht derjenige verschont bleibt, der am lautesten schreit, sondern dass mit Augenmaß und dem Blick für die Notwendigkeiten künftig das knappe Geld ausgegeben wird.

Das Gerede von einer Standardabsenkung bei der Ausstattung der Feuerwehr halte ich für unverantwortlich. Ist es doch bisher schon nicht gelungen, in finanziell guten Jahren den von den Kommunen selbst festgestellten Investitionsstau in dreistelliger Millionenhöhe bei den Feuerwehren auch nur annähernd abzubauen.

Dafür brauchen wir im Übrigen Sie, meine Damen und Herren, unsere Fahrzeug- und Aufbauhersteller. Sie sind überwiegend seit Generationen mittelständische Unternehmen, die an ihren Standorten Tausenden von Familien Lohn und Brot geben. Sie sind darauf angewiesen, dass Ihre Produktionen gleichmäßig ausgelastet sind, und Sie sind darauf angewiesen, das Know-how Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu halten.

Sie spiegeln gute deutsche Unternehmertraditionen wider, und auch dafür möchte ich Ihnen, verkörpert durch den Vorsitzenden der VDMA Feuerwehrtechnik, Herrn Dr. Schildknecht, an dieser Stelle besonders danken!

In diesem Sinne wünsche ich der "Interschutz" viele neugierige Besucher, ich wünsche ihr Hochbetrieb auf allen Ständen, gute Stimmung und respektable Geschäfte!

Ich wünsche der "Interschutz", dass Sie im Zweiklang mit dem 28. Deutschen Feuerwehrtag die Idee von Conrad Dietrich Magirus weiterleben lässt und dass sie unser Motto mit Leben erfüllt: Leipzig verbindet - Feuerwehr grenzenlos.

 

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