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Start Aktuelles Feuerwehrfrauen NICHT selbstverständlich

Feuerwehrfrauen NICHT selbstverständlich

 Die Chronik-Journalisten der (nieder)österreichischen Medien haben etwas zum Stopfen des Sommerloches gefunden! Bei der FF Brunn am Gebirge wurde die Aufnahme von Frauen und Mädchen abgelehnt! Die Beitrittswerberinnen fühlten sich pikanterweise durch den Kommentar eines örtlichen Feuerwehrfunktionärs in einer Feuerwehr-Zeitschrift motiviert und waren einigermaßen überrascht, als plötzlich Theorie und Praxis weit auseinandergingen! Die Gleichbehandlungskommission wurde bemüht, welche sich für eine einvernehmliche Lösung des Problems einsetzt.
 
Einigermaßen erstaunt muß man fast 15 Jahre nach der "Legalisierung" des weiblichen Geschlechts in den Feuerwehren Niederösterreichs  (und anderen Bundesländern) feststellen, dass diese Entwicklung mancherorts verschlafen wurde. Der Beweis für die Ebenbürtigkeit der Geschlechter im Feuerwehrdienst wurde ebenso erbracht wie die positiven Erfahrungen bei mehr als 50% aller Feuerwehren dafür sprechen.
 
 
Beonders bitter ist jetzt der Umstand, dass dieser letztendlich örtliche Konflikt wieder einmal die gesamte Feuerwehr als etwas Komödienhaftes, eher Kurioses (zwischen Stammtischromantik und Zeltfest) erscheinen lässt. Ärgerlich auch, dass sich die Politik nun bemüssigt fühlt, in die Vorgänge einzumischen!
 
Die gesetzliche Regelung, dass eine Aufnahme abgelehnt werden kann, dient dem Schutz der Feuerwehr, darf aber nicht zu einer derartigen Ausgrenzung einer ganzen Gruppe führen (Dass die FF Brunn, wie kolportiert, einen generellen Aufnahmestopp hätte, wäre für österreichische Verhältnisse geradezu einzigartig.) Grundsätzlich muss in der Feuerwehr das Gleichbehandlungsgesetz zur Anwendung kommen!
 
Sagen Sie uns Ihre Meinung Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder nutzen Sie die  nebenstehende Umfrage!
 
 
Gezielte Förderung der Frauen in Deutschland
 
Interessant ist, dass man in Deutschland hier gänzlich andere Wege verfolgt. Nach einer Werbekampagne des Deutschen Feuerwehrverbandes, mit der man ganz gezielt Frauen und Mädchen zur Feuerwehr bringen will, folgt nun ein Studienprojekt, das Leitlinien für eine Förderung von weiblichen Mitgliedern bei der Feuerwehr erarbeitet. DFV-Vizepräsident Ulrich Behrendt findet dazu klare Worte: „Wir wollen Menschen aus bislang unterrepräsentierten Bevölkerungsgruppen verstärkt in die Feuerwehr einbinden. Hierbei bilden Frauen das größte Potenzial: Wer sie ausschließt, spielt mit der Hälfte des Teams auf der Ersatzbank“
Nähere Informationen dazu gibt es hier. 
 
 
 
Kommentar des NÖ Landesfeuerwehrkommandanten:
 
Der NÖ-Landesfeuerwehrkommandant Josef Buchta findet nun für Niederösterreich deutliche Worte:
Feuerwehr der Zukunft ohne Frauen nicht denkbar
Tulln (OTS) - "Einmal mehr möchte ich unmissverständlich
klarstellen, dass der NÖ Landesfeuerwehrverband die Aufnahme von
Mädchen in die Feuerwehrjugend und von Frauen in den Aktivdienst der
Freiwilligen Feuerwehren begrüßt und fördert", so der NÖ
Landesfeuerwehrkommandant Josef Buchta in Replik auf die aktuelle
Berichterstattung in den Medien. Etwa die Hälfte der 1.734
Feuerwehren Niederösterreichs hat bereits Frauen als Mitglieder
aufgenommen. Auch im Einsatz leisten die weiblichen Mitglieder den
gleichen Beitrag wie ihre männlichen Kollegen. "Hier gibt es also
keinen Unterschied nach dem Geschlecht", so Buchta weiter. Von den
rund 95.000 Feuerwehrmitgliedern in Niederösterreich sind bereits
fast 4.000 Frauen - Tendenz steigend. "Wir wissen, dass es in Zukunft
verstärkt notwendig ist, aktiv Werbung für Frauen bei der Feuerwehr
zu betreiben, um die Tageseinsatzbereitschaft in gewohntem Umfang
gewährleisten zu können. Frauen sind körperlich in der Lage, die
Aufgaben bei der Feuerwehr zu bewältigen, selbst
Atemschutzgeräteträgerinnen sind keine Seltenheit mehr", stellt der
Chef der NÖ Feuerwehren klar.

"Frauen auch in der Elite unserer Feuerwehren"

Bezüglich der Freiwilligen Feuerwehr Brunn am Gebirge, wo zur
Aufnahme abgewiesene Frauen nun die Gleichbehandlungskommission
eingeschaltet haben, sieht sich Buchta von manchen Medien und manchen
PolitikerInnen missinterpretiert: "Nach dem NÖ Feuerwehrgesetz steht
die Entscheidung über die Aufnahme neuer Mitglieder dem Kommando der
jeweiligen Feuerwehr zu. Der NÖ Landesfeuerwehrverband hat nach dem
Gesetz keine Möglichkeit, die Entscheidung für oder gegen eine
bestimmte Person zu beeinflussen." Buchta wünscht sich, dass auch die
Freiwillige Feuerwehr in Brunn am Gebirge künftig Mädchen und Frauen
aufnehmen wird. "Wir können auf die Schlagkraft der Frauen nicht mehr
verzichten. Wir müssen jedoch bei einzelnen Feuerwehren weiterhin
Aufklärungsarbeiten leisten, denn die Feuerwehr der Zukunft wird auch
auf Frauen setzen müssen - nur so können wir unser Freiwilligensystem
aufrecht erhalten." Bei über 800 der 1.734 NÖ Feuerwehren sind
bereits Frauen im Einsatz, insgesamt rund 3.000 im Aktivdienst. "Sie
sind in den verschiedensten Funktionen in unserer Organisation tätig,
etwa als Sachbearbeiterin, Feuerwehrkommandantin und auch auf
Funktionärsebene. Zahlreiche Frauen haben bereits das Goldene
Feuerwehrleistungsabzeichen erlangt und sind somit auch in der Elite
unserer aktiven Mitglieder vertreten", so der NÖ
Landesfeuerwehrkommandant.

"Ich will unmissverständlich festhalten: Wir möchten künftig noch
mehr Frauen als Mitglieder in den NÖ Freiwilligen Feuerwehren und wir
bemühen uns redlich, dieses Ziel auch zu erreichen", so Buchta
abschließend. (OTS, LFK NÖ)
 

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