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Bezirksführungsstab Kufstein
T/Im Jänner 2004 wurde durch einen Ministerratsbeschluss das „Staatliche Krisen- und Katastrophenschutzmanagement“ (SKKM) beim BMI neu eingerichtet. Es wurden somit Rahmenbedingungen für ein effizientes gemeinsames Krisen- und Katastrophenmanagement des Bundes und der Länder gesetzt. Ziel des Projektes war es, eine einvernehmliche Grundlage für Führungsabläufe, Führungsorganisation und Führungsmittel für alle maßgeblichen Behörden und Einsatzorganisationen zu schaffen. Somit galt es auch, in jedem Feuerwehrbezirk einen Bezirksführungsstab (BFüSt) aufzustellen.
Der BFüSt ist das Instrument des Bezirksfeuerwehrkommandanten (BFK) zur Unterstützung bei der Erfüllung ihm übertragener Aufgaben - bei größeren Einsätzen gemäß Tiroler Feuerwehrgesetz und bei Katastrophen gemäß Katastrophenmanagementgesetz.
Das Bezirkskommando Kufstein hat sich dieser Aufgabe gestellt und schon vor einigen Jahren damit begonnen (mit der Einsetzung eines Arbeitskreises - unter der Leitung von A.Oblasser), entsprechendes Personal für die diversen Aufgaben innerhalb des BFüSt auszubilden und in jährlichen Übungen auf mögliche Einsätze vorzubereiten. Sämtliche Positionen werden 3-4fach mit Personal besetzt. Somit soll gewährleistet sein, dass jederzeit ein funktionstüchtiger BFüSt zur Verfügung steht. Bis auf die Funktion des Einsatzleiters, der entweder durch den BFK, Bezirksfeuerwehrinspektor (BFI) oder Bezirkskommandantstellvertreter (BFKStv) übernommen wird, können die weiteren Positionen durch sämtliche Mitglieder des BFK, Abschnittskommandanten (ABI), Sachgebietsleiter und Mitglieder der Bezirkszentrale besetzt werden.
Die diesjährige Übung des BFüSt wurde wieder in Verbindung mit der Leitstelle Tirol abgewickelt (Personal mit Übungsleitstelle waren vor Ort). Es war damit z.B. möglich, wie im Echtbetrieb, alarmierte Feuerwehren und Fahrzeuge auf Monitoren einzusehen, Funkverkehr und Telefonate realistisch durchzuführen und auch die Alarmmeldungen auszudrucken - die Szenarien sind dabei (ausnahmslos) keinem der Teilnehmer bekannt gewesen.
Die anfängliche Übungsannahme lautete: „Unwettereinsätze im Bereich der Unteren Schranne, es sind mehrere Feuerwehren im Einsatz, eine weitere Unwetterfront zieht über das Zillertal Richtung Inntal.“ Es wurde daher vorsorglich der FF-Bezirksführungsstab im Gerätehaus Kufstein bzw. im Bezirksbüro installiert - zugleich wurde auch die Bezirksleitzentrale besetzt.
Im Laufe der Übung wurden die Szenarien gesteigert, und es galt, zahlreiche Einsätze (überflutete Keller, über die Ufer getretene Bäche, abgedeckte Dächer, unterbrochene Stromleitungen und Verkehrswege, ein geborstener 10.000 l Heizöltank, Evakuierungen, Suchaktion) in verschiedenen Teilen des Bezirkes zu bewältigen. Die eingesetzten Feuerwehren und Sondergerätschaften wurden vom Bezirksführungsstab koordiniert und sämtliche Vorgänge protokolliert.
Insgesamt waren 23 Feuerwehren fiktiv alarmiert und eingesetzt worden.
Die Wichtigkeit einer solchen Übung war allen Teilnehmern bewusst, und durch die ernsthafte Mitarbeit konnten wieder einige Punkte zur besseren Vorbereitung für einen Ernstfall gewonnen werden.