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Ziegler insolvent
Die Albert Ziegler GmbH & Co. KG hat am 16. August Insolvenz angemeldet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Ulmer Rechtsanwalt Bruno M. Kübler bestellt. Der Geschäftsbetrieb der Ziegler-Gruppe mit weltweit über 1.000 Mitarbeitern läuft ohne Einschränkungen weiter, heißt es in einer Pressemitteilung. Löhne und Gehälter der Beschäftigten sind über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert. Insolvenzverwalter Kübler will das Unternehmen über einen Insolvenzplan unter Einbeziehung eines Investors sanieren. „Die Ziegler-Gruppe ist in Deutschland Marktführer und gehört auf dem Gebiet der Feuerwehrtechnik weltweit zu den ersten Adressen“, betonte Kübler. „Für ein Unternehmen mit einer derart starken Wettbewerbsposition bietet das Insolvenzverfahren hervorragende Chancen für eine nachhaltige Sanierung.“ Ziel sei ausdrücklich der Erhalt des Unternehmens und möglichst vieler Arbeitsplätze. Dies könne durch den Einstieg eines Investors ermöglicht werden. Ebenfalls denkbar sei aber auch, dass das Unternehmen nach der Sanierung unter der bisherigen Gesellschafterstruktur fortgeführt werde. Kübler hat sich unmittelbar nach seiner Bestellung zum Hauptsitz der Ziegler-Gruppe in Giengen an der Brenz begeben und die Mitarbeiter im Rahmen einer Betriebsversammlung informiert. Gleichzeitig befindet er sich bereits in Kontakt mit den wichtigsten Kunden und Lieferanten, um die Fertigung und Auftragsabwicklung aufrechtzuerhalten.
Geplant sei, dass die Kunden im Prinzip nichts von dem Insolvenzverfahren spüren. Alle Kunden sollen in nächster Zeit informiert werden. Auch die zugesagten Auslieferungstermine von Neufahrzeugen sollten sich nach Auskunft des Pressesprechers halten lassen. Die Ziegler-Gruppe fertigt und vertreibt Feuerwehrfahrzeuge und feuerwehrtechnisches Zubehör weltweit. Die Produktpalette umfasst das gesamte Spektrum der Feuerwehrtechnik, von Einsatzkleidung über hochspezialisierte Pump- und Löschsysteme bis hin zu Löschfahrzeugen aller Art. Lediglich Hubrettungsangebote fertigt Ziegler nicht. Von den weltweit über 1.000 Mitarbeitern sind 620 am Stammsitz in Giengen beschäftigt. Weitere Fertigungsstandorte unterhält die Ziegler-Gruppe in Rendsburg (SH), Mühlau (TH) sowie in Winschoten (Niederlande), Bozen (Italien), Sevilla (Spanien), Zagreb (Kroatien) und Jakarta (Indonesien). Ziegler ist zudem am Sonderfahrzeughersteller Hensel in Waldbrunn beteiligt. Das Unternehmen war durch das Kartellverfahren in Schwierigkeiten geraten und hatte sich im Anschluss hieran strenge Compliance-Regeln auferlegt. Trotz voller Auslastung in der Produktion war das Unternehmen unter anderem durch die Kartellbuße in Höhe von acht Millionen Euro in Liquiditätsschwierigkeiten geraten. Erst 2010 hatte Ziegler mehrere Millionen Euro in ein neues Lackierzentrum am Stammsitz in Giengen investiert.(www.schwaebische-post.de)
Die Vorgangsweise wurde seitens de Gewerkschaft scharf kritisiert - eine Insolvenz sei im laufenden Reorgansiationsprozess nicht erforderlich gewesen. (www.swr.de)
In Österreich betreibt Ziegler keine Niederlassung, die Firma wird durch Partner in der Branche vertreten.